US-Investmentbank: Goldman Sachs stößt wohl großes Sparprogramm an

US-Investmentbank: Goldman Sachs stößt wohl großes Sparprogramm an

, aktualisiert 15. April 2016, 11:58 Uhr
Bild vergrößern

Etliche Investmentbanken haben zuletzt Sparrunden angekündigt – Goldman dürfte folgen.

Quelle:Handelsblatt Online

Selbst bei den Reiseausgaben knausert Goldman Sachs derzeit – und das scheint nur ein Vorbote für härtere Einschnitte auch bei der Zahl der Beschäftigten. Goldman-Chef Lloyd Blankfein ist nicht allein mit seinen Plänen.

New YorkBei der US-Investmentbank Goldman Sachs steht offenbar die größte Kostensenkungsaktion seit etlichen Jahren ins Haus. Damit reagiert die US-Bank auf schwächere Erträge im Handel und aus der Fusionsberatung, wie Bloomberg von zwei Personen erfuhr, die mit den Vorgängen vertraut sind.

Es wird bereits erwartet, dass Goldman Sachs für das erste Quartal hohe Kosteneinsparungen vorlegt. Die Bank habe kürzlich bereits mit dem Abbau von Personal im Support-Bereich begonnen und weise zunehmend Anträge von Bankern für Flugreisen, Hotels und Bewirtung zurück, wenn dies nicht direkt den Kunden zu Gute komme, hieß es weiter. So seien beispielsweise in dieser Woche Technologie-Mitarbeiter in London entlassen worden, und einige Mitarbeiter in Europa dürfen keine früher routinemäßigen Reisen zu anderen Büros in der Region antreten. Weitere Einschnitte seien wahrscheinlich.

Anzeige

Bankchef Lloyd Blankfein, 61, ist bestrebt, dem jahrelangen Rückgang im Handel, hervorgerufen durch Marktturbulenzen und eine strengere Regulierung, entgegenzuwirken – Herausforderungen, die schon viele Wettbewerber bewogen haben, kürzer zu treten. So will etwa die französische Großbank BNP Paribas der Nachrichtenagentur Reuters zufolge 675 Stellen streichen. Betroffen sei der Bereich Geschäftskunden und Investmentbanking (CIB) auf dem Heimatmarkt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Den Gewerkschaften soll dazu ein Plan mit Angeboten zum freiwilligen Ausscheiden vorgelegt werden. Laut Geschäftsbericht 2015 beschäftigt die CIB-Sparte mehr als 30.000 Mitarbeiter in über 50 Ländern.

Die australische Bank Macquarie hat ähnliche Plänen. Laut Bloomberg wird die Gruppe noch im April etwa 15 Prozent der Stellen im US-Investmentbanking streichen und sich stärker auf bestimmte Branchen konzentrieren. Mehr als 200 Mitarbeiter werden von den Plänen betroffen sein. Die japanische Großbank Nomura streicht bis zu 600 Arbeitsplätze im europäischen Aktienhandel, sie steigt in Europa aus dem Geschäft komplett aus. Auch in den USA sollen Stellen wegfallen.

Goldman-Chef Blankfein hat bereits die Belegschaftszahl angepasst, setzt stärker auf jüngere Mitarbeiter, hat Mitarbeiter in unterstützenden Funktionen an billigere Standorte versetzt und in Technologie investiert, um die Profitabilität zu erhöhen.

Die Frage ist, ob diese Maßnahmen die Aktionäre zufriedenstellen werden, wenn die Bank am Dienstag kommender Woche ihr Quartalsergebnis vorlegt. Betsy Graseck, Analystin bei Morgan Stanley, geht davon aus, dass Goldman Sachs einen Rückgang der operativen Kosten um 29 Prozent auf 4,76 Milliarden Dollar (4,1 Milliarden Euro) berichten wird - der niedrigste Betrag in einem ersten Quartal in einem Jahrzehnt. Allerdings würde das nicht ausreichen, um den von Analysten erwarteten Ertragsrückgang von 37 Prozent wettzumachen.

Im Februar hatte Blankfein den Investoren versichert, er blicke mit „Adleraugen“ auf die Kosten, und die Bank habe weitere Möglichkeiten diese zu verringern. „Wir können auf der Kostenseite viel mehr machen, wenn wir müssen“, sagte er. „Wir können immer mehr machen.“ Die Notwendigkeit habe die Oberhand, „insbesondere wenn Erträge vorzuweisen sind“.

Goldman Sachs hatte die operativen Kosten vier Jahre lang unter 23 Milliarden Dollar gehalten, bevor sie im Jahr 2015 um 13 Prozent auf 25 Milliarden Dollar stiegen. Grund dafür waren Rechtskosten und höherer Aufwand im Zuge der strengeren Regulierung.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%