Volksbanken: Warum die Genossen keine Angst vor Fintechs haben

Volksbanken: Warum die Genossen keine Angst vor Fintechs haben

, aktualisiert 13. April 2016, 20:12 Uhr
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Mit der virtuellen Beraterin Vroni wollen die Genossenschaftsbanken digital vorne mit dabei bleiben.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Der IT-Dienstleister der Genossenschaftsbanken fürchtet die Konkurrenz durch Fintechs nicht – und geht selbst neue Wege in der Digitalisierung des Geschäfts. Zum Beispiel mit Vroni, einer virtuellen Bankassistentin.

KarlsruheFür Banken ist es derzeit besonders wichtig, die Digitalisierung ihres Geschäfts voranzutreiben. Junge Finanztechnologiefirmen, Fintechs genannt, drängen in den Markt und versuchen, den etablierten Geldhäusern Geschäft und Kunden abspenstig zu machen.

Der IT-Dienstleister der Volks- und Raiffeisenbanken, Fiducia GAD, zeigt sich optimistisch, dass die Branche den Veränderungen gewachsen ist: Er habe „überhaupt keine Angst“ vor Fintechs, sagte Klaus-Peter Bruns, Chef von Fiducia GAD. Sie hätten gute Ideen und gäben Impulse, aber isoliert baue man keine Lösungen. Man könne sich vielmehr bei den Fintechs viel abschauen. „Wir haben kein Geschwindigkeits- oder Mengenproblem gegenüber Fintechs“, betonte er.

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Der Fiducia-GAD-Chef sieht vielmehr eine andere Gefahr: Er habe die Sorge, dass bei Fintechs eine Blase entstehe. Er frage sich, ob hinter den Ansätzen der Firmen immer tragfähige Geschäftsmodelle stünden, so Bruns. Zugleich allerdings müsse auch der IT-Dienstleister viele neue Projekte testen – wobei einer großer Teil davon letztlich nicht umgesetzt werde.

Als ein Beispiel für die eigene Innovationskraft wirbt der Dienstleister Fiducia GAD momentan auf seiner jährlichen IT-Messe für eine virtuelle Bankberaterin. Wie sich die Aktien des Autobauers Daimler entwickelt haben? Für Vroni, so heißt die Beraterin, ist so eine Auskunft kein Problem – und sie stellt auch selbst gerne Fragen: „Möchten Sie neue Perspektiven haben?“, begrüßt Vroni den Bankkunden. Wer will, der tippt, wie auf einem Riesentablet, auf „Immobilien“, „Angebote“ oder „Kontakt“.

Obendrein: Vroni kann man sehen, in Lebensgröße. Auf einem überdimensionalen Bildschirm steht sie, dargestellt von einem Model, vor den Bankkunden. Der Kunde kann per Wischbewegung zum Beispiel auf „Immobilien“ gehen und sieht erst Immobilien, dann Finanzierungsangebote.

Womöglich gibt es Vroni tatsächlich bald in Filialen von Volks- und Raiffeisenbanken. Finden viele der Bankvertreter Vroni gut, wird Fiducia GAD das Projekt weiterentwickeln. Falls das ist so ist, wird künftig neben Vroni auch Vranz, so der Arbeitstitel, den Kunden zum Beispiel Immobilien zum Mieten und Kaufen zeigen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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