Warenverkehr im Fokus: Der Exportmotor stottert

Warenverkehr im Fokus: Der Exportmotor stottert

, aktualisiert 06. November 2016, 08:44 Uhr
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Mit anderen Banken wurde eine Studie zu Exportaussichten aufgelegt.

von Florian FlickeQuelle:Handelsblatt Online

Schwache Schwellenländer und mögliche Unsicherheiten drohen, die internationale Expansion wieder zu hemmen. Das wollen mehrere Banken in einer gemeinsamen Studie herausgefunden haben.

DüsseldorfDer deutsche Mittelstand ist ein Synonym für Globalisierung. Doch seit Kurzem gerät die Auslandsaktivität mittelständischer Unternehmen ins Stottern – von der Öffentlichkeit noch weitgehend unbemerkt. Das Engagement deutscher Firmen fernab der eigenen Landesgrenzen ist im Frühjahr dieses Jahres zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen.

Mittlerweile sind nur noch 53,7 Prozent der befragten Unternehmen im Ausland tätig – ob als Exporteure, Importeure, im Rahmen eines Joint-Venture mit einem Partner, einer Kooperation oder einem eigenen Produktionsstandort. Vor einem Jahr waren es noch 57,4 Prozent. Das geht aus einer Studie von DZ Bank, WGZ Bank und des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hervor, für die 1500 Unternehmen befragt wurden.

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„Verantwortlich für diesen Rückgang dürfte die Schwäche der Schwellenländer sein“, heißt es in der Untersuchung. Allein die Ausfuhren deutscher Güter nach China sind 2015 um knapp vier Prozent zurückgegangen. Dadurch ist China in der Rangliste der Exportländer auf Rang fünf abgerutscht. Gegen den Trend stemmt sich immerhin der Mittelstand aus Ostdeutschland: Die Zahl der auslandsaktiven Unternehmen stieg von 41,5 Prozent auf 45,3 Prozent, so die Studie.

Doch nicht nur auf Schwellenmärkten läuft es derzeit schlecht. Auch der Brexit, der drohende Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union, belastet die Firmenchefs. Jedes dritte Unternehmen erwartet, dass bürokratische Hemmnisse im Geschäft mit Großbritannien im Brexit-Fall zunehmen würden. Zudem würde das Vereinigte Königreich für jedes fünfte Unternehmen aufgrund der Zölle als Markt uninteressant.

Die Studie ergab zudem, dass Banken bei der Auslandsexpansion für den Mittelstand nicht nur reine Finanzierer, sondern primär gefragte Ratgeber sind. 40 Prozent der Unternehmer wünschen sich von ihrer Bank Aufklärung über die lokale Wettbewerbssituation im Ausland. Auf den nächsten Plätzen folgen die Vernetzung mit Partnern vor Ort, Informationen über die rechtlichen Bedingungen sowie Hilfe bei bürokratischen Hemmnissen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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