US-Präsidentschaftswahl: Diesen Wählern hat Trump den Sieg zu verdanken

US-Präsidentschaftswahl: Diesen Wählern hat Trump den Sieg zu verdanken

, aktualisiert 09. November 2016, 16:04 Uhr
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Wahlparty des „President elect“.

von Alexander Demling und Martin DowideitQuelle:Handelsblatt Online

In den meisten Umfragen vor der Wahl hatte die Demokratin Hillary Clinton vorne gelegen – doch sie verlor. Die Analyse der Wählergruppen zeigt, bei wem der künftige US-Präsident Donald Trump besonders punkten konnte.

WashingtonDie Entscheidung in der Wahlnacht brachten die Bundesstaaten, die der republikanische Kandidat Donald Trump den Demokraten im Vergleich zur Wahl 2012 abnehmen konnte. Hatte der amtierende Präsident Barack Obama 2012 noch Iowa, Wisconsin, Indiana, Pennsylvania und Florida für sich entschieden, war es in diesem Jahr anders. Trump siegte in all diesen Staaten.

Im Mittleren Westen zog das Versprechen Trumps, Arbeitsplätze zurück ins Land zu holen. Den Vorsprung Trumps bei Arbeiter-Stimmen konnte Clintons besseres Abschneiden bei gebildeten Weißen, Latinos und Schwarzen nicht ausgleichen. „Der vergessene Mann und die vergessene Frau werden nie wieder vergessen werden“, teilte der künftige Präsident per Twitter nach seinem Wahlsieg mit. Und tatsächlich haben die vermeintlich Benachteiligten der Gesellschaft sich am meisten für Trump begeistert.

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Die Aufschlüsselung nach demografischen Daten zeigt, dass Trump bei älteren Wählern gut ankam und vor allem bei weißen Männern. Bei Angehörigen des Militärs und Veteranen scheint Trumps Versprechen der umfassenden Gesundheitsversorgung für (Ex-)Soldaten gefruchtet zu haben: 61 Prozent dieser Gruppe stimmten für ihn, 37 Prozent für Clinton.

Umfragen der großen TV-Sender zeigen ein einheitliches Bild – einen deutlichen Vorsprung Trumps bei ungebildeten Weißen (67 zu 28 Prozent laut MSBNC), während bei nicht-weißen Wählern ohne College-Abschluss Clinton dominierte (75 Prozent für sie, 20 Prozent für Trump). Das Problem für Clinton: Die ihr zugeneigten Bildungsfernen machten nur 16 Prozent der Wähler aus, die Trumps 34 Prozent.

88 Prozent der Schwarzen stimmten für die demokratische Kandidatin. Doch Barack Obama hatte aus dieser Wählergruppe 2012 noch 93 Prozent der Stimmen bekommen. Und 29 Prozent der Hispanics, also Einwanderern mit lateinamerikanischen Wurzeln, gaben ihre Stimme für Trump. Das sind mehr als der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney im Jahr 2012 holte (27 Prozent) – und das, obwohl Trump sich gegen illegale Immigranten und für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko ausgesprochen hatte.

Trotz der klaren Spaltung der Wählerschaft versprach Trump in seiner ersten Rede nach der Wahl, ein Präsident für alle Amerikaner sein zu wollen. Und später fügte er an: „Wir werden alle zusammenkommen wie niemals zuvor.“

Die Ironie des Ergebnisses: Es zeichnete sich am Mittwochmorgen US-Zeit ab, dass Clinton landesweit mehr Stimmen als Trump errungen haben dürfte. Die Nachrichtenagentur AP sah die unterlegene Kandidatin mit 59,16 Millionen zu 59 Millionen in Front. Das gleiche Schicksal hatte Al Gore im Jahr 2000 auch mehr Stimmen errungen – aber nicht an den richtigen Stellen. Das Mehrheitswahlrecht in den USA ist der Grund dafür.

Quelle:  Handelsblatt Online
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