US-Wahl 2016 : Durchbruch im slowenischen Portoroz

US-Wahl 2016 : Durchbruch im slowenischen Portoroz

, aktualisiert 18. August 2016, 09:58 Uhr
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Die Frau des Präsidentschaftskandidat Donald Trump wurde in Slowenien geboren. Die Hauptstadt Ljubljana rückt mit dem Wahlkampf immer weiter ins Rampenlicht.

Quelle:Handelsblatt Online

Das Geburtsland von Melania Trump ist in Europa ein beliebtes Touristenziel, wird in den USA aber gerne mit der Slowakei verwechselt. Seit Beginn des Präsidentschaftswahlkampfes hat sich das geändert.

Ljubljana Als Melanija Knavs in den 80er Jahren mit wehendem Rock auf einer Vespa durch Ljubljana kurvte, war die slowenische Hauptstadt noch ein verschlafenes Nest. In den zwei Jahrzehnten, die seitdem vergangen sind, verließ sie ihr Heimatland, nannte sich Melania Knauss und heiratete den amerikanischen Immobilienentwickler Donald Trump. Und Ljubljana wurde zu einem pittoresken Hotspot für Touristen aus aller Welt.

Die Innenstadt wurde inzwischen für den Autoverkehr gesperrt, also könnte Mrs. Trump nicht mehr mit ihrem Roller zu ihrem Lieblingscafé fahren, ganz in der Nähe der Tromstrovje, der Dreifachbrücke über die Ljubljanica. Sie würde auch kaum die zahlreichen Altstadthäuser wiedererkennen, die seit ihrem letzten Besuch saniert wurden.

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Überragt wird die Stadt von einer mittelalterlichen Burg auf einem Hügel nahe der Ljubljanica, die die Stadt durchfließt. Nachts wird die Festung hellgrün angestrahlt, in der traditionellen Farbe der Stadt. Während einer Flussfahrt wird spektakuläre Architektur sichtbar, in den Gassen treten Musiker und Artisten für die Passanten auf. Freitags erwacht das Flussufer zu besonderem Leben, wenn Köche unter freiem Himmel internationale Spezialitäten zubereiten.

Nach der Loslösung von Jugoslawien 1991 wurde Slowenien vor allem für Naturliebhaber als Reiseziel interessant. Das Land verfügt sowohl über einen Zugang zur Adria, als auch über Teile der Alpen. Ausländische Touristen, besonders, wenn sie nicht aus Europa stammen, verwechseln das Land allerdings gerne mit der Slowakei. Aber seit Donald Trump in das Rennen ums Weiße Haus einstieg, stehen mit ihm auch seine Ehefrau und mögliche First Lady sowie deren Heimatland im Rampenlicht.

„Man kann von Melania denken, was man will, aber sie hat Slowenien auf der Weltkarte sichtbar gemacht“, sagt Janez Bosnjak, der in Ljubljana lebt. Geboren wurde sie 1970 in der Industriestadt Sevnica, damals war Slowenien noch Teil des kommunistischen Jugoslawien. Ihrer offiziellen Biografie zufolge machte sie einen Abschluss in Architektur an der Universität von Ljubljana - was in den amerikanischen Medien angezweifelt wurde.

Einer ihrer Kommilitonen war Rok Bogataj. Er erklärt, die spätere Mrs. Trump habe regelmäßig an den Seminaren teilgenommen, aber keinen Abschluss gemacht. „Ich hatte das Gefühl, dass sie ihr Studium ernsthaft abschließen wollte, aber eines Tages war sie einfach verschwunden“, sagt Bogataj. „Wir hörten, dass sie Model werden wollte und nach Mailand gegangen sei.“

Mehr als 2,4 Millionen Touristen besuchten 2014 Slowenien, ein Land mit rund zwei Millionen Einwohnern. Das waren dreimal so viele Besucher wie 1995. Ein Anziehungspunkt nordwestlich der Hauptstadt ist der Bleder See in der Region Oberkrain. In dieser malerischen Landschaft im Grand Hotel Toplice in Bled stellte Melania im Juli 2002 Donald Trump ihren Eltern vor, als das Paar für einen kurzen Besuch in Slowenien weilte. Das war zwei Jahre vor ihrer Verlobung und es wird angenommen, dass Mrs. Trump ihr Heimatland seitdem nicht mehr betreten hat.

In der Nähe von Bled liegen die Ortschaften Piran, wegen seiner farbenfrohen venezianischen Bauten auch „Venedig von Slowenien“ genannt, und der Kurort Portoroz an der Adriaküste. Dort, in Portoroz, nahm das Leben von Melania 1992 eine entscheidende Wende: Mit dem zweiten Platz bei einem Model-Wettbewerb der Modezeitschrift „Jana“ gelang ihr der Durchbruch. Sie wurde eingeladen, an einem Casting für eine internationale Modelagentur in Mailand teilzunehmen.

„Melania war eines der Mädchen, das damals teilgenommen hat“, erinnert sich Bernarda Jeklin, Redakteurin bei „Jana“. „Ich würde nicht sagen, dass sie herausragte. Sie war ruhig, introvertiert. Aber ich erinnere mich an ihre gefährlichen, katzenhaften grünen Augen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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