US-Präsidentenwahl: USA bezichtigt Russland offen der digitalen Wahlmanipulation

US-Präsidentenwahl: USA bezichtigt Russland offen der digitalen Wahlmanipulation

, aktualisiert 07. Oktober 2016, 23:06 Uhr
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am letzten Abends des republikanischen Parteitags am 27. Juli. Er forderte die russischen Geheimdienste auf, doch mal nach den E-Mails zu suchen, die von Hillary Clintons E-Mailserver verschwunden sein sollen. Gleichzeitig betonte er ausdrücklich, keinerlei Verbindungen zu Wladimir Putin zu haben. Wenig später tauchten E-Mails aus der Wahlkampforganisation der demokratischen Partei im Internet auf.

Quelle:Handelsblatt Online

Russland mischt sich mit Cyberattacken in den US-Wahlkampf ein. Davor warnt jetzt das Heimatschutzministerium jetzt eindringlich und unverholen. Wem wollen die Russen denn helfen?

San FranciscoDas Heimatschutzministerium und das Büro des nationalen Geheimdienstchefs erklärten in einer gemeinsamen Erklärung, sie seien sicher, dass die russische Regierung die jüngsten E-Mail-Hacks geleitet habe, die unter anderem das Wahlkomitee der demokratischen Partei des regierenden Präsidenten Barack Obama schwer geschadet haben. Die „Methoden und Motivationen“ hinter den Attacken seine seien übereinstimmend mit typischen russischen Aktivitäten. Die jüngsten Cyber-Attacken hätten „den Zweck, die Wahl des US-Präsidentschaftswahlkampf zu beeinflussen“. Ähnliche Aktionen habe man bereits in Europa und Eurasien beobachtet. „Aufgrund des Umfangs und der Sensibilität“ der Aktivitäten, seien die Behörden sicher, dass diese nur durch höchste Kreise autorisiert seien können.
Allerdings, betont die Mitteilung ausdrücklich, sei man „derzeit nicht in der Position, um die russische Regierung direkt“ mit den Cyber-Angriffen auf Parteien und Privatpersonen in Verbindung bringen zu können.
Die Wahl des US-Präsidenten selbst, die im November stattfinden wird, könne jedoch nicht durch Cyber-Angriffe manipuliert werden, versichern die Ministerien. Die Wahlmaschinen seien nicht mit dem Internet verbunden und auf den verschiedensten Ebenen seien Sicherheitsmechanismen eingebaut, um Wahlmanipulation zu verhindern. Trotzdem seien alle US-Bundesstaaten noch einmal aufgerufen, sich technologische Unterstützung bei der Homeland Security zu holen.
Im Vorfeld des demokratischen Parteitags waren E-Mails aus dem Wahlkomitee der demokratischen Partei aufgetaucht, die belegen sollten, dass die Partei die Kandidatin Hillary Clinton systematisch gegenüber dem Herausforderer Bernie Sanders bevorzugt habe. Das war zuvor von Sanders-Anhängern vermutet und vom Komitee stets brüsk zurückgewiesen worden. Den Veröffentlichungen auf Wikileaks folgten personelle Konsequenzen im Wahlkampfkomitee und Clinton erlitt auf einem aufgeheizten Parteitag einen schweren Rückschlag in der Popularität.
Gleichzeitig scheint die aktuelle Stellungnahme der US-Wahlbehörden auch an die eigene Bevölkerung gerichtet zu sein. Der republikanische Kandidat Donald Trump sät seit geraumer Zeit Zweifel an der Integrität des Wahlprozesses und lässt durchblicken, dass er die Wahl eigentlich nur dann verlieren könne, wenn sie manipuliert werde. Politische Unterstützer hat er sogar schon aufgefordert als „Wahlbeobachter“ tätig zu werden und mögliche Unregelmäßigkeiten zu melden. Zu Putin hat Trump ebenfalls eine klare Meinung: Er hält ihn für einen starken Führer und geht davon aus, dass er mit ihm „gut zurecht kommen könne“. Demokratische Wahlbeobachter hatten früh nach den E-Mailattacken darüber spekuliert, Putin könne sie angeordnet haben, um Trump im Wahlkampf zu stützen. Aber auch dafür konnten bislang keinerlei Beweise vorgebracht werden.

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Quelle:  Handelsblatt Online
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