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Zerlina von dem Bussche im Interview: "Dezente Details"

von Thorsten Firlus

Der klassische Herrenanzug besteht aus Sakko und Hose sowie manchmal einer Weste im gleichen Obermaterial. Die Jacke kann ein- oder zweireihig sein. Er wird mit Hemd, Krawatte oder Schleife zu besonderen Anlässen oder als Geschäftsanzug getragen, verrät das Lexikon. Doch was ist der perfekte Anzug? Modedesignerin Zerlina von dem Bussche kennt die Antwort.

Modedesignerin Zerlina von dem Bussche
Modedesignerin Zerlina von dem Bussche

WirtschaftsWoche: Frau von dem Bussche, wir haben uns in dem Berliner Bekleidungsgeschäft Chelsea Farmers Club getroffen, um über Anzüge zu reden, mit denen ich im Unternehmen angemessen angezogen bin und doch ein wenig aus der Masse herausrage. Ich trage heute einen grauen Anzug, hellblaues Hemd und dunkelblaue Seidenkrawatte. Alles richtig gemacht?

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Von dem Bussche: Grundsätzlich ja, aber hellblau zu dunkelgrauem Anzug ist immer langweilig. 

Warum?

Es geht dann alles so ineinander über. Sie sollten auch im Alltag immer ein wenig Kontrast tragen. Nicht um ganz bunt zu erscheinen, sondern um eine Variante zu zeigen. Anthrazit ist ja nicht gleich anthrazit, da hängt viel vom Material ab. Sie können eines wählen, das ein wenig glänzt, und schon ist der Eindruck ein ganz anderer. 

Hauptsache das Garn ist mindestens Super 100 aufwärts, so wie es oft im Futteral des Anzugs und in den Werbeprospekten steht?

Das ist unter Umständen ein wenig dünn für einen geschmackvollen Anzug. Es ist schön, einen etwas festeren Stoff zu tragen.

Der ist doch viel zu warm. 

Das hat damit nichts zu tun. Im Sommer ist es warm, da schwitzt man nun mal, wenn man ein Sakko tragen muss. Aber es gibt herausragende, auch festere Materialien, in denen schwitzen sie genauso viel oder wenig wie in dünneren. 

Welches Material ist am geeignetsten?

Alles, was keine künstlichen Fasern enthält, Baumwolle, Schurwolle sind gut. Gerade bei Anzügen für Männern geht es um die Haptik des Stoffes. Nichts ist cooler, als wenn man als Frau einem Mann an den Arm fasst und der Stoff fühlt sich gut an. 

Ich schaue mal in mein Schild: Schurwolle mit zwei Prozent Elasthan.

Das ist halt so das Typische, was den Männern empfohlen wird, um in der Masse nicht aufzufallen. Männer müssen sich aber fragen, ob sie präsentieren oder nicht auffallen wollen. Eine Entscheidung, die wir Frauen viel früher fällen. 

Viele Mitarbeiter in großen Unternehmen unterliegen einemoftmals auch unausgesprochenenKleiderkodex, der im Wesentlichen Grau und Dunkelblau vorschreibt. 

Das heißt aber nicht automatisch, dass sie anecken, wenn sie diesen Kodex flexibel auslegen. Die Deutschen sollten sich an den Engländern orientieren. Die bleiben die Vorbilder bei Schnitt und Verarbeitung. In England gibt es sehr viele Anzüge, die klassisches Design und klassische Farben verwenden und mit wenigen Tricks Akzente setzen. 

Was sind diese Akzente?

Eine schmale Taille, ein schmales Bein. Sie lassen den Mann einfach besser aussehen. Probieren Sie mal dieses graue Jackett mit festem Stoff. 

Da sind die Ärmel zu kurz!

Ziehen Sie erst mal den Hemdärmel bis zum Handgelenk. Das verändert die Wirkung total. Dann sind auch die Manschettenknöpfe zu sehen. Das ist ein klassisches, dezentes Sakko, die etwas kürzeren Ärmel geben ihm seine besondere Anmutung. Und in keinem Vorstand der Welt würde man sagen, dass man das nicht tragen darf.

Und dass die Schulterpolster ein wenig drücken?

Das darf Sie nicht irritieren. Das trägt sich ein wie ein guter Lederschuh, der auch einige Tage braucht, bis er gut sitzt. Dafür formt diese Schulter Ihren Körper. 

Gilt denn die Empfehlung für den taillierten Schnitt für jede Figur?

Für jede Figur. 

Auch für eher untersetzte Staturen mit Größen von 27 oder 28?

Absolut ja. Das ist doch bei einer Frau mit einer nicht so perfekten Figur genauso. Wenn man sie in einen guten Stoff packt, der sie formt, dann sieht sie gleich viel besser aus als bei zeltartigen Verhüllungen. Das Wichtigste ist, dass der Mann gepflegt ist, und er sieht gepflegt aus, wenn er seinen Körper in eine schöne Form hüllt.

Männer kaufen in der Regel nicht so gern Kleidung. 

Wenn Sie erst einmal angefangen haben, sich für Kleidung zu interessieren, bleiben sie auch dabei und finden dauerhaft Gefallen daran. Gerade bei Anzügen. Es geht immer um die Gratwanderung, nicht negativ oder als zu modisch aufzufallen im Alltag und trotzdem gut gekleidet zu sein. Durch Details wie ein auffälliges Futter oder einen besonderen Schuh wird der Mann als gut gekleidet wahrgenommen. 

Was zeichnet den englischen Anzug noch aus?

Zwei Schlitze im Rücken. 

Darüber habe ich noch nie nachgedacht.

Das machen die wenigsten Männer. Die Männer müssen noch ihre Hausaufgaben machen. Ihr Anzug hat nur eine Falte.

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8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 19.09.2008, 17:24 UhrAnonymer Benutzer: karl phillipp

    Der Artikel ist wirklich schlecht und die Dame offensichtlich nicht in der Lage, viel Wertvolles beizutragen.

  • 24.08.2008, 18:49 UhrAnonymer Benutzer: Tobias Setzer

    Ach Du Heimatland.. komme aus dem Kopfschütteln nicht heraus. Gut, "Experten" können ja meinen, was sie wollen, aber dass interviewer Thorsten Firlus so gar keine Ahnung zu haben scheint, ärgert gehörig. Denn andernfalls hätte er die "Expertin" in Sachen Oskar Wilde nicht dermaßen disqualifizierend auflaufen lassen und hätte mal nachgehakt.. abgesehen von den Stoff-, Schuh und Konfektionsaussagen. Oder wollte dass Herr Firlus gerade? ich glaube es nicht - seine Artikel haben die ähnliche Klasse.

  • 12.07.2008, 18:26 UhrAnonymer Benutzer: DerBauer

    Was für ein schlechter Artikel. Warum wird eine Frau gefragt, die anscheinend keine Ahnung von der Materie hat?
    Da weiß man gar nicht wo man ansetzen soll. Und dazu das Paul Smith bild. Der Fall auf der brust zeigt sofort, dass es sich um einen unangepassten billigen Modeanzug handelt. Die Ärmel sind zu lang, sonst sähe man auch am linken Arm 1-1,5cm Stoff. Der Kragen "flieht" im Nacken, steht ab. Geht's noch schlimmer?
    Und einen Konfektionsanzug vom Schneider anpassen zu lassen ist entgegen der Meinung der werten Dame fast immer notwendig und zudem sehr empfehlenswert. ich habe noch nie gesehen, dass ein Anzug von der Stange gleich perfekt passt und eine optisch unheimlich aufwertende Anpassung kostet ca. 40-60 Euro.
    Schurwolle als Sommerstoff?
    S100 zu dünn?
    Wie inkompetent geht es eigentlich noch?
    bei den Schuhen hört es dann endgültig auf.
    Eckig gefährlich? Wenn man von plastikbesprühten Lloyd Papptretern mit Gummisohle abkommen würde wäre ja schon was getan. Durchgefärbte Einsteigerrahmengenähte gibt es schon für rund 200 Euro. Die bitte orthopädisch zurichten lassen (bei, was meist der Fall ist, bedarf) und nach dem Tragen passende Vollschuhspanner rein.

    Zu lang darf das Hemd auch nicht sein? Warum? Damit es auch schön beim bücken aus der Hose rutscht? in aller Regel sind Hemden zu kurz. Zu lang gibt es fast nicht.

    Auffällige Sockenfarbe bei 2 der förmlichsten Outfits, Smoking und Cut? HALLO?

    breite Streifen beim Hemd sind Freizeitlook, als generelle Empfehlung taugt die Aussage "sind immer supi" eh nichts.

    Schmaler Anzug mit knappen Schultern Dandylook? Suchen sie mir mal ein Oskar Wilde bild, auf dem dieser keinen Dreiteiler im klassischen Look trägt. Schmale Anzüge sind modische Erfindungen der neueren Zeit. Setzen 6.

    beim nächsten Mal bitte eine Email schreiben, dann gebe ich euch ein besseres interview. Und ich bin kein "Designer" und gerade mal 23 Jahre alt. Ein Armutszeugnis.

    Der bauer

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