Zu wenig Innovationen: Neuer HP-Chef hat einige schwere Brocken vor sich

Zu wenig Innovationen: Neuer HP-Chef hat einige schwere Brocken vor sich

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Der frühere Hewlett-Packard-Chef Hurd hinterlässt seinem Nachfolger einige versteckte Probleme.

von Matthias Hohensee und Michael Kroker

Der geschasste Hewlett-Packard-Chef Mark Hurd hat seinem Nachfolger auf den ersten Blick ein gut bestelltes Feld hinterlassen. Doch hinter den Kulissen wird der neue so manches versteckte Problem finden.

Die Amerikaner lieben Helden – auch in der Wirtschaft. Marc Andreessen ist so ein Held. Er hat den Internet-Browser erfunden und dazu die Softwarefirma Netscape gegründet, die inzwischen im US-Online-Konzern AOL aufgegangen ist. Das war vor über zehn Jahren.

Seitdem ist der 39-Jährige eine Art graue Eminenz im Silicon Valley. Er investiert in der IT-Hochburg in Kalifornien in Startups, dient als Berater vieler junger Unternehmen und ist engster Vertrauter von Mark Zuckerberg, dem Gründer des Online-Netzwerkes Facebook. Respekt verdiente sich der Hüne mit dem kahl geschorenen Schädel zuletzt, als er nach Netscape eine neue Softwarefirma namens Opsware etablierte und sie im Juli 2007 für 1,6 Milliarden Dollar an Hewlett-Packard (HP) verkaufte. Das brachte ihm im Herbst 2009 einen Sitz im Aufsichtsrat des Konzerns.

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Der erzwungene Rücktritt von HP-Chef Mark Hurd Ende vorvergangener Woche rückt Andreessen jetzt noch stärker ins Rampenlicht. Nicht einmal 40 Jahre alt, obliegt ihm die Suche nach einem neuen Vorstandschef für eines der Vorzeigeunternehmen des Silicon Valley, das William Hewlett und David Packard 1939 in einer Garage in Palo Alto gründeten. „Wir schauen uns interne und externe Kandidaten an“, hat Andreessen bereits verkündet. Den Neuen, so viel ist sicher, erwartet ein anspruchsvoller Job. Hurd hat ihm nicht nur den Marktführer bei PCs und Druckern überlassen. HP ist mit rund 115 Milliarden Dollar Umsatz zugleich größter Technologiekonzern der Welt, mit weitem Abstand vor dem einstigen Branchenprimus IBM (96 Milliarden Dollar).

Breit gefächertes Produktportfolio

„Wer auch immer als Hurd-Nachfolger antritt – die Personalie ist ein wichtiges Signal für den künftigen Kurs von HP“, sagt Aaron Rakers, Analyst bei der US-Investmentbank Stifel Nicolaus. Was auf den ersten Blick wie eine Leerformel klingt, hat für HP besondere Bedeutung. Denn Hurd hat den Konzern teilweise auch gegen Widerstand geführt. So verfügt kein anderes High-Tech-Unternehmen über ein so breit gefächertes Produktportfolio wie HP – vom billigen Drucker über Notebooks bis hin zu millionenschweren Datenzentren und IT-Betreuungsverträgen für andere Konzerne.

Die extreme Diversifikation bewährte sich aber jüngst, als HP den schwächelnden PC-Absatz bei Unternehmen durch höheren Umsatz mit Konsumenten wettmachen konnte. Hurd hatte entschieden, am PC-Geschäft festzuhalten, obwohl Analysten und Aktionäre viele Jahre eine Abspaltung gefordert hatten. Die Frage muss sein Nachfolger nun neu beantworten: Bleibt es bei dieser Vielfalt, oder konzentriert sich HP künftig mehr auf das Geschäft mit Unternehmen?

Dabei muss HP-Aufsichtsrat Andreessen festlegen, ob interne Kandidaten eine Chance erhalten, etwa die schon zweimal bei der Chefauswahl übergangene Service-Chefin Ann Livermore oder der PC-Spartenchef Todd Bradley. Käme einer von ihnen zum Zuge, würde sich erst mal nicht viel ändern. Livermore und Bradley sind im Unternehmen angesehen. Sie würden wahrscheinlich ein wenig an den Stellschrauben drehen, Livermore mehr in Richtung Service, Bradley würde auf jeden Fall das PC-Geschäft mit Privatkunden beibehalten.

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