Windanlagenbauer: Senvion sagt Börsengang ab

Windanlagenbauer: Senvion sagt Börsengang ab

, aktualisiert 16. März 2016, 14:41 Uhr
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Die Rotorblätter von Modellen von Offshore-Windkraftanlagen drehen sich an einem Stand des Unternehmens Senvion auf einer Messe. Beim Börsengang des Unternehmens herrscht aber Flaute, der wurde abgesagt.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Hamburger Windanlagenbauer Senvion macht einen Rückzieher beim am Freitag geplanten Börsengang. Schuld seien die stark schwankenden Kapitalmärkte. Insidern zufolge gibt es aber zwei andere Gründe.

FrankfurtDer Börsengang des Hamburger Windanlagenbauers Senvion ist geplatzt. Das Unternehmen begründete den Rückzieher am Mittwoch - einen Tag vor dem Ende der Zeichnungsfrist - mit den stark schwankenden Kapitalmärkten. Die Bücher hatten sich nach Informationen aus Finanzkreisen bis zuletzt noch nicht gefüllt.

"Die Investoren haben schon so viel auf dem Tisch, dass sie davor zurückschrecken, etwas zu kaufen, das sie nicht kennen und dessen Risiken sie schwer einschätzen können"", sagte eine mit dem Börsengang vertraute Person. Die Börsen hatten sich zuletzt allerdings wieder beruhigt und etwas zugelegt.

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Senvion wollte am Freitag sein Börsendebüt in Frankfurt feiern. Am Dienstag waren Korruptions-Ermittlungen gegen den neuen Vorstandschef Jürgen Geißinger aus seiner langjährigen Tätigkeit als Chef des Autozulieferers Schaeffler bekanntgeworden. Auch das habe bei der Absage eine Rolle gespielt, sagte ein Insider.

Der Erlös aus dem Börsengang - bis zu 700 Millionen Euro - wäre allerdings ohnehin nicht dem Unternehmen selbst, sondern seinen Eigentümern, den Finanzinvestoren Centerbridge und Arpwood, zugeflossen. Sie wollten mit dem Börsengang zeigen, dass das Hamburger Unternehmen eigenständig agiert und sich von seinem ehemaligen Eigentümer Suzlon gelöst hat.

Suzlon hatte Senvion - als Repower schon einmal börsennotiert - 2015 für rund eine Milliarde Euro an die Investoren verkaufen müssen. Beim Börsengang wäre das Unternehmen mit bis zu 1,5 Milliarden Euro bewertet worden.

"Die Entscheidung hat keinen Einfluss auf die Wachstumsstrategie von Senvion, die sich auf die Expansion in neue Märkte fokussiert", hieß es in der Mitteilung. Das Geld für große neue Windpark-Projekte kann sich Senvion nun allerdings nicht über die Börse holen. Das Unternehmen dringt gerade wieder in Schwellenländer vor, wo Senvion unter der Ägide von Suzlon nicht vertreten war.

In Europa hätten potenzielle Anleger bei der Werbetour von Geißinger und seinen Kollegen Bedenken wegen der starken Konkurrenz durch Gamesa und Nordex geäußert. Senvion hatte den Börsengang auf institutionelle Investoren beschränkt und Privatanleger ausgeschlossen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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