Volks- und Raiffeisenbanken: Mehr Kundeneinlagen, weniger Gewinn

Volks- und Raiffeisenbanken: Mehr Kundeneinlagen, weniger Gewinn

, aktualisiert 06. Juli 2016, 11:48 Uhr
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Die Bilanzsumme der genossenschaftlichen Finanzunternehmen wächst, der Gewinn nicht.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Volks- und Raiffeisenbanken und ihre Spitzeninstitute beklagen einen Gewinnrückgang. Der Überschuss fällt unter die 10-Milliarden-Euro-Schwelle. Und die Prognose lautet: Es wird weiter abwärts gehen.

FrankfurtDie Genossenschaftsbanken in Deutschland erwarten nach einem Vorsteuergewinn von fast zehn Milliarden Euro 2015 im laufenden Jahr mehr Gegenwind. Das anhaltend niedrige Zinsniveau und die steigenden regulatorischen Kosten drücken 2016 auf die Zahlen, wie Andreas Martin, Vorstandsmitglied des Branchenverbands BVR, am Mittwoch in Frankfurt sagte. „Insgesamt wird sich der leichte Ergebnisrückgang im Jahr 2016 fortsetzen.“

Im vergangenen Jahr ging der Vorsteuergewinn der genossenschaftlichen Finanzgruppe um acht Prozent auf 9,8 Milliarden Euro zurück – unter anderem, weil die Institute mit ihren Finanzanlagen weniger verdienten. Zudem stiegen die Kosten, besonders fürs Personal. Eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank könnte den Abwärtsdruck auf die Finanzanlagen mindern. Und tatsächlich glaubt BVR-Präsident Uwe Fröhlich, dass es 2017 „Spielräume für eine weniger expansive Geldpolitik“ gebe. Doch es gibt ein großes Aber. Denn die Einschätzung zur Geldpolitik gelte nur, „wenn es gelingt, den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU in einem geordneten Rahmen abzuwickeln.“

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Zur genossenschaftlichen Finanzgruppe gehören neben den gut 1000 Volks- und Raiffeisenbanken unter anderem die Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ Bank, die MünchenerHyp sowie die Sparda und PSD Banken. Die konsolidierte Bilanzsumme der Institute, die rund 188.000 Beschäftigte haben, kletterte im vergangenen Jahr um gut zwei Prozent auf 1,16 Billionen Euro.

Auch im ersten Quartal 2016 seien die Genossenschaftsbanken im Kredit- und Einlagengeschäft gewachsen und hätten der Konkurrenz Marktanteile abgenommen, erklärte BVR-Vorstand Martin.

Der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU wird die Konjunktur nach Einschätzung der BVR belasten, den Aufschwung in Deutschland aber nicht gefährden. Für 2017 senkte der BVR seine Wachstumsprognose für Deutschland um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent. BVR-Präsident Uwe Fröhlich forderte, Europa müsse nach der Brexit-Entscheidung auf mehr Subsidiarität zu setzen.

„Mit dem Verzicht auf die von der EU-Kommission vorgeschlagene Vergemeinschaftung der Einlagensicherung EDIS könnte die europäische Politik ein deutliches Signal setzen und die Verantwortung der einzelnen Mitgliedsstaaten stärken“, so Fröhlich.

Quelle:  Handelsblatt Online
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