US-Versicherungsriese : AIG will mit Cyber-Geschäft in Europa expandieren

US-Versicherungsriese : AIG will mit Cyber-Geschäft in Europa expandieren

, aktualisiert 27. Juni 2017, 16:43 Uhr
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Der US-Konzern will durch solche Policen sein bisher kleines Europa-Geschäft deutlich ausbauen.

von Donata RiedelQuelle:Handelsblatt Online

Der US-Versicherer AIG gibt sich selbstbewusst: Er will mit Policen gegen Cyberangriffe sein Europa-Geschäft deutlich ausbauen. Allerdings haben die Amerikaner selbst turbulente Monate hinter sich.

BerlinFür viele Firmen war der Computervirus „Wanna-Cry“, der im Mai weltweit 200.000 Rechner infiziert hatte, ein Alptraum. Der US-Versicherer AIG sieht ihn jedoch als Beschleuniger für seine Expansion nach Europa und vor allem Deutschland: Denn immer mehr Unternehmen sind an Versicherungen gegen Cyberangriffe interessiert. Der US-Konzern will durch solche Policen sein bisher kleines Europa-Geschäft deutlich ausbauen. „In Deutschland liegt unser Marktanteil um rund ein Prozent. Es gibt also Platz für Wachstum“, sagte AIG-Mitteleuropa-Chef Alexander Nagler dem Handelsblatt. Als eher kleinerer Anbieter in Deutschland könne AIG schneller auf neue Nachfrage reagieren, so Nagler. Gleichzeitig habe man aber die Finanzkraft eines globalen Versicherers hinter sich.

Nach Expertenschätzungen beläuft sich der jährliche Schaden durch Cyberangriffe weltweit auf rund 445 Milliarden US-Dollar. Allein in Deutschland entstehen dadurch Kosten von knapp 60 Milliarden Dollar. Nur ein Bruchteil der deutschen Firmen ist bisher aber gegen Cyberrisiken versichert. Experten sagen ein immenses Wachstum für Versicherungspolicen gegen Angriffe aus dem Netz voraus. AIG will daran teilhaben.

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Im Bereich Cybersecurity besitze AIG deutlich mehr Erfahrung als die europäische Konkurrenz, sagte AIG-Vize Peter Solmssen gegenüber dem Handelsblatt. „In den USA versichern wir seit 1999 Cyberrisiken. Für den deutschen Markt ist Cyber erst seit zwei Jahren ein größeres Thema.“ Tatsächlich ist der europäische Markt bisher klein. Allianz-Vorstand Axel Theis bezifferte das Prämienvolumen zuletzt auf rund 200 Millionen Euro.

Die selbstbewussten Töne der Amerikaner können indes nicht davon ablenken, dass AIG selbst turbulente Monate hinter sich hat. Nach einem überraschenden Verlust von über drei Milliarden Dollar im letzten Quartal 2016 verlangte Großaktionär und Finanzinvestor Carl Icahn die Zerschlagung des Konzerns. Als Konsequenz des Streits musste der damalige Vorstandschef Peter Hancock schließlich gehen. Der US-Großinvestor Warren Buffett half mit einer Kapitalspritze, indem er für zehn Milliarden Dollar dem Konzern Risiken für 20 Milliarden Dollar abkaufte.

Quelle:  Handelsblatt Online
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