US-Geldpolitik: Fed-Mitglied glaubt an vier Zinsschritte

US-Geldpolitik: Fed-Mitglied glaubt an vier Zinsschritte

, aktualisiert 01. Juni 2017, 11:21 Uhr
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Der Präsident der Fed von San Francisco rechnet in diesem Jahr mit bis zu vier Zinserhöhungen durch die US-Notenbank.

Quelle:Handelsblatt Online

Die US-Notenbank Fed hatte die Leitzinsen zuletzt im März erhöht. Nun rechnet ein einflussreicher Geldpolitiker in diesem Jahr gar mit bis zu vier Zinserhöhungen. Bereits in zwei Wochen fällt die erste Entscheidung.

Seoul/WashingtonDie US-Notenbank Fed wird die Leitzinsen in diesem Jahr nach Einschätzung eines einflussreichen Mitglieds insgesamt bis zu vier Mal erhöhen. Drei Anhebungen seien sein Basis-Szenario für 2017, sagte der Präsident der Fed von San Francisco, John Williams, am Donnerstag in Seoul. Vier Schritte könnten aber angemessen sein, sollte die US-Wirtschaft einen unerwarteten Schub bekommen. Laut der jüngsten Umfrage der Fed meldete die Mehrheit der regionalen Bezirke, dass Firmen bei ihnen optimistisch in die Zukunft blicken. Die Inflationsentwicklung wird in dem am Mittwoch veröffentlichten Beige Book der Fed aber weiterhin als eher schleppend bezeichnet.

Es gebe Spielraum für positive Überraschungen in der Wirtschaftsentwicklung, sagte Williams. So könnte die US-Regierung unter Präsident Donald Trump mit ihren Ausgaben für zusätzliche Impulse sorgen. Auch durch andere Faktoren begünstigt könne die Wirtschaft schließlich besser laufen als gedacht. Die Fed werde bei ihren Zinserhöhungen vorsehbar und transparent vorgehen. Negative Folgen für Schwellenländer wolle die Fed gering halten.

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Die US-Währungshüter hatten den Leitzins zuletzt im März angesichts der positiven Wirtschaftsentwicklung auf 0,75 bis 1,0 Prozent angehoben und zwei weitere Erhöhungen für dieses Jahr in Aussicht gestellt. Die nächste Sitzung ist in zwei Wochen. Eine Erhöhung um 0,25 Punkte gilt an der Börse als wahrscheinlich.

Allerdings kann die Fed derzeit keine Trendänderung bei der zuletzt eher flauen Inflation erkennen, wie aus dem Beige Book hervorgeht. Die Währungshüter streben eine Jahresteuerung von zwei Prozent an. Die Fed blickt dabei besonders auf Preisveränderungen bei den persönlichen Ausgaben der Amerikaner, wobei Energie- und Nahrungsmittelkosten ausgeklammert bleiben. Im April lag dieser Wert nur bei 1,5 Prozent nach 1,6 Prozent im März.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt laut Fed-Umfrage angespannt. Der Zuwachs der Beschäftigtenzahlen und der Anstieg der Löhne sei allerdings bescheiden bis moderat. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt mit 4,4 Prozent nahezu auf einem Zehn-Jahres-Tief.

Quelle:  Handelsblatt Online
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