Wachsender Methan-Ausstoß: Forscher warnen vor klimaschädlichem Rindvieh

Wachsender Methan-Ausstoß: Forscher warnen vor klimaschädlichem Rindvieh

, aktualisiert 27. März 2017, 12:23 Uhr
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In ihrem Verdauungstrakt produzieren Rinder das Treibhausgas Methan.

Quelle:Handelsblatt Online

Rinder sind nicht besonders umweltfreundlich: Sie rülpsen große Mengen Methan aus, das als Treibhausgas den Klimawandel befeuert. Forscher warnen, dass der klimaschädliche Einfluss der Tiere kräftig steigen könnte.

FrankfurtDie von Rindern produzierte Menge des Treibhausgases Methan könnte in den nächsten Jahren deutlich steigen. Zum einen nehme die von einzelnen Tieren freigesetzte Methanmenge zu, zum anderen würden wegen des steigenden Fleischbedarfs immer mehr Rinder gehalten, erklären Wissenschaftler im Fachjournal „Biogeosciences“.

Derzeit werden weltweit etwa 1,5 Milliarden Rinder gehalten. Ein Rind stößt täglich etwa 150 bis 250 Liter Methan aus. Als Treibhausgas ist Methan in der Atmosphäre 25 Mal so wirksam wie der bekannte „Klimakiller“ Kohlendioxid. Das Gas entsteht, wenn organisches Material unter Luftausschluss abgebaut wird – wie etwa Gras im Verdauungssystem einer Kuh.

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In Deutschland ist die Land- und Forstwirtschaft eine bedeutsame Methan-Quelle, insbesondere die Massentierhaltung. Auch in Klärwerken und Mülldeponien entsteht das Gas. In anderen Ländern werden beim Nassreisanbau große Mengen Methan freigesetzt.

Die Forscher, zu denen Peter Manning vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt gehörte, gehen davon aus, dass der Methan-Ausstoß jeder Kuh bis 2050 im Mittel um bis zu 4,5 Prozent steigen könnte. Ursache sei der im Zuge des Klimawandels vielfach sinkende Nährwert von Futterpflanzen. Untersuchungen zufolge hätten sie in wärmeren Gebieten häufig einen geringeren Nährwert als in kühleren. Die Rinder müssen zum Ausgleich mehr davon fressen und verdauen länger, was wiederum zur verstärkten Bildung von Methan führt.


4,7 Gigatonnen Kohlendioxid

„Wenn man jetzt noch bedenkt, dass die Viehbestände drastisch steigen werden, könnte Vieh im Jahr 2050 Methan in einer Menge emittieren, die dem Erwärmungspotenzial von 4,7 Gigatonnen Kohlendioxid entspricht“, erklärte Manning zu der Modellrechnung. „Das wäre ein über 70 Prozent höherer Wert als zum gegenwärtigen Zeitpunkt.“

Der Forscher plädiert dafür, nährstoffreichere Pflanzen zu kultivieren und die Viehhaltung in jenen Regionen zu begrenzen, die sich am schnellsten erwärmen. „Es ist aber auch wichtig, den individuellen Fleischkonsum zu reduzieren.“

Auf die gesamten Treibhausgasemissionen bezogen machen wiederkäuende Rinder allerdings nur einen kleinen Teil der Quellen aus: Laut Daten des Umweltbundesamtes sind Ackerbau und Viehzucht in Deutschland zusammengenommen für etwa sieben Prozent der Emissionen verantwortlich. Den stärksten Einfluss haben der Energiesektor, Industrieprozesse und der Verkehr.

Quelle:  Handelsblatt Online
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