Verdi vs. Deutsche Bank: Samstagsarbeit gegen besseren Vorruhestand

Verdi vs. Deutsche Bank: Samstagsarbeit gegen besseren Vorruhestand

, aktualisiert 08. Februar 2017, 14:57 Uhr
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Plastikwesten mit dem Verdi-Logo liegen bereit. Die Gewerkschaft stellt harte Bedingungen für eine Samstagsarbeit bei der Deutschen Bank.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Gewerkschaft wertet die Samstagsarbeit bei Deutschlands größtem Geldhaus als „tarifpolitischen Tabubruch“, will aber zustimmen, wenn Bedingungen erfüllt werden. Die Wunschliste ist sehr umfangreich.

FrankfurtDie Gewerkschaft Verdi stellt harte Bedingungen für ihre Zustimmung zu Samstagsarbeit in den neuen regionalen Beratungscentern der Deutschen Bank. Verdi sei bereit, für die begrenzte Anzahl von gut 400 Mitarbeitern „als Testlauf das Thema Samstagsarbeit zu regeln“, sagte der Bundesfachgruppenleiter Banken der Gewerkschaft, Jan Duscheck, am Mittwoch in Frankfurt. „Wir wollen auf keinen Fall einen Dammbruch in der Finanzbranche.“ Vorstellbar sei eine befristete Vereinbarung für zwei bis drei Jahre.

Von der Deutschen Bank fordere Verdi für diesen „tarifpolitischen Tabubruch“ eine Reihe von Zugeständnissen, der Katalog liege dem Institut seit vergangenen Donnerstag vor: So soll der Einsatz an Samstagen freiwillig sein und auch widerrufen werden können, wenn sich die persönliche Lebenssituation ändert. Zudem verlangt Verdi eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit in den Beratungscentern von 39 auf 36 Stunden. Für alle Beschäftigten der Bank soll eine günstigere Vorruhestandsregelung wieder in Kraft gesetzt werden.

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In den Beratungscentern der Deutschen Bank sollen sich Kunden auch an Samstagen von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr zu Finanzfragen informieren können - per Telefon, Video und Chat. Das erste dieser Center gibt es seit 31. Januar in Wuppertal. Bis April sollen weitere in Berlin/Leipzig, Mannheim, München, Essen, Hamburg und Mainz folgen.

Der Flächentarifvertrag für die Branche schließt Samstagsarbeit aus. Bis Ende März werde die Gewerkschaft Samstagsarbeit in den Centern dulden, sagte Duscheck - und signalisierte zugleich Kompromissbereitschaft: „Wenn sich eine Einigung abzeichnet, würden wir nicht hart auf einer Stichtagsregelung bestehen.“

Ein weitere Forderung der Gewerkschaft: Die 18.000 Beschäftigten der Postbank und der Bausparkasse BHW sollen für sechs Jahre vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt werden. Neben der Verlängerung des Kündigungsschutzes bis 2022 fordern die Tarifkommissionen von Verdi eine Gehaltserhöhung um fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, wie die Gewerkschaft am Mittwoch mitteilte. Der bisherige Kündigungsschutz läuft im Juni 2017 aus. Die Tarifverhandlungen beginnen am 6. April in Bonn.

Es gehe darum, die Verunsicherung der Postbank-Beschäftigten zu mindern, sagte Verhandlungsführer Christoph Meister. „Selbst nach Monaten der Unsicherheit wissen sie noch nicht, ob es zu einem Verkauf, einem Börsengang oder einer Reintegration in die Deutsche Bank kommen wird.“ Das lähme das Unternehmen und wirke sich negativ auf das Geschäft aus. Der Personalabbau habe „seine Grenzen erreicht, wenn nicht sogar überschritten“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Meister.

Quelle:  Handelsblatt Online
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