Wirtschaftskrise: So viele Briten arbeitslos wie zuletzt 1994

Wirtschaftskrise: So viele Briten arbeitslos wie zuletzt 1994

, aktualisiert 14. Dezember 2011, 15:56 Uhr
Bild vergrößern

Fußgänger laufen an einem Arbeitsamt in London vorbei.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Arbeitsmarktsituation auf der Insel ist so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Schon warnt die Opposition vor einer „verlorenen Generation“. Premier Cameron reagiert verhalten auf die miserablen Zahlen.

LondonDer Arbeitslosigkeit in Großbritannien ist auf den höchsten Stand seit 17 Jahren geklettert. Die Nationale Statistikbehörde erklärte am Mittwoch, Ende Oktober seien 2,64 Millionen Menschen ohne Beschäftigung gewesen. Das waren 128.000 mehr als im vorangegangenen Quartal und der höchste Wert seit 1994. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal auf 8,3 Prozent.

Unter den 16- bis 24-Jährigen stieg die Arbeitslosigkeit um 54.000 auf 1,03 Millionen. Das entsprach dem höchsten Stand seit Beginn der Erfassung der Jugendarbeitslosigkeit 1992. Auch Frauen waren besonders schwer betroffen: Unter ihnen stieg die Arbeitslosigkeit um 45.000 auf 1,1 Millionen, den höchsten Stand seit 1988.

Anzeige

Die Anzahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst sank um 67.000 auf etwas weniger als sechs Millionen. Das war das niedrigste Niveau seit 2003. Der Stellenabbau im öffentlichen Dienst ist Teil der Strategie der britischen Regierung zur Reduzierung der Schulden. Die Chancen für eine baldige Trendwende stehen angesichts der Konjunkturflaute schlecht: Die Notenbank schließt eine Rezession nicht aus und erwartet erst im zweiten Halbjahr 2012 eine „milde Erholung“. Experten befürchten deshalb, dass die Arbeitslosigkeit weiter steigen wird. „In der Privatwirtschaft werden Jobs gestrichen, ebenso im Öffentlichen Dienst“, sagte der Chefvolkswirt des Markit-Instituts, Chris Williamson. Einer Umfrage des Personalvermittlers Manpower zufolge ist die Nachfrage nach Arbeitskräften derzeit so gering wie seit drei Jahren nicht mehr. Dem Sparprogramm der Regierung dürften 700.000 Stellen im Öffentlichen Dienst zum Opfer fallen.

Kritiker werfen der Regierung jedoch vor, mit den Ausgabenkürzungen auch die Chancen junger Menschen zu beschneiden, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Oppositionsführer Ed Miliband warnte kürzlich vor einer „verlorenen Generation“. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Unison für Angestellte im öffentlichen Dienst, Dave Prentis, sagte, die jüngsten Arbeitslosenzahlen zeigten, dass die Regierung mit ihrer Strategie gescheitert sei.

Premierminister David Cameron erklärte hingegen vor Abgeordneten, die Regierung kämpfe weiterhin gegen die hohe Arbeitslosigkeit. „Jeder Anstieg der Arbeitslosenquote ist eine schlechte Nachricht und eine Tragödie für die Betroffenen“, sagte Cameron. „Wir werden tun, was wir können, um die Menschen wieder in Arbeit zu bringen.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%