Verbreitung von vertraulichen Kundendaten : Diese WhatsApp hat 43.000 Euro gekostet

Verbreitung von vertraulichen Kundendaten : Diese WhatsApp hat 43.000 Euro gekostet

, aktualisiert 30. März 2017, 19:04 Uhr
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Schnell verschickte Nachrichten an einen Freund sind einem Investmentbanker zum Verhängnis geworden.

Quelle:Handelsblatt Online

Per WhatsApp mal eben über Kunden lästern und mit dem eigenen Verdienst angeben: Das ist einem Investmentbanker zum Verhängnis geworden. 43.000 Euro muss er nun für eine von ihm verschickte Kurznachricht bezahlen.

Ein ehemaliger Banker muss 43.000 Euro (37.198 Pfund) Strafe bezahlen. Dazu hat ihn die britische Financial Conduct Authority (FCA) verurteilt. Laut der Finanzaufsicht hat er vertrauliche Kundendaten mit einem Bekannten geteilt – per Kurznachrichtendienst WhatsApp. Es ist die erste Strafe, die die FCA für die Nutzung einer Nachrichten-App verhängt.

Christopher Niehaus, ein Geschäftsführer bei der US-amerikanischen Investmentbank Jefferies, hatte Anfang 2016 private Informationen über zwei Klienten per WhatsApp verschickt, teilte die FCA in einer Erklärung am Donnerstag mit. In einem Fall schickte er einem Freund, ebenfalls Jefferies-Kunde, vertrauliche Informationen über einen Deal mit einem Konkurrenten.

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„Die Informationen, die er teilte, beinhalteten die Identität des Kunden, Details über das Mandat und die Gebühr, die Jefferies für ihre Beteiligung an der Transaktion berechnet", schreibt die FCA. „Niehaus gab auch damit ein, dass er seine Hypothek abbezahlen könne, sobald der Deal geschlossen ist.“

Die sensiblen WhatsApp-Nachrichten wurden bekannt im Zuge einer andere Beschwerde gegen Niehaus. Diese veranlasste ihn laut einem Insider dazu, sein Telefon freiwillig an seinen Arbeitgeber Jefferies & Company zu übergeben. Der entdeckte die Nachrichten und machte die FCA auf die Angelegenheit aufmerksam.

Der 49-jährige Niehaus war verantwortlich für europäische Industriekonzerne in der Investmentbank und erhielt in dieser Funktion regelmäßig Insider-Informationen über kommende Deals. Diese verschickte er offenbar teilweise an den besagten Freund und wies ihn unter anderem auf die Gewinnwarnung eines Kunden hin. Dieser stecke „in Problemen“, so Niehaus in einer Nachricht.

Nach einer Suspendierung hat der Banker Jefferies & Company bereits 2016 verlassen. Er gab sein Fehlverhalten gegenüber der SDC zu und erhielt einen Strafrabatt von 15 Prozent. Gegenüber der Aufsichtsbehörde verteidigte sich Christopher Niehaus damit, dass er „nicht wisse“, warum er die sensiblen Informationen herausgegeben hat. Er habe dies nur getan, um seine Freunde „zu beeindrucken“.

Quelle:  Handelsblatt Online
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