Verbraucherschutz: Ganzen Vierteln droht negative Kreditwürdigkeit

Verbraucherschutz: Ganzen Vierteln droht negative Kreditwürdigkeit

, aktualisiert 02. Mai 2016, 16:29 Uhr
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Der Bundesverband der Verbraucherzentralen befürchtet, dass zukünftig ganze Viertel oder Straßenzüge eine negative Kreditwürdigkeit bescheinigt bekommen.

Quelle:Handelsblatt Online

Werden Verbraucher durch die neuen EU-Datenschatz-Standards schlechter gestellt? Der Präsident des Bundesverbands der Verbraucherzentralen meint ja – und findet deutliche Worte für die Bundesregierung.

BerlinVerbraucherschützer fürchten nach der Verabschiedung neuer EU-Datenschutz-Standards Verschlechterungen bei den Bonitätsprüfungen von Kunden. Die EU-Regelungen zum sogenannten Scoring zur Prüfung der Kreditwürdigkeit seien deutlich unbestimmter als die deutschen Vorschriften, kritisierte der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) am Montag. Es drohe, dass künftig bei automatisierten Datenabgleichen auch Forderungen berücksichtigt würden, die umstritten seien. Dann könne die Bonität von Verbrauchern schlechter gestellt werden, auch wenn die Zahlungsaufforderungen haltlos seien.

Zudem fürchten die Verbraucherschützer, die Einstufung der Kreditwürdigkeit könne von der Wohnadresse abhängen. Bislang sei in Deutschland ein Scoring allein aufgrund der Privatanschrift nicht zulässig, sagte vzbv-Expertin Lina Ehrig. „Ganze Viertel oder Straßenzüge bekämen eine negative Kreditwürdigkeit bescheinigt“, warnte sie.

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Das europäische Parlament hat die Datenschutz-Grundverordnung Mitte April beschlossen. Spätestens im Frühsommer 2018 tritt sie in den Mitgliedsstaaten in Kraft. Bis dahin muss sie in nationales Recht überführt werden. Laut vzbv lassen die neuen EU-Regeln den einzelnen Mitgliedsstaaten einen kleinen Ermessensspielraum. Dieser müsse genutzt werden, damit es bei den Bonitätsprüfungen nicht zu Verschlechterungen komme.

„Die Datenschutz-Grundverordnung dreht beim Thema Scoring die Zeit zurück“, sagte vzbv-Chef Klaus Müller. „Die Bundesregierung muss ihr Versprechen, dass unser Datenschutzniveau erhalten bleibt, ernst nehmen und aktiv werden.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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