Währungspolitik: G20 wollen sich gegen Risiken absichern

Währungspolitik: G20 wollen sich gegen Risiken absichern

, aktualisiert 27. Februar 2016, 10:25 Uhr
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epa05183071 Officials take their positions a family photo of G20 Finance Ministers and Central Bank Governors Meeting at the Pudong Shangri-la Hotel in Shanghai, China, 27 February 2016. Finance officials from G20 member countries are meeting in Shanghai from 26 to 27 February, aiming to formulate reforms for economic growth and strengthen cooperation. (Front L-R) Germany's Federal Bundesbank Jens Weidmann, International Monetary Fund Managing Director Christine Lagarde, Organization for Economic Co-operation and Development (OECD) Secretary General Jose Angel Gurria, US Federal Reserve Board Chair Janet Yellen and British Chancellor of the Exchequer George Osborne. (Second row L-R) Indonesian Finance Minister Bambang Brodjonegoro, Bank of Indonesia Governor Agus Martowardojo, Saudi Arabia Finance Minister Ibrahim Abdulaziz Alassaf, Saudi Arabian Monetary Agency Governor Fahad Abdullah A. Almubarak and Bank of England Governor Mark Carney. (Third row L-R) Unidentified official, Bank of Japan Governor Haruhiko Kuroda, Banco Central de la Republica Argentina President Federico Sturzenegger, Central Bank of Brazil President Alexandre Tombini and Bank for International Settlements General Manager Jaime Caruana. EPA/ROLEX DELA PENA/POOL +++(c) dpa - Bildfunk+++

Quelle:Handelsblatt Online

Die G20 malen ein graues Bild der aktuellen Lage in der Weltwirtschaft. Neben dem lahmenden Wachstum bereiten ihnen die vielen Risiken Sorgen. Nun wollen sie sich für den Fall wappnen, dass diese Risiken Realität werden.

ShanghaiDie führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) wollen nach den kräftigen Wechselkursschwankungen der vergangenen Monate enger in der Währungspolitik zusammenarbeiten. „Wir werden uns eng abstimmen in Hinblick auf die Devisenmärkte“, hieß es in der Abschlusserklärung eines G20-Finanzministertreffens in Shanghai, die der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag vorab vorlag. Die Länder wollen dabei ausdrücklich keine Zielmarken für die jeweiligen Wechselkurse setzen, mit denen Vorteile im Handel erlangt werden könnten. Sie erneuerten ihre Zusage, sich keine Abwertungswettläufe liefern zu wollen. Um das Wachstum dauerhaft zu stärken setzen die G20 vorrangig auf Strukturreformen, die sie beschleunigen wollen.

Die G20 malten ein graues Bild der aktuellen Lage in der Weltwirtschaft. Das Wachstum bleibe hinter den Zielsetzungen zurück und sei sehr ungleichmäßig, hieß es in der Erklärung. Hinzu kämen wachsende Risiken. Dazu zählen die G20 die Möglichkeit eines Ausstieges Großbritanniens aus der EU (Brexit) und die Flüchtlingsströme in mehreren Regionen der Welt, darunter auch Europa. Belastend seien auch die geopolitische Krisenherde, etwa in Nahost, sowie der Einbruch von Rohstoffpreisen wie beim Öl. Die Sorge, dass die jüngsten Abwärtsrevisionen bei den weltweiten Wachstumsraten noch nicht das Ende darstellten, sei gestiegen.

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Was allerdings die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten angehe, so ständen die nicht im Einklang mit den tatsächlichen Entwicklungen, hieß es weiter. Große und ungeordnete Schwankungen an den Devisenmärkten werden als Gefahr für die finanz- und wirtschaftspolitische Stabilität eingestuft.

Die G20 wollen gewappnet sein, um zu reagieren, wenn Risiken für die Weltwirtschaft Realität werden. „Wir werden weiterhin Politik-Optionen prüfen, die die G20 nutzen könnte, um gegebenenfalls Wachstum und Stabilität zu unterstützen“, versicherten sie in ihrer Abklärung. Von etwaigen neuen Konjunkturprogrammen, wie sie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Shanghai erneut ablehnte, ist allerdings nicht die Rede.

Die G20-Staaten wollen mehr tun, um das weiterhin relativ gemächliche Wachstum anzukurbeln. Dabei geht es den großen Industrie- und Schwellenländern vor allem darum, die schon beschlossenen Strukturreformen schneller umzusetzen, um auf einen dauerhaft höheren Wachstumspfad zu kommen. „Die Geldpolitik alleine kann nicht zu einem nachhaltigen Wachstum führen“, heißt es in der Erklärung. Sie werde aber weiterhin die Konjunktur stützen. Auch mit der Finanzpolitik wollen die G20 dieses Ziel verfolgen. Die Steuer- und staatliche Ausgabenpolitik solle so wachstumsfreundlich wie möglich ausfallen und die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern.

Die G20 erneuerte ihr Bekenntnis zu den Reform-Zielen ihres Gipfels 2014 im australischen Brisbane. Danach soll mit einer Fülle von Reformmaßnahmen das weltweite Wachstum binnen fünf Jahren auf einen um zwei Prozent höheren Zuwachspfad geführt werden. Allerdings sind derzeit gerade die Hälfte der damals versprochenen über 800 nationalen Reformmaßnahmen umgesetzt worden, wie aus G20-Kreisen verlautete.

Quelle:  Handelsblatt Online
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