WHO warnt: Zika-Virus wird auch durch Sex übertragen

WHO warnt: Zika-Virus wird auch durch Sex übertragen

, aktualisiert 08. März 2016, 22:38 Uhr
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Das Zika-Virus ist gefährlicher als bisher angenommen, warnt die Chefin der Weltgesundheitsbehörde.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Übertragung des Zika-Virus kann auch durch sexuelle Kontakte passieren. Davor warnte die WHO-Chefin Chang am Dienstag in Genf. Der Anstieg von Geburtsfehlern und neurologischer Probleme sei besorgniserregend.

GenfEine sexuelle Übertragung des Zika-Virus kommt häufiger vor als bislang angenommen. Dies legten Berichte und Untersuchungen in mehreren Ländern nahe, teilte die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation, Margaret Chan, am Dienstag in Genf mit. Es gebe zudem zunehmende Beweise, dass ein Anstieg besorgniserregender Geburtsfehler und neurologischer Probleme durch das Virus verursacht werde, erklärte die WHO.

Zika wird größtenteils durch Mückenstiche übertragen. Die USA untersuchen derzeit mehr als ein Dutzend möglicher Fälle von Zika bei Personen, die sich durch Sex mit dem Virus infiziert haben könnten. Werdende Mütter, deren Sexualpartner in betroffenen Gebieten lebten, sollten während der Schwangerschaft nur geschützten Geschlechtsverkehr haben.

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Laut Chan haben inzwischen neun Länder eine Zunahme von Fällen des sogenannten Guillain-Barré-Syndroms gemeldet. Dabei handelt es sich um eine seltene Krankheit, die zu einer vorübergehenden Lähmung und zum Tod führen kann. Mit Zika in Verbindung gebracht Probleme, darunter das Guillain-Barré-Syndrom, würden nun nicht mehr nur bei Frauen im gebärfähigen Alter festgestellt, sondern auch bei Kindern, Teenagern und älteren Erwachsenen, sagte Chan.

Für Schwangere ist das Zika-Virus gefährlicher als bisher angenommen. Neue Forschungen zeigten, dass der Erreger möglicherweise nicht nur als Ursache für Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen (Mikrozephalie) gelten müsse, sondern auch eine Rolle bei anderen neurologischen Störungen spiele. „Mikrozephalie ist nur eine von verschiedenen möglichen Anomalien“, sagte Chan. Das Virus finde sich in Blut und Hirngewebe von lebend oder tot geborenen Föten. Grund zu großer Sorge sei außerdem, dass der Erreger häufiger als bisher angenommen durch Geschlechtsverkehr übertragen werden könne. „Das ist alarmierend“, sagte die WHO-Direktorin.

Die WHO hatte wegen der Ausbreitung des Zika-Virus vor allem in Brasilien vor fünf Wochen den globalen Gesundheitsnotfall ausgerufen. Zika ist bisher in mehr als 50 Ländern nachgewiesen worden. Das Virus wird vor allem von Stechmücken übertragen.

Auch ohne letzten wissenschaftlichen Beweis zu Zika als Ursache für Schädelfehlbildungen gelte es zu handeln, sagte Chan. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich Zika ähnlich ausbreite wie das Dengue-Fieber. An den grippeähnlichen Symptomen von Dengue erkranken jährlich schätzungsweise 50 bis 100 Millionen Menschen.

Es liege in der Verantwortung eines jeden Staates, betroffene Gebiete genau zu bezeichnen, sagte der Vorsitzende des Notfall-Komitees, David Heymann. „Und es liegt in der Verantwortung der Frauen zu entscheiden, ob sie reisen wollen oder nicht.“ Die WHO hat bisher auf eine generelle Reisewarnung verzichtet. Allerdings warnte sie nun Schwangere davor, in betroffene Gebiete zu reisen.

Die Expertenkommission empfahl, gegen die Ausbreitung der krankheitsübertragenden Moskitos „mit besonderer Dringlichkeit“ zu kämpfen. Allerdings stünden von den benötigten 65 Millionen Dollar (59 Millionen Euro) erst 3 Millionen Dollar zur Verfügung.

Zika ist als Erreger bereits seit fast 70 Jahren bekannt. Die Krankheit hatte aber bisher noch nie solche gravierenden Folgen. Allein in Brasilien werden 4222 Verdachtsfälle von Schädelfehlbildungen untersucht. In 82 von 641 eindeutigen Mikrozephalie-Fällen war bei den Müttern eine Ansteckung mit Zika nachgewiesen worden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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