Withings Activité Steel im Test: Smarter Stahl fürs Handgelenk

Withings Activité Steel im Test: Smarter Stahl fürs Handgelenk

, aktualisiert 27. Januar 2016, 11:35 Uhr
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Withings zielt mit der Activité Steel auf Nutzer ab, die ein schlichtes Design bevorzugen.

von Christof KerkmannQuelle:Handelsblatt Online

Das ist Understatement: Die Activité Steel sieht aus wie eine schlichte Uhr, die zum Anzug passt. Doch das Gerät zählt auch Schritte, vermisst Läufe und überwacht den Schlaf. Für ambitionierte Sportler ist es aber nichts.

Fitness-Tracker sind smart, aber nicht besonders schick. Armbanduhren dagegen – im besten Fall – schick, aber überhaupt nicht smart. Dass beides auf einmal möglich ist, wollen die Entwickler des französischen Unternehmens Withings zeigen: Ihre Activité-Geräte zeigen die Zeit an, messen aber auch zurückgelegte Schritte und den nächtlichen Schlaf. Uhr und Fitness-Tracker in einem. Das Modell Activité Steel soll sich mit seinem minimalistischen Design auch als Accessoire zum Anzug eignen. Hält es, was es verspricht?

Der Name sagt es schon: Das runde Gehäuse besteht aus rostfreiem Stahl, über das sich Glas wölbt. Im Vergleich zu Apple Watch und Gear S2 von Samsung ist es zierlich, der Durchmesser von 3,6 Zentimetern ist kaum größer als eine Zehn-Euro-Gedenkmünze für Sammler. Damit ist das Gerät am Handgelenk deutlich dezenter als die meisten Smartwatches – nach meinem Geschmack sogar etwas zu dezent, aber das ist Geschmackssache.

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Gar minimalistisch ist das Ziffernblatt gestaltet. Es zeigt neben der Zeit nur die zurückgelegten Schritte an, ähnlich wie ein Tacho die Drehzahlen. Kein Digitalgedöns, drei schlichte Zeiger tun es. Praktisch: Wenn die Uhr mit dem Smartphone gekoppelt ist, passt sie sich automatisch an Sommer- und Winterzeit oder andere Zeitzonen an.

Das mitgelieferte Armband besteht aus Silikon, neben der schwarzen Variante gibt es acht andere Farben. Das Material eignet sich für sportliche Aktivitäten – unter anderem Schwimmen –, fällt aber auch bei Geschäftsterminen zumindest nicht negativ auf. Was auf Dienstreisen ebenfalls hilft: Die Batterie hält acht Monate. Es geht also ohne Netzteil.

Für Withings ist es übrigens nicht die erste Fitnessuhr: Die technisch identische Activité Pop gibt es in Rosa und Blau, Hellgrau und Schwarz – 150 Euro werden für diese Accessoires im Plastikgehäuse fällig. Die Activité Sapphire hingegen hat ein Schweizer Uhrwerk, ein Lederarmband und Saphirglas, kostet aber auch 390 Euro. Die Activité Steel ist mit Chromgehäuse und einem Preis von 170 Euro irgendwo dazwischen angesiedelt.


Virtueller Wimpel mit Loch Ness

Die Uhr ist auf Zeit und Schritte reduziert. Mehr Informationen zeigt die Smartphone-App Health Mate an, die auf iPhones und Android-Geräten läuft: Der Gesundheitsbegleiter errechnet anhand der Bewegung die absolvierten Distanzen und verbrannte Energie. An einem Tag mit gut 9000 Schritten kommt er auf 8,1 Kilometer und 2000 Kalorien – das sind realistische Werte.

Dabei differenziert die Software automatisch zwischen Gehen und Joggen, im Diagramm zu erkennen am roten Balken mit einem kleinen Jogger darüber. Das hilft allerdings nur im Rückblick, weil das Gerät während des Laufs keine Daten zu Tempo und Strecke anzeigt. Zudem hat die Erkennung im Test nicht immer funktioniert.

Zuverlässig erkennt die Software, wann man ins Bett geht, wann man einschläft und wie ruhig die Nacht ist. Wer sich wecken lassen will, ohne seinen Nebenschläfer zu stören, kann die Uhr zur gewünschten Zeit am Handgelenk vibrieren lassen. Auf die Schlafphasen kann sich die App aber nicht einstellen. Dafür brauchen Nutzer auch noch den Lichtwecker Withings Aura (hier ein Test).

Wie alle Fitness-Tracker soll Activité Steel zu einem gesünderen Lebensstil motivieren. Dafür verleiht die App Badgets für zurückgelegte Distanzen: So bekommt man einen virtuellen Wimpel mit Loch Ness, wenn man 100 Kilometer und somit den Umfang des Sees geschafft hat. Nach 10.000 Schritten innerhalb von 24 Stunden darf man sich versichert fühlen, einen „gesunden Tag“ gelebt zu haben, bei 15.000 Schritten gar einen „fantastischen Tag“. In der App gibt es außerdem einige allgemeine Informationen zu Ernährung, Schlaf und Bewegung.

All das erledigt Activité Steel zuverlässig. Allerdings macht sich im Test nach einiger Zeit ein Phänomen bemerkbar, das viele Nutzer von Fitness-Trackern kennen: Wenn die anfängliche Begeisterung abklingt, ist es schwierig, sich mit virtuellen Wimpeln zu motivieren. Wenn man abends nur 8000 Schritte gemacht hat, geht man nicht noch einmal vor die Tür, weil 2000 Schritte fehlen. Ein Pulssensor, wie ihn andere Geräte bieten, hat die Uhr nicht.

Fazit: Schicker Zeitmesser für einen fairen Preis

Wenn einen das Silikonarmband nicht stört, ist die Withings Activité Steel ist eine schicke Uhr für fast alle Lebenslagen samt eingebautem Fitness-Tracker. Wer ohnehin einen Zeitmesser sucht, bekommt beides zu einem fairen Preis. Wunderdinge darf man allerdings nicht erwarten, mehr als andere Schrittzähler kann das Gerät nicht. Es sieht dabei nur besser aus.

Quellle:  Handelsblatt Online
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