Zukunftsprognosen 2030: Welche Branchen werden in Deutschland verschwinden?

Zukunftsprognosen 2030: Welche Branchen werden in Deutschland verschwinden?

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Burkhard Schwenker

von Hans-Jürgen Klesse

Burkhard Schwenker, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consulting, über Veränderungen in der Unternehmenslandschaft.

WirtschaftsWoche: Herr Schwenker, der technische Fortschritt führte dazu, dass Produkte wie Pferdekutschen oder Setzmaschinen fast verschwunden sind. Was sehen Sie für die kommenden 20 Jahre auf der Gefährdungsliste?

Schwenker: Ihr sprachlicher Duktus suggeriert, technischer Fortschritt sei eine Bedrohung. Das Gegenteil ist der Fall: Er ist eine Chance für wirtschaftliches Wachstum und ein besseres Leben. Greentech und Medizintechnik sind dafür nur zwei Beispiele.

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Aber irgendwann verschwinden mit den Produkten ganze Branchen...

...nicht unbedingt. Auch wenn ein Produkt durch technischen Fortschritt verschwindet, bleibt das dahinter stehende Bedürfnis bestehen. Nehmen wir Ihre Beispiele Pferdekutsche und Setzmaschine: Dahinter stehen die Bedürfnisse nach Mobilität und Information – beide sind stärker denn je. Bedürfnisse ändern sich nur über sehr lange Zeiträume.

Sie weichen aus – noch mal die Frage: Welche Branchen werden verschwinden?

Das kann man nicht seriös beantworten. Meistens liegt man mit solchen Vorhersagen völlig schief. Meine größte Fehlprognose datiert aus den Achtzigerjahren, als ich noch Vorstandsassistent eines Papierherstellers war: Ich bin davon ausgegangen, dass uns die damals noch neuen Informationstechnologien das papierlose Büro bescheren würden. Das Gegenteil ist passiert: Mit jeder technischen Neuerung stieg der Papierverbrauch. Sicher ist nur, dass sich Branchen ganz erheblich verändern werden, beispielsweise die Energieindustrie oder die Unterhaltungselektronik. Und ich gehe davon aus, dass Branchen, die wir schon für tot erklärt haben, wieder auferstehen werden, etwa der Steinkohlebergbau – dann allerdings nicht als Lieferant fossiler Brennstoffe, sondern von Kohle-Derivaten zur Produktion anderer Stoffe.

Ein Grund für die Bedrohung ganzer Branchen bei uns ist die Globalisierung.

Was Sie ansprechen, ist eine ganz natürliche Wanderungsbewegung arbeitsintensiver Industrien. Das bleibt ein dauerhaftes Thema, hat für uns aber weniger dramatische Folgen, als es auf den ersten Blick scheint. Eine unserer Studien zeigt, dass die Verlagerungstendenz in Billiglohnländer überkompensiert wird – durch neue, immer komplexere Produkte sowie durch Verbundgeschäfte, bei denen das Produkt mit hochwertigen Serviceleistungen verknüpft wird, etwa als Ingenieurleistung bei Windkraftanlagen.

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