Weißes Haus: Angst vor der Cyberschlacht am Wahltag

Weißes Haus: Angst vor der Cyberschlacht am Wahltag

, aktualisiert 04. November 2016, 03:58 Uhr
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Die US-Regierung fürchtet Cyber-Angriffe mit Moskaus Segen.

von Franziska Bluhm und Martin DowideitQuelle:Handelsblatt Online

Einem US-Fernsehbericht zufolge fürchtet die amerikanische Regierung eine Cyber-Attacke am 8. November, dem Tag der Präsidentschaftswahl. Demnach sind mehrere Varianten eines Angriffs denkbar. Ursprungsland sei Russland.

WashingtonVor einem Monat positionierten sich die US-Geheimdienste: Die Hacks von E-Mail-Konten wie denen der Demokratischen Partei seien von der russischen Regierung angeleitet worden. Dessen sei sich die Gemeinschaft der Geheimdienste sicher. Seit Wochen veröffentlicht etwa die Enthüllungsplattform Wikileaks regelmäßig E-Mails aus der jüngeren Vergangenheit von John Podesta, dem Wahlkampf-Chef der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Wikileaks-Gründer Julian Assange hat Verbindungen zur russischen Regierung in einem Interview zurückgewiesen.

Laut einem Bericht des US-Fernsehsenders NBC glaubt die US-Regierung nun jedoch an weitere Attacken, die den Wahlkampf beeinflussen könnten. Die Aufmerksamkeit gilt vor allem dem Wahltag am 8. November und als mögliches Ursprungsland gilt Russland – aber auch andere Angreifer werden nicht ausgeschlossen. Das Weiße Haus und das Heimatschutzministerium bereiteten die Verteidigung gegen mögliche Cyber-Angreife vor, so der Sender.

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Mehrere Szenarien werden demnach für möglich gehalten. Russland oder andere Parteien könnten ...

... kurz vor dem Wahlgang möglicherweise gefälschte Informationen über einen der Präsidentschaftskandidaten in sozialen Netzwerken veröffentlichen

... einen Angriff auf technische Infrastruktur wie Stromnetze oder Internetverbindungen starten

... eine Störung der Stimmzählung (durch Fehlinformationen)

Die Russen würden „so viel Verwirrung streuen wollen wie möglich und den [Wahl-]Vorgang auf eine Art und Weise stören, wie sie es an anderer Stellte gemacht haben“, zitiert der Sender einen Mitarbeiter der Regierung. Daher bereiteten sich die Behörden Abwehrmechanismen vor und wollten sicherstellen, dass Kommunikationskanäle auch in Notfällen aufrecht erhalten bleiben können.


Wikileaks mit großem Einfluss

Elektronische Terminals, an denen die Stimmenabgabe möglich ist, sind nicht mit dem Internet verbunden, und auch die dezentrale Organisation der Wahl erschwert elektronische Attacken auf die Stimmenauszählung oder die Übermittlung von Ergebnissen. Ein Vorfall im Oktober, als ein massiver Angriff kurze Zeit den Zugriff auf Websites wie Amazon oder Twitter unmöglich machte, werde von den Behörden als Warnung wahrgenommen.

Welche Auswirkungen alleine E-Mail-Enthüllungen auf den Wahlkampf haben können, hat Wikipedia bereits unter Beweis gestellt. War Hillary Clinton über Fragen im TV-Duell im Vorfeld informiert? Welchen Einfluss hatte Google-Chef Eric Schmidt auf Clintons Wahlkampfkampagne? Und wie viel Einfluss hat ein ukrainischer Geldgeber auf die Clinton-Stiftung? Zu all diesen Fragen hat die Enthüllungsplattform in den vergangenen Tagen neue Details veröffentlicht. Sie stammen aus den so genannten „PodestaEmails“. Deren Veröffentlichung in der vergangenen Woche haben den Präsidentschaftswahlkampf noch einmal kräftig durcheinander gewirbelt.

Seit Monaten mischt Wikileaks und deren Kopf Assange kräftig mit. Nicht nur, dass die Dokumente auf der Plattform veröffentlicht werden, über den eigenen Twitter-Account (@wikileaks) werden stündlich neue Details beschrieben. Gezielt werden bestimmte Informationen an Medien wie „Fox News“ oder „Russian Today“ weitergegeben, die diese dann „exklusiv“ weiterverbreiten.

Und Assange greift Hillary Clinton immer wieder auch persönlich an. Mal bezeichnet er sie als „gefährlich“, erst am Donnerstag ließ er sich bei „Russia Today“ mit den Worten „Ich bemitleide Hillary Clinton“ zitieren. Der Spruch entstammt aus einem Interview, dass in Gänze am 5. November, also drei Tage vor der Wahl, veröffentlicht werden soll.

Quelle:  Handelsblatt Online
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