Windkraft-Ausbau: Per Software zum richtigen Standort

Windkraft-Ausbau: Per Software zum richtigen Standort

, aktualisiert 24. November 2016, 15:21 Uhr
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Die Suche nach geeigneten Standorten wird für die Hersteller und Betreiber der Anlagen immer anspruchsvoller.

von Manuel HeckelQuelle:Handelsblatt Online

Weil viele geeignete Standorte schon vergeben sind, setzten Hersteller und Betreiber von Windenergieanlagen verstärkt auf IT-Unterstützung. Sie wollen durch virtuelle Rechenspiele mit Wetterdaten in die Zukunft blicken.

KölnDer Ausbau der Windkraft hält an – trotz aller Diskussionen. Fast 1400 Windenergieanlagen sind 2015 in Deutschland ans Netz gegangen – insgesamt waren zum Jahreswechsel schon knapp 26.000 Windräder installiert. Das Problem: Die Suche nach geeigneten Standorten wird für die Hersteller und Betreiber der Anlagen immer anspruchsvoller. „Viele der guten Plätze sind mittlerweile vergeben“, sagt Anders Rhod Gregersen, IT-Spezialist beim dänischen Anlagenbauer Vestas. „Jetzt geht es häufig um die etwas komplexeren Standorte.“

Um Plätze zu identifizieren, nutzen die Unternehmen immer häufiger virtuelle Rechenspiele. Umfangreiche Wetterdaten liegen seit langem vor. Doch dank der günstiger gewordenen Rechenkraft lassen die sich nun immer besser analysieren. Vestas füttert die Computer mit Wetterdaten der letzten 16 Jahre, um in die Zukunft zu blicken. Man könne Bedingungen flächengenau bis auf zehn mal zehn Meter berechnen. „Wir wissen so auch, ob es die gute oder die schlechte Art von Wind ist“, sagt Gregersen – also wo es vielleicht zu kräftig für die Rotoren weht.

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„Neue Tools haben die Auswertung und die Modellierung der aufgezeichneten Daten erheblich verbessert“, bestätigt Peter Herbert Meier, Leiter der Wind Cert Services beim Tüv Süd. Traditionell wurden oft Windmesser für ein Jahr an potenziellen Standorten aufgestellt, um den tatsächlichen Wind zu messen. Der Einsatz der Prognosesoftware reduziert den Einfluss von zufällig auftretenden windreichen Monaten oder Flauten während der Testmessung. Die neue Methode liefere außerdem belastbare Aussagen zum möglichen Energieertrag eines geplanten Windparks, erläutert Meier.

Die Aufgabe ist besonders anspruchsvoll, weil die Anlagenhersteller meist nur generelle Zusammenhänge von Windprofil und Leistung nennen. Dabei können sich die individuellen Bedingungen aber auf wenigen Metern ändern. Damit sinnvolle Ergebnisse entstehen, ist viel Sorgfalt und Rechenkraft nötig. Vestas hat dafür in einen eigenen Supercomputer investiert. „Voraussetzung ist, dass hochwertige Daten verwendet und die Berechnungen von Experten durchgeführt werden“, sagt Meier.

Ein anderes Problem ist die Skepsis anderer wichtiger Partner beim Bau der Anlagen: „Wir sind zum Teil den Versicherungen um Lichtjahre voraus“, hat IT-Spezialist Gregersen beobachtet. Immer wieder bestünden sie auf traditionellen Messmethoden – und nehmen so mancher schnellen Finanzierung den Wind aus den Segeln.

Quelle:  Handelsblatt Online
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