WHO-Studie: Luftverschmutzung in Städten gefährlich hoch

WHO-Studie: Luftverschmutzung in Städten gefährlich hoch

, aktualisiert 12. Mai 2016, 14:42 Uhr
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Schlechte Luft macht Menschen krank. In vielen Großstädten wie hier im chinesischen Harbin ist die Luftqualität extrem schlecht.

Quelle:Handelsblatt Online

Was Menschen einatmen, kann sie töten. Vor allem in städtischen Regionen armer Länder wachsen die Gefahren durch Luftverschmutzung, wie eine aktuelle WHO-Studie zeigt. Doch es gibt auch positive Entwicklungen.

GenfImmer mehr Stadtbewohner sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO durch Luftverschmutzung gefährdet – vor allem in ärmeren Ländern. An den Folgen würden jedes Jahr Millionen Menschen vorzeitig sterben, warnte die UN-Sonderorganisation am Donnerstag in Genf bei der Vorlage einer Studie. Insbesondere in den armen Staaten sei das Risiko von Herzinfarkten, Lungenkrebs und chronischen Atemwegserkrankungen größer geworden.

Laut der Studie stieg die Luftverschmutzung weltweit zwischen 2008 und 2013 insgesamt um acht Prozent – allerdings bei zugleich deutlichen Verbesserungen in einigen Ländern. Mehr als 80 Prozent der Einwohner von Städten, in denen die Luftqualität kontrolliert wird, seien Belastungen oberhalb der WHO-Grenzwerte ausgesetzt.

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Besonders betroffen sind der Studie zufolge die urbanen Zentren in Entwicklungsländern: „98 Prozent der Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern in Ländern mit überwiegend niedrigen und mittleren Einkommen erfüllen die WHO-Ziele für die Luftqualität nicht“, erklärte die Organisation. In den Industriestaaten sei dieser Wert zwar gesunken, liege aber immer noch bei 56 Prozent.

Als positiv bewertet die WHO, dass die Zahl der Städte, die Schadstoffemissionen kontrollieren, weltweit zunimmt. Dies sei ein erster Schritt hin zu Maßnahmen für die Verbesserung der Luftqualität.

Mehr als die Hälfte der Städte in wohlhabenden Ländern hätten die Luftverschmutzung innerhalb von fünf Jahren um über fünf Prozent senken können. In ärmeren Ländern hätten dies mehr als ein Drittel der Städte geschafft. Weitere Anstrengungen seien dringend erforderlich, betont die WHO.


Vor allem die Jüngsten, Ältesten und Ärmsten leiden

„Luftverschmutzung ist einer der hauptsächlichen Gründe für Krankheiten und Tod“, sagte die stellvertretende WHO-Generaldirektorin Flavia Bustreo. „Wenn schmutzige Luft die Städte umgibt, leiden darunter vor allem die Jüngsten, die Ältesten und die Ärmsten.“

Als Feinstaub werden winzige Partikel in der Luft bezeichnet. Er entsteht unter anderem durch Emissionen aus Fahrzeugen, Kraft- und Fernheizwerken, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern, bei der Metall- und Stahlerzeugung oder auch beim Umschlagen von Schüttgütern oder durch Reifenabrieb. Zu den natürlichen Ursachen gehört zum Beispiel die Bodenerosion.

Die WHO unterteilt den Feinstaub „Particulate Matter“ (PM) in zwei Größenklassen: PM2,5 und PM10 mit jeweils maximalen Durchmessern von 2,5 sowie 10 Mikrometern. Für die PM10-Klasse gilt europaweit seit 2005 ein Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Er darf nicht öfter als 35 Mal im Jahr überschritten werden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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