Verbraucherbehörde unter neuer Leitung: Wells Fargo könnte Entschädigungszahlungen entgehen

Verbraucherbehörde unter neuer Leitung: Wells Fargo könnte Entschädigungszahlungen entgehen

, aktualisiert 08. Dezember 2017, 03:14 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Der Leiter der US-Verbraucherbehörde will ausstehende Entscheidungen seines Vorgängers prüfen. Wells Fargo könnte Nutznießer davon sein und Millionenzahlungen meiden. Das Geldhaus hatte Entschädigung bereits angekündigt.

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Wells Fargo muss möglicherweise keine Strafzahlungen leisten: Die Verbraucherbehörde erließ zwar noch unter ihrem früheren Chef Bedingungen für eine Entschädigung. Doch der neue Leiter Mick Mulvaney will die Entscheidungen seines Vorgängers auf den Prüfstand stellen. Mulvaney machte in der Vergangenheit keinen Hehl daraus, dass er die Behörde, die er nun leitet, als „Witz“ empfindet.

WashingtonDas skandalgeplagte US-Geldinstitut Wells Fargo kommt möglicherweise um Millionenzahlungen wegen angeblich unrechtmäßiger Baudarlehen herum. Die US-Verbraucherbehörde CFPB lege eine Millionenforderung an das skandalgeplagte Institut auf Eis, sagten drei Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Wells Fargo hatte im Oktober angekündigt, Hauskäufer zu entschädigen, denen die Bank fälschlicherweise Gebühren berechnet habe, die sich zinsgünstige Darlehen sichern wollten.

Die Behörde hatte im November eine interne Untersuchung der Bank akzeptiert und Bedingungen für eine Entschädigung erlassen. Einem amtierender und zwei ehemaligen CFPB-Mitarbeitern zufolge ist allerdings fraglich, ob es unter dem amtierenden Behördenleiter Mick Mulvaney dabei bleibt. Der von US-Präsident Donald Trump ins Amt gebrachte Republikaner hat angekündigt, ausstehende Entscheidungen seines Vorgängers Richard Cordray auf den Prüfstand zu stellen - dazu zählt auch der Fall Wells Fargo. Der Bank zufolge betrifft der Vorgang rund 100.000 Kreditnehmer.

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Mulvaney hatte sich bereits als Abgeordneter kritisch über die CFPB geäußert, die er unter anderem als „Witz“ bezeichnet hatte. Die Behörde war unter Trumps Vorgänger Barack Obama gegründet worden und hat der Finanzbranche bisher rund zwölf Milliarden Dollar an Entschädigungen und Strafen aufgebrummt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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