US-Wahl: Demokraten konzentrieren sich schon auf Kongressmandate

US-Wahl: Demokraten konzentrieren sich schon auf Kongressmandate

, aktualisiert 24. Oktober 2016, 13:08 Uhr
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In seiner Rede ging Obama vor allem auf das Rennen um den offenen Senatorenposten von Nevada ein.

Quelle:Handelsblatt Online

Hillary Clinton hat gegen Donald Trump deutlich an Boden gewonnen. Die Wahlkampfmanagerin des Republikaners hat am Wochenende einen Rückstand eingeräumt. Die Demokraten scheinen bereits siegessicher.

Las VegasZwei Wochen vor der US-Wahl konzentrieren sich die Spitzen der Demokratischen Partei immer stärker auf den Kampf um die Mehrheiten im Kongress. Präsident Barack Obama warb im Wüstenstaat Nevada am Sonntagabend zwar für seine frühere Außenministerin Hillary Clinton als seine Nachfolgerin. In seiner Rede ging er aber vor allem auf das Rennen um den offenen Senatorenposten von Nevada ein. Auch seine Frau Michelle und sein Stellvertreter Joe Biden touren zurzeit durch Staaten, in denen das Rennen zwischen demokratischen und republikanischen Senats-Kandidaten noch unentschieden ist. Im Kampf ums Präsidentenamt hatte Clinton Umfragen zufolge zuletzt gegen Donald Trump an Boden gewonnen. Auch die Wahlkampfmanagerin des Milliardärs räumte einen Rückstand ein.

Am 8. November geht es in den USA nicht nur um den Nachfolger Obamas im Weißen Haus. Auch das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senates werden gewählt, dazu kommen Abstimmungen in den einzelnen Bundesstaaten und Kommunen. Viele Republikaner fürchten, dass Trump die Kandidaten ihrer Partei beschädigt. Selbst eigene Anhänger hatten sich über den Immobilienunternehmer entsetzt geäußert, als ein Video aus dem Jahr 2005 auftauchte, in dem er sich vulgär und sexistisch über Frauen äußert. Danach kündigte der einflussreiche Republikaner Paul Ryan an, sich auf den Kampf um Kongressmandate zu konzentrieren. Die Republikaner haben zurzeit in beiden Kammern die Mehrheit.

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Obama griff am Sonntag etwa den Republikaner Joe Heck an, der im Repräsentantenhaus sitzt und bis zur Veröffentlichung des Videos Trump unterstützte. Er verstehe, dass Heck seine positiven Äußerungen über Trump gerne rückgängig machen wolle. „Aber sie sind auf Band“, sagte Obama. Auch bei einem Spendendiner im kalifornischen La Jolla warb er für den dortigen demokratischen Kandidaten Doug Applegate.

Auch Clinton kündigte am Wochenende an, die Wahlen zum Kongress sowie auf Ebene der Bundesstaaten stärker zu thematisieren. Die demokratische Kandidatin Catherine Cortez Masto appellierte an ihre Anhänger: „Wir können nicht Hillary wählen und ihr dann einen Kongress der Nichtstuer überlassen – der noch nicht einmal versucht, etwas zu verändern.“

Dass sich die Demokraten immer stärker dem Kongresswahlkampf zuwenden, gilt als Hinweis darauf, dass sie die Chancen im Rennen ums Präsidialamt zunehmend optimistisch bewerten. Darauf deuten auch Umfragen hin: Reuters/Ipsos-Erhebungen zufolge führt Clinton vor Trump mit vier Prozentpunkten. Demnach hat die frühere Senatorin derzeit eine Chance von mehr als 95 Prozent, Obamas Nachfolgerin zu werden.

Am Sonntag kritisierte sie ihren Rivalen erneut, weil er bei der letzten Fernsehdebatte nicht verraten wollte, ob er das Wahlergebnis anerkennen wird. In den USA gehört es bei Präsidentenwahlen zur Tradition, dass sich der Unterlegene geschlagen gibt. „Manche Leute sind schlechte Verlierer. Wir dagegen machen einfach weiter“, sagte Clinton auf einer Kundgebung in North Carolina. Trump hatte auch von Wahlmanipulationen gesprochen, dafür aber keine Beweise vorgelegt.

Seine Wahlkampfmanagerin Kellyanne Conway gestand unterdessen den Rückstand ein. „Wir liegen zurück“, sagte sie im Sender NBC. Die Wahlkämpfer wollten sich nun auf Unentschlossene konzentrieren, die Clinton nicht wählen wollten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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