Wahlen in den Niederlanden: Holland in Not?

Wahlen in den Niederlanden: Holland in Not?

, aktualisiert 15. März 2017, 12:09 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Auch wenn der Ausgang der heutigen Wahlen in den Niederlanden die Stimmung für das restliche Wahljahr in Europa setzen könnten, lassen sich die Holländer ihren Humor nicht nehmen.  

AmsterdamNoch ist fast völlig unklar, wie die europaweit bedeutende Holland-Wahl ausgeht. Die großen Parteien liegen laut der letzten Erhebungen dicht an dicht. Allerdings hat es in den aktuellen Umfragen einen Tag vor der heutigen Wahl, einen messbaren Umschwung gegeben: Demnach soll der Rechtspopulist Geert Wilders mit seiner Islam- und Europafeindlichen Freiheitspartei PVV, auf nur noch 13 Prozent kommen. Im Dezember lag er noch bei 20 Prozent.

Regierungschef Mark Rutte von der rechtsliberalen VVD, würde den Umfragen zufolge zwar deutlich verlieren und die sozial-liberale Koalition mit den Sozialdemokraten platzen. Doch er kann inzwischen mit fast 20 Prozent gegenüber den zuvor erfragten 16 Prozent zulegen. Wie valide diese Zahlen sind oder ob die Meinungsforscher kapital daneben liegen, zeigt sich nach Schließung der Wahllokale um 21 Uhr. Dann werden für die 28 antretenden Parteien Exit-Polls und Hochrechnungen veröffentlicht.

Anzeige

Derweil machen sich die Holländer selbst einen Spaß aus der Wahl: Seit den frühen Morgenstunden standen Menschen vor den „Stembureaus“, den Wahllokalen, um als erster an den Stembus, die Wahlurne, zu kommen und dann Selfies von sich zu verschicken.

Offiziell eröffneten die Stimmbezirke um 7.00 Uhr. Doch in der 35.000 Einwohner zählenden Gemeinde Castricum in der Provinz Nordholland machte ein Wahllokal bereits um 0.00 Uhr - im Blumenladen im Bahnhof. 97 Wähler gaben bereits in der ersten Stunde ihre Stimmen ab.

Premier Rutte gab um 9.54 Uhr in der Hauptstadt Den Haag seinen mehrere Din A4 Seiten umfassenden Stimmzettel ab. Da war sein ärgster Rivale längst fertig: Unter gigantischen Medienaufgebot mit TV-Teams vom halben Globus warf Rechtsausleger Wilders seinen Wahlzettel in die graue Urne - natürlich wieder in seinem tintenblauen Sakko.


Seine Partei ist für ihn schon jetzt der Gewinner der Niederlande. Auch wenn es seine Freiheitspartei PVV nicht schaffe, stärkste politische Kraft zu werden, werde dies keine Niederlage sein, sagte er am Mittwoch kurz nach seiner Stimmabgabe an einer Grundschule in Den Haag.
„Wir haben dieser Wahl unseren Stempel aufgedrückt. Jeder redet über unsere Themen“, erklärte er mit Blick auf die Debatten über Migration und den Islam. Der Wahlkampf sei großartig gewesen und der Einfluss seiner Partei nahezu täglich gewachsen.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%