Zusammenschlüsse: Nur wenige angedachte Bankfusionen wurden realisiert

Zusammenschlüsse: Nur wenige angedachte Bankfusionen wurden realisiert

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Die GZ Bank übenahm 2001 die ebenfalls genossenschaftliche DG Bank

Nur wenige der angedachten Bankfusionen wurden realisiert. Erfolgreich waren vor allem Zusammenschlüsse von Vollbanken mit Nischenanbietern.

Der bislang größte Zusammenschluss zweier deutscher Vollbanken war der von Bayerischer Hypo- und Vereinsbank zur HypoVereinsbank (HVB) 1998. So entstand die damals zweitgrößte deutsche Bank. Sie baute vor allem das Geschäft in Osteuropa aus und kaufte die dort bereits sehr aktive Bank Austria. Zu schaffen machten der Bank faule Immobilienkredite zum Großteil noch aus der Zeit vor der Fusion. Ende 1998 musste sie deren Wert um 3,5 Milliarden Euro nach unten berichtigen. Eine Sonderprüfung ergab, dass die Bilanz der Hypo-Bank für 1997 ungültig war; alle alten Hypo-Vorstände und der Aufsichtsratschef Eberhard Martini traten zurück. Die Kredite belasteten das Institut auch in der Folge. 2005 wurde die Bank schließlich von der italienischen Unicredit gekauft. Auch das sorgte für Unruhe: Mehrere Vorstände gingen, Tausende Stellen fielen weg, und noch immer klagen Aktionäre gegen die aus ihrer Sicht zu günstige Bewertung der Bank Austria. Für 24 Milliarden Euro kaufte die Allianz 2001 die Dresdner Bank. Der Plan: Die Versicherung sollte zu einem Allfinanz-Konzern avancieren, der vom Girokonto bis zur Hausratsversicherung alles aus einer Hand liefert. Zwar vermittelte die Dresdner der Allianz etwa eine Million neue Lebensversicherungskunden. Doch die Verknüpfung der Bankfilialen mit den Allianz-Agenturen läuft nicht wie gewünscht. Die Dresdner machte im ersten Quartal Verlust. Ulrich Brixner, Chef der GZ Bank, einer der genossenschaftlichen Zentralbanken, übernahm 2001 mit der DG Bank eine weitere Zentralbank der Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland. Die DG Bank stand damals kurz vor der Pleite, weil sie sich am Neuen Markt verspekuliert hatte und etwas zu großzügig in der Kreditvergabe war. Nach der Übernahme folgten harte Einschnitte bei den Kosten. Die Mitarbeiterzahl wurde von 6000 auf 4000 heruntergeschraubt. Die aus der Fusion entstandene DZ Bank ist heute eine stabile Bank, die vor allem Produkte für ihre Mitgliedsinstitute kreiert. Dennoch: Die um einiges kleinere WGZ Bank, das zweite Zentralinstitut der Genossenschaftsbanken, arbeitet sehr viel effizienter.

Erfolgreicher waren Übernahmen, mit denen Banken ihr Angebot erweiterten. Dazu zählt der Kauf des Immobilienfinanzierers Eurohypo durch die Commerzbank und der BHW durch die Postbank. Die Deutsche Bank kaufte 2006 die Filialen der Norisbank. Am erfolgreichsten kaufte die niederländische ING zu, die die Direktbanken Diba und Entrium erwarb und heute klarer Marktführer in diesem Segment ist. Zahlreiche Zusammenschlüsse sind oft in fortgeschrittenem Verhandlungsstadium gescheitert — am spektakulärsten der zwischen Deutscher und Dresdner Bank im Jahr 2000 und der Kauf der Postbank durch die Deutsche Bank 2004. Die genossenschaftlichen WGZ und DZ Bank verhandelten schon mehrfach über eine Fusion — am Ende bislang stets vergeblich. Auch Zusammenschlüsse zwischen Landesbanken schlugen fehl, jüngst etwa der zwischen WestLB und Helaba.

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