Wegen Ad-hoc-Verstößen: Bafin verdonnert Deutsche Bank zu 550.000 Euro Strafe

Wegen Ad-hoc-Verstößen: Bafin verdonnert Deutsche Bank zu 550.000 Euro Strafe

, aktualisiert 12. Mai 2017, 12:12 Uhr
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Weil das Kreditinstitut bei Pflichtmitteilungen für Anleger geschludert hat, haben die Finanzaufseher die Deutsche Bank zu einem Bußgeld verdonnert.

von Yasmin OsmanQuelle:Handelsblatt Online

Weil die Deutsche Bank bei Pflichtmitteilungen für Anleger patzte, hat die Finanzaufsicht Bafin eine Geldstrafe von 550.000 Euro verhängt. Mit dieser Summe hat das Geldhaus noch Glück im Unglück.

FrankfurtGemessen an den hohen Geldstrafen aus anderen Verfahren geht es diesmal für die Deutsche Bank um die sprichwörtlichen „Peanuts“: 550.000 Euro soll das Kreditinstitut zahlen, weil es bei Pflichtmitteilungen, so genannten Ad-hoc-Mitteilungen, geschludert hatte. Mit diesen Mitteilungen werden Anleger über wichtige, für den Aktienkurs relevante Entwicklungen im Konzern informiert.

Dabei ging es vor allem um die Kommunikationspolitik der Bank im Zusammenhang mit dem Wechsel an der Führungsspitze im Juni 2015. Damals wurde bekannt, dass der Brite John Cryan die Doppelspitze von Anshu Jain und Jürgen Fitschen ersetzen würde. Die Bafin und die Deutsche Bank bestätigten am Freitag einen entsprechenden Bericht der „Wirtschaftswoche“.

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„Bezüglich der im Juni 2015 veröffentlichten Ad-hoc-Mitteilung zum CEO-Wechsel erfolgte die Mitteilung der Gründe der Selbstbefreiung an die Bafin zu spät“, teilte die Behörde mit. In diesem sowie in drei weiteren Ad-hoc-Verfahren habe die Bafin gegen die Deutsche Bank eine Gesamtgeldbuße in Höhe von 550.000 Euro festgelegt. Insgesamt ging es um vier Verstöße bei drei Ad-hoc-Mitteilungen. Wenn eine Aktiengesellschaft eine wichtige Information erst mit zeitlicher Verzögerung meldet, muss sie der Bafin erklären, warum sie sich von der Ad-hoc-Pflicht „befreit“ hat.

Im Fall des Chef-Wechsels kam diese Begründung also zu spät an. In einem der anderen Fälle war die Bafin nach Handelsblatt-Informationen allerdings auch nicht vollständig zufrieden mit den Begründungen, die die Bank für eine Selbstbefreiung geliefert hatte. Weder Bank noch Bafin wollten sich dazu äußern.

Mit der Geldbuße hatte die Deutsche Bank noch Glück im Unglück: Die Festsetzung der Bußgeldhöhe erfolgte laut Bafin nach altem Recht. Das ist wichtig, weil die Bankenaufseher seit einer Gesetzesnovelle weitaus empfindlichere Geldstrafen verhängen können. Mit anderen Worten: Hätten die Ad-hoc-Verstöße zu einem späteren Zeitpunkt stattgefunden, wäre die Bank wohl zu einer deutlich höheren Strafe verdonnert worden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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