Zukunftsprognosen 2030: Wie viel Industrie gibt es in 20 Jahren noch in Deutschland?

Zukunftsprognosen 2030: Wie viel Industrie gibt es in 20 Jahren noch in Deutschland?

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Nicola Leibinger-Kammüller

Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung des Werkzeugmaschinenbauers Trumpf, über Industrien mit und ohne Zukunft.

Wenn uns die weltweite Wirtschaftskrise eines gelehrt hat, dann wohl dies: Nur mit ach so kreativen Finanz-„Produkten“ können wir unseren Wohlstand nicht erwirtschaften. Im Gegenteil: Länder, die ihr Heil im Finanzsektor sahen, haben heute größere Probleme als das industriell geprägte Deutschland, über das manche Broker und Banker noch vor Kurzem gelächelt haben.

Unsere industrielle Basis hat uns nicht nur einigermaßen stabil durch die Wirtschaftskrise gebracht; sie ist auch die Grundlage unseres Wohlstandes für morgen. Nur wenn Deutschland innovativ und bei den Kosten wettbewerbsfähig bleibt, können wir den heutigen Industrieanteil halten.

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Etwa 30 Prozent trägt die Industrie zur Wertschöpfung in Deutschland bei. Es ist aber kein Naturgesetz, dass das für alle Zeiten so bleiben muss. Von der Unterhaltungselektronik bis zur Bekleidungsindustrie sind die Beispiele ehemals stolzer deutscher Wirtschaftszweige Legion, in denen die wesentlichen Produktionsstandorte längst anderswo auf der Welt liegen.

Besser sein ist zu wenig

Nirgendwo steht geschrieben, dass Deutschland auf Dauer die günstigsten Automobile oder die billigsten Solarzellen herstellen wird. Deshalb müssen wir dringend die Frage beantworten, womit wir eigentlich in 20 Jahren unser Geld verdienen wollen, statt Verteilungsdebatten zu führen und so zu tun, als sei gar keine Krise gewesen. Die Wirtschaftskrise hat die Welt verändert: Einige unserer internationalen Wettbewerber sind relativ zu uns stärker geworden. Es gibt immer mehr Felder, in denen wir nicht „billiger“ sein können als China – allenfalls besser. Das allein wäre freilich zu wenig. Auch deutsche Hi-Fi-Hersteller waren vor 30 Jahren überzeugt, dass sie besser seien als Japan und Korea. Wenn wir schon nicht die billigsten Solarzellen an den Markt bringen können, dann sollten wir zumindest dafür sorgen, dass sie im Ausland auf deutschen Produktionsanlagen hergestellt werden. Denn die deutsche Fertigungstechnik gehört zu den Stärken des Industriestandortes Deutschland.

Deutsche Stärken

Erfindungsreichtum, Innovation und Ingenieurleistung haben uns in eine weltweit einzigartige Situation versetzt. Cluster von gut vernetzten Zulieferern – da spreche ich auch für mein Heimatland Baden-Württemberg, den besten Maschinenbaustandort der Welt! – und eine gesunde, mittelständisch geprägte Struktur sind Stärken, von denen wir auch morgen noch zehren.

Deshalb bin ich optimistisch, dass wir auch in 20 Jahren noch eine solide industrielle Basis in Deutschland haben. Dazu gehört aber auch, dass wir heute in die Köpfe von morgen investieren – und Bildung und Ausbildung, Wissenschaft und Forschung stärken!

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