Zumwinkel-Rücktritt: Welle von Ermittlungen in Steuer-Affäre

Zumwinkel-Rücktritt: Welle von Ermittlungen in Steuer-Affäre

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Ex-VorstandsChef der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel

Nach dem Rücktritt von Post-Chef Klaus Zumwinkel steuert Deutschland auf eine Steueraffäre von beispiellosem Ausmaß zu.

Nach Angaben aus Regierungskreisen geht es um „tausende“ Verdächtige, die am Fiskus vorbei Geld in Stiftungen in Liechtenstein angelegt haben sollen. Darunter seien auch weitere prominente Namen, sagte der Chef der Steuergewerkschaft, Dieter Ondracek, den „Nürnberger Nachrichten“. Den Behörden sei bereits im August 2007 eine CD-ROM mit Bankunterlagen zugespielt worden.

Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ wurden beim Amtsgericht Bochum insgesamt 900 Durchsuchungsbeschlüsse gegen 700 mutmaßliche Steuersünder erwirkt.

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Zumwinkel zog gestern die Konsequenzen aus den Vorwürfen der Steuerhinterziehung und trat vom Amt des Vorstandschefs der Deutschen Post zurück. Zudem legte er den Vorsitz in den Aufsichtsräten von Telekom und Postbank nieder.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte den Rückzug „unvermeidbar“. Neuer Post-Chef soll nach Informationen aus Regierungskreisen Post-Logistikvorstand Frank Appel (46) werden.

Zumwinkel soll laut dem Magazin „Focus“ rund vier Millionen Euro an das Finanzamt Köln für seine nicht versteuerten Zinserträge aus der zwölf Millionen schweren Stiftung in Liechtenstein zahlen. Die Summe setze sich zusammen aus hinterzogenen Steuern, Zinsen und Geldstrafe.

Eine Million Euro als Kaution

Zumwinkel habe dem Haftbefehl zufolge fast 20 Jahre lang in „konspirativer Weise“ versucht, seine Erträge aus der Anlage bei der Vaduzer LGT-Bank zu verschleiern. Die Bankbelege seien an die Adresse von Zumwinkels Feriensitz am Gardasee geschickt worden. Andere Bankdokumente habe sich der 64-Jährige „bis in den asiatischen Raum“ nachsenden lassen.

Um die drohende Untersuchungshaft abzuwenden, hinterlegte Zumwinkel laut „Focus“ eine Kaution von einer Million Euro sowie eine Vermögens-Abtretungserklärung für die Finanzbehörden.

Laut „sueddeutsche.de“ soll es bei dem Steuerskandal um eine Gesamtsumme von 3,4 Milliarden Euro gehen, die am Fiskus vorbei nach Liechtenstein geflossen sei. Die Durchsuchungsbeschlüsse sollen in den kommenden Wochen vollstreckt werden. Die Staatsanwaltschaft Bochum grenzte den Kreis der Verdächtigen am Freitagabend nicht weiter ein. „Wir werden jetzt nicht dazu übergehen, den Kreis der Verdächtigen zu interpretieren“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Bernd Bienioßek.

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