VW-Konzernchef Müller zum Brexit: „In zehn Jahren werden die Briten das Ausscheiden bitter bereuen“

VW-Konzernchef Müller zum Brexit: „In zehn Jahren werden die Briten das Ausscheiden bitter bereuen“

, aktualisiert 24. Juni 2016, 16:52 Uhr
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Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender des Konzerns, warnt die Briten vor den Folgen der Brexit-Entscheidung.

Quelle:Handelsblatt Online

Volkswagen-Chef Matthias Müller bedauert die Brexit-Entscheidung. Zugleich warnt er die Briten vor den Konsequenzen. Drei Fragen und drei Antworten zum EU-Austritt Großbritanniens.

Die Briten haben den Brexit beschlossen. Wie sehen Sie die gesamte wirtschaftliche Lage, das „Big Picture“?
Ich bin Europäer und Volkswagen ist auch europäisch. Aus meiner Sicht ist es ein großes Problem, dass die Briten nun mehrheitlich für den Brexit abgestimmt haben. Ich bin sicher, dass sie das Ausscheiden aus der EU in zehn Jahren bitter bereuen werden. Ich sehe das auch unabhängig von VW. Der europäische Gedanke leidet einfach durch die Abstimmung in Großbritannien. Nun muss Europa einen kühlen Kopf bewahren und daran arbeiten, die Folgen einzudämmen.

Haben Sie Sicherheitsvorkehrungen im Unternehmen getroffen?
Wir haben die Situation im Vorfeld natürlich genau beobachtet und bewertet. Wir werden nun eng mit unseren britischen Gesellschaften zusammenarbeiten, an denen wir unverändert festhalten. Es ist zu früh, alle Auswirkungen auf die Aktivitäten des Unternehmens zu bewerten. Vorort werden wir mit der britischen Regierung sowie der Automobilindustrie zusammenarbeiten, um eine positive Zukunft für unser Unternehmen sicherzustellen.

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Wir müssen jetzt abwarten, wie es weiter geht. Ich kann aber sagen, dass wir als globales Unternehmen, das in vielen unterschiedlichen internationalen Märkten agiert, so gut aufgestellt sind, um uns an sich verändernde wirtschaftliche und politische Umstände anzupassen. Großbritannien ist aber natürlich ein bedeutender Markt für die Volkswagen AG, der zweitgrößte in Europa sowie wichtiger Produktions- und Investitionsstandort durch die britische Konzernmarke Bentley Motors im Nordwesten Englands.

Warum gelingt es nicht, das europäische Projekt besser zu verkaufen? Was wünschen Sie sich von der Politik?
Europa müsste sich wirklich zu einem kompakten Wirtschaftsraum entwickeln, der sich gegenüber den USA und China behaupten kann. Irgendwie haben wir es nicht geschafft, dem viel entgegenzusetzen. Wir sind in Europa viel zu sehr mit uns selbst beschäftigt und haben die globalen Themen nicht im Blick. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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