US-Präsidentschaftswahl: „Trump-Jump“ an den Weltmärkten – Dow auf Rekordhoch

US-Präsidentschaftswahl: „Trump-Jump“ an den Weltmärkten – Dow auf Rekordhoch

, aktualisiert 10. November 2016, 15:41 Uhr
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Mit einem kleinen Luftsprung reagierten auch die Märkte auf die Wahl des Republikaners.

Quelle:Handelsblatt Online

Vor der Wahl in den USA hatten viele Experten im Falle einer Wahl Donald Trumps zum Präsidenten ein Absacken etwa beim US-Index S&P 500 erwartet. Doch in den ersten Tagen danach kommt es anders. Das hat mehrere Gründe.

Frankfurt/New YorkDie Anleger rund um den Globus interpretieren die Wahl Donald Trumps im Moment anders, als sie es vor der US-Präsidentschaftswahl angekündigt hatten. Sie hoffen darauf, dass der künftige Regierungschef der USA die Finanzwirtschaft deregulieren werde. Die Kursentwicklung legt auch nahe, dass von Investoren eine eine hohe Nachfrage nach Baudienstleistungen und Rohstoffen erwartet wird. Trump hat Investitionen in die Infrastruktur des Landes versprochen.

Als in den Wochen vor der Wahl der Vorsprung von Trumps Rivalin Hillary Clinton geschrumpft war, hatte der US-Index S&P 500 neun Tage in Folge verloren. Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden des Ergebnisses hatte ein globaler Ausverkauf an den Märkten eingesetzt. Doch von der Skepsis gegenüber Trump ist schon zwei Tage nach der Wahl kaum noch etwas zu spüren. Der japanische Nikkei hatte am Mittwoch mehr als fünf Prozent verloren – und am Donnerstag dann fast sieben Prozent zugelegt.

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Aus dem befürchten „Trump-Dump“ („Trump-Ausverkauf“) ist der – wenn auch kleine – „Trump-Jump“ („Trump-Freudensprung“) geworden. Der Dow Jones erreichte nach der Eröffnung am Donnerstag ein neues Rekordhoch. Der US-Standardwerteindex legte nach der Eröffnung um 0,8 Prozent zu auf 18.740 Punkte. Dax und EuroStoxx50 bauten ihre Vortagesgewinne aus und legten jeweils 0,3 Prozent auf 10.670 und 3.066 Punkte zu.

Der europäische Branchenindex für die Bauindustrie kletterte zeitweise sogar auf ein Neun-Jahres-Hoch von 427,04 Punkten. Hier wetteten Investoren auf das möglicherweise folgende Infrastruktur-Programm. Genährt werde der Optimismus von Trumps Siegesrede, sagte Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda. „Er hat sich mehr auf Einigkeit und die Notwendigkeit von Investitionen zur Ankurbelung der Konjunktur konzentriert. Kombiniert mit seinen Plänen zu Deregulierung und Steuersenkungen ist dies alles sehr marktfreundlich.“

Die Aussicht auf eine steigende Nachfrage trieb auch die Rohstoffpreise. Das zur Herstellung von Stromkabeln und Wasserrohren verwendete Kupfer verteuerte sich um bis zu 5,6 Prozent auf 5714 Dollar je Tonne und stand damit vor dem größten Tagesgewinn seit dreieinhalb Jahren.

Am Devisenmarkt legte die US-Währung ebenfalls erneut zu. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, gewann 0,4 Prozent. Der Euro kostete 1,0899 Dollar. Die Valuta profitierte neben der Aussicht auf ein beschleunigtes US-Wachstum von Spekulationen auf eine anziehende Inflation und damit raschere Zinserhöhungen der Notenbank Fed. Dabei sei ein möglicher Preistreiber die von Trump geplante Anhebung der Einfuhrzölle zum Schutz der US-Unternehmen, betonte Michael Hasenstab, Chef-Anleger des Fondsanbieters Templeton.


Bankaktien im Aufschwung

Vor diesem Hintergrund warfen Investoren Staatsanleihen aus ihren Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen US-Bonds auf ein Zehn-Monats-Hoch von 2,118 Prozent. Die vergleichbaren Titel aus Deutschland und Frankreich rentierten mit 0,32 und 0,727 Prozent jeweils auf dem höchsten Stand seit etwa einem Dreivierteljahr.

Unter Verkaufsdruck stand dagegen erneut der mexikanische Peso. Anleger hatten nach dem Kurssturz des Vortages auf Stützungsmaßnahmen gehofft. Die Notenbank verzichtete zwar zunächst darauf, hielt sich die Option aber offen. Die mexikanische Währung reagiert sensibel auf die US-Wahl, weil Trump unter anderem Strafzölle auf mexikanische Waren gefordert hat. Am Donnerstag näherte sich der Dollar bis auf knapp einen halben Peso seinem Rekordhoch von 20,77 Peso an.

Neben Banken und Baufirmen gehörten die Rüstungswerte zu den Favoriten der Anleger. Der europäische Branchenindex stieg um bis zu vier Prozent auf ein Elf-Monats-Hoch von 639,27 Punkten. Trump plant höhere Militärausgaben und will unter anderem die Verbündeten an den Kosten für die Präsenz von US-Truppen zur Kasse bitten.

Die Aktien von Siemens waren mit 109,85 Euro zeitweise sogar so teuer wie zuletzt vor mehr als 16 Jahren. Ein Gewinnsprung und ein optimistischer Ausblick gaben dem Münchener Konzern Auftrieb. Außerdem will Siemens seine Medizintechnik-Sparte an die Börse bringen.

In Paris stiegen die Aktien von Vivendi zeitweise um gut elf Prozent. Das ist der größte Kurssprung seit acht Jahren. Der französische Medienkonzern steigerte dank seiner Musiksparte Universal den operativen Gewinn überraschend stark auf 277 Millionen Euro.

Quelle:  Handelsblatt Online
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