US-Präsidentschaftswahlen: So läuft die historische Wahlnacht ab

US-Präsidentschaftswahlen: So läuft die historische Wahlnacht ab

, aktualisiert 08. November 2016, 17:19 Uhr
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Die „Washington Post“ prophezeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen in 15 Bundesstaaten.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Amerikaner wählen ihren 45. Präsidenten. Am frühen Mittwochmorgen deutscher Zeit dürfte feststehen, ob Hillary Clinton oder Donald Trump in das Weiße Haus einzieht. Was Sie über die spannende Wahlnacht wissen müssen.

WashingtonWie auch immer die Wahl zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten ausgehen mag – das Ergebnis ist in jedem Fall historisch: Entweder zieht mit Hillary Clinton die erste Frau in der Geschichte der USA in das Weiße Haus ein. Oder mit Donald Trump ein Immobilienunternehmer und „Rookie“, also Neuling im politischen Geschäft.

Bis zuletzt reisten die beiden Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump durch die meist umkämpften Bundesstaaten und warben für sich. Nun hat der Wahlkampf nach eineinhalb Jahren mit hunderten Auftritten, unzähligen Reden und drei TV-Debatten ein Ende. Die Amerikaner entscheiden – und es wird spannend. Der neue Präsident wird vermutlich erst am frühen Mittwochmorgen deutscher Zeit feststehen. Was Sie über die Wahlnacht wissen sollten.

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Wann schließen die Wahllokale?
In den USA gibt es sechs Zeitzonen, die ersten Wahllokale schließen um Mitternacht deutscher Zeit. Den Anfang machen die Staaten an der Ostküste von Neuengland über New York bis hinunter nach Florida. Es folgen die Südstaaten und der Mittlere Westen bis dann zwischen fünf und sieben Uhr morgens die letzten Wahllokale an der Westküste zu machen. Bereits geschlossen haben die Wahllokale in den drei Dörfern Dixville Notch, Hart's Location und Millsfield im Bundesstaat New Hampshire. Die Wähler dort sind seit eh und je stolz darauf, als erste ihre Stimme abzugeben. Bei der traditionellen mitternächtlichen Abstimmung (Ortszeit) lag der Republikaner Donald Trump in der Nacht mit insgesamt 32 zu 25 Stimmen gegen die Demokratin Hillary Clinton in Führung. In dem kleinsten der Örtchen, Dixville, setzte sich Clinton mit 4:2 Stimmen gegen Trump durch

Wann gibt es erste Ergebnisse?
Erste Teilergebnisse, allerdings noch keine Hochrechnungen, kommen um Mitternacht deutscher Zeit aus Bundesstaaten wie Kentucky und Indiana. Es folgen Georgia, Virginia und Florida (ab 1:00), North Carolina und Ohio (ab 1:30), New Hampshire, Pennsylvania, Michigan, Texas und Florida ein (2:00), New York, Wisconsin, Arizona und Colorado (ab 3:00). Gegen vier Uhr früh gibt es Ergebnisse aus Staaten wie Utah, Iowa und Nevada. Die Bürger von Hawaii und Alaska, der zugleich nördlichste und westlichste Bundestaat, sind die Schlusslichter in der langen Reihe der Staaten.

Wann steht der Sieger fest?
Es kann einige Zeit dauern, bis sich ein klares Bild ergibt. Vor vier Jahren lag der Republikaner Mitt Romney gegen halb fünf deutscher Zeit noch vorn, wenig später stand der demokratische Amtsinhaber Barack Obama kurz vor der Wiederwahl. Es wird erwartet, dass die TV-Sender zwischen fünf und sechs Uhr deutscher Zeit einen Sieger ausrufen. In der Wahlnacht 2012 erklärten drei US-Fernsehsender Obama gegen Viertel nach Fünf zum Sieger. In der Wahlnacht ist ein Blick in die sozialen Medien unerlässlich. Vor vier Jahren äußerte sich Obama zuerst über Twitter, als die Auszählungen deutlich auf seine Wiederwahl hindeuteten.

Auf welche Staaten sollte man achten?
In diesem Wahljahr stehen nach Angaben der „Washington Post“ in 15 Staaten spannende und teils sehr enge Rennen bevor. Besonders begehrt sind dabei Florida, North Carolina, Ohio und Pennsylvania, weil diese im Vergleich zu anderen Staaten mehr Wahlmänner und -frauen bestimmen. Diese wählen stellvertretend für das amerikanische Volk den US-Präsidenten und seinen Vize. Jeder Bundesstaat entsendet eine bestimmte Anzahl von Wahlmännern und -frauen, die sich nach der Bevölkerungsgröße des Staates richtet. Insgesamt gibt es 538 Wahlmänner und -frauen. Der Kandidat, der am Ende mindestens 270 der Stimmen auf sich vereinen kann, wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten.


In Utah wird es spannend für Trump

Welche Staaten sind für Donald Trump wichtig?
Trump sollte die Staaten, die der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney vor vier Jahren gewonnen hat – also North Carolina und Arizona – halten. Zudem kommt es auch für ihn auf die sogenannten Swing States oder auch Battleground States an, also auf die Staaten, in denen nicht regelmäßig nur Demokraten oder Republikaner siegen, sondern Mehrheiten auch mal von der einen zur anderen Partei wechseln können. Für Trump wäre es ein Erfolg, wenn er Swing States wie Florida, Ohio und Iowa, die Präsident Barack Obama 2012 gewonnen hatte, für sich entscheiden könnte. Auch in Utah, einem traditionell republikanisch dominierter Staat, wird es für Trump spannend. Dort macht ihm der unabhängige Kandidat Evan McMullin Trump das Leben schwer.

Welche Staaten sind für Hillary Clinton wichtig?
Die Schlüsselfrage für Clinton ist, ob sie ihre sogenannte „blue wall“ halten wird; also in jenen 18 Bundesstaaten gewinnen wird, die seit 1992 bei jeder Präsidentschaftswahl für die Demokraten gestimmt haben. Besonderes Augenmerk liegt auf den drei Staaten an den Großen Seen Pennsylvania, Michigan und Wisconsin. Trump hat sich auf diese drei Staaten konzentriert, aber Clinton hat in den meisten Umfragen geführt. Wenn sie erfolgreich bleibt und nur einen Swing State für sich entscheidet – etwa North Carolina, Florida oder Ohio – , sieht es gut für sie aus.

Wie hoch wird die Wahlbeteiligung sein?
Die Wahlbeteiligung ist in den USA traditionell geringer als in Deutschland. In der Vergangenheit lag sie unterhalb von 60 Prozent. Bei der Abstimmung zwischen Obama und Romney 2012 lag sie bei 54,87 Prozent. Einer der Gründe ist, dass sich die Wähler in den meisten Bundesstaaten zuerst in Wahlregister eintragen lassen müssen. In Staaten wie Florida, Texas, Arizona und Nevada haben sich Latinos in den vergangenen Monaten in Rekordscharen registriert. Damit deutet alles auf eine hohe Wahlbeteiligung hin.

Was wird noch entschieden?
Neben dem Präsidenten werden alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses und ein Drittel der 100 Senatoren gewählt. Im Moment dominieren die Republikaner beide Kammern, die meisten Beobachter erwarten, dass sie ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verteidigen. Im Senat rechnen sich dagegen die Demokraten gute Chancen Haus, die Oberhand zu gewinnen.

Was werden die Kandidaten tun?
Um drei Uhr früh deutscher Zeit schließen die Wahllokale in New York, Heimatstadt und -staat Clintons und Trumps. Beide werden in der Nacht dort sein und auf den Wahlausgang reagieren. Die große Frage ist, ob Trump im Falle eine Sieges Clinton die Niederlage eingestehen wird. ER hat nämlich im Vorfeld immer wieder behauptet, dass die US-Wahlen manipuliert würden – zu seinen Ungunsten. Mit Wahlbetrug in größerem Ausmaß rechnen die Behörden nicht. Experten sehen trotz Trumps Kritik keinen Anlass, an der Gesetzmäßigkeit der Stimmabgaben zu zweifeln. Die Vizekandidaten, der Demokrat Tim Kaine aus Virginia und der Republikaner Mike Pence aus Indiana, wählen dort, wo sie wohnen und treffen später mit Clinton und Trump in New York zusammen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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