Wodka im Büro, Chef-Sorgen und Stehpinkler: Bücher für wehleidige Männer, missverstandene Chefs und schlaue Bewerber

Wodka im Büro, Chef-Sorgen und Stehpinkler: Bücher für wehleidige Männer, missverstandene Chefs und schlaue Bewerber

, aktualisiert 16. Oktober 2016, 09:00 Uhr
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Wir empfehlen Ihnen aktuelle Neuerscheinungen, bei denen Sie klüger und mutiger werden, fiese Fragen in Vorstellungsgesprächen entlarven und den digitalen Wandel mit links meistern können.

von Carina KontioQuelle:Handelsblatt Online

Herbstzeit ist Bücherzeit – endlich wieder mehr Zeit zum gemütlichen lesen. Wir stellen Ihnen einige lohnenswerte Neuerscheinungen vor. Bücher, die zum Mitmachen einladen, die wütend machen und Bücher, die Türen öffnen.

KölnDas einzig Gute daran, dass ich seit bald sieben Jahren ein Nomaden-Dasein als Pendlerin in überfüllten Regionalzügen zwischen Köln und Düsseldorf führe, sind die Bücher. Während für andere Kollegen der Arbeitsstress bereits beginnt, wenn der Wecker klingelt oder sie im Auto sitzen, sind die täglichen drei Stunden im Zug für mich ein zentraler Bestandteil meines Arbeitsalltags geworden. Ich lese (also bin ich!).

Pro Woche schaffe ein bis zwei Bücher und ich muss sagen, dass mir diese Papiergefährten auf meinem täglichen Arbeitsweg einen wirklichen Mehrwert bieten. Kommt es etwa bei der Deutschen Bahn mal wieder zu technischen Problemen mit Wartezeiten und Verspätungen (auch darüber soll es ja schon Bücher geben), werde ich gar nicht erst nervös, denn ich habe ja immer ein gutes Buch dabei, über das ich dann hier für Sie schreiben darf. So wird aus einem längeren zeitaufwendigen Arbeitsweg – effektive Arbeitszeit. Stressig wird es bei mir erst später, wenn ich im Büro angekommen bin - aber das ist eine ganz andere Geschichte.

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Manche Empfehlung, die ich Ihnen hier präsentiere, mag übrigens vielleicht nicht ganz Ihr Geschmack sein. Nehmen Sie daher einfach das, was Sie gebrauchen können und lassen Sie den Rest weg. Und jetzt wünsche ich Ihnen eine angenehme Lektüre!

Ross McCammon: „Will noch jemand einen Wodka?“

Weder überragende Kompetenz noch unermüdlicher Einsatz führen im Berufsleben nach oben, sagt Ross McCammon und er ist einer, der es wissen muss. Der New Yorker hat selbst mal klein angefangen, ist seit 2005 Redakteur beim Esquire Magazine und leitet dort mittlerweile vier Ressorts. In seinem Buch „Will noch jemand einen Wodka? - So kommen Sie im Büro garantiert gut an“, das bei Goldmann erschienen ist, beschreibt der Autor klug und feinfühlig, welche Fähigkeiten im Berufsleben oft den kleinen Unterschied machen: der perfekte Händedruck, Regeln fürs Geschäftsessen, das richtige Lächeln, unterhaltsamer Smalltalk.

Mit der richtigen Dosis Humor erläutert Ross die unausgesprochenen Benimmregeln des Arbeitslebens, etwa: „Schweigen ist eine Tugend. Die am meisten unterschätzte Taktik am Arbeitsplatz besteht darin, nichts zu sagen.“ Oder: „Wenn Sie nicht neugierig sind, funktioniert Smalltalk nicht. Also seien Sie neugierig.“ Ein durchaus gelungenes Handbuch für Aufsteiger und alle, die es noch werden wollen.

Austin Kleon: „Show your work! 10 Wege, auf sich aufmerksam zu machen“

Noch ein kluger, frecher Amerikaner, den ich Ihnen ans Herz lege. Austin Kleon wirft in seinem kleinen Büchlein, das bei Mosaik erschienen ist, einen originellen Blick auf das Thema Eigenwerbung: „Show your work“, lautet sein Credo. Dazu muss man so präsent und interessant sein, dass andere die eigene Arbeit gar nicht ignorieren können (was übrigens nicht heißt, dass man das Internet für ein Tagebuch halten und dort alles preisgeben sollte.) Wie man gekonnt auf seine eigenen Ideen aufmerksam macht, demonstriert Kleon in zehn einfachen Regeln.

Wenn Sie jemand sind, der es eigentlich hasst, Werbung für sich selbst zu machen, dann ist dieses Buch genau das richtige für Sie. Und sagen Sie jetzt bitte nicht, Sie hätten keine Zeit dafür! Hören Sie auf Austin Kleon. Der sagt: „Die Zeit ist da - ich nehme sie mir einfach. Zeit schlummert an denselben Orten wie lose Münzen: in den Ecken und Ritzen. Sie steckt zwischen den großen Aufgaben – während der Zugfahrt, in der Mittagspause, in den knappen Stunden, wenn die Kinder endlich im Bett liegen. Vielleicht verpasst du so eine Folge deiner Lieblingsserie oder bekommst eine Stunde weniger Schlaf, aber du findest deine Zeit, wenn du nur danach suchst.“


Dürfen Männer im Stehen pinkeln?

Winfried Schwabe: „Dürfen Männer im Stehen pinkeln“?

Zugegeben, beim Titel dieses Buches von Winfried Schwabe habe ich zunächst nicht damit gerechnet, dass es mich begeistern könnte. Aber da Schwabe nicht nur Autor, sondern auch Jurist ist, der seit vielen Jahren als wissenschaftlicher Kolumnist über kuriose Rechtsfälle schreibt, versteht er ein Handwerk ziemlich gut. Es ist eine wahre Freude, seine verblüffenden Geschichten aus der Welt des Rechts zu lesen, die kürzlich bei Dumont erschienen sind. An einem halben Sonntag hatte ich das lehrreiche Buch weggelesen und mich dabei köstlich amüsiert.

Auch wenn es mich teilweise wirklich erschüttert hat, welche Absurditäten es in unserer deutschen Rechtssprechung gibt! Worauf muss man beim Fremdgehen achten? Wie wehrt man sich gegen falsche Wettervorhersagen? Muss man Toilettenfrauen eigentlich bezahlen? Und wie müssen Blumenkästen eigentlich hängen? Ein fabelhaftes Buch, mit dem man der Lösung eines großen Rätsels auf die Spur kommt: Was geht in deutschen Gerichtssälen eigentlich genau vor sich?

Torsten Ermel: „Beamte. Was die Adeligen von heute wirklich verdienen“

Etwas „geschockt“ war ich auch nach der Lektüre des Buches von Torsten Ermel, „Beamte. Was die Adeligen von heute wirklich verdienen“ (erschienen im Tectum Verlag). Der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Ermel beschäftigt sich auf 240 Seiten mit den Einkommensunterschieden zwischen Beamten und „normalen“ Arbeitnehmern und zeigt, welche zahlreichen Privilegien Beamte so genießen (Spoiler: verdammt viele!). Sei es beim Ruhestandsgehalt, bei der Altersteilzeit, Gesundheitsvorsorge, bei Lohn- und Einkommenssteuer oder dem Eltern- und Kindergeld... als Leser kommt man aus dem Staunen eigentlich gar nicht mehr raus und man fragt sich wirklich, warum man damals nicht selbst auf die Idee gekommen ist, eine Beamtenlaufbahn einzuschlagen.

Ermel hat gut recherchiert und er liefert mit seinem Buch alles, was eine längst fällige Debatte zu diesem Thema braucht: das sachkundige Wissen, den historischen Hintergrund sowie zahlreiche konkrete Änderungsvorschläge.

Ute Flockenhaus: „Gute Briefings“, Ewald Wessling: „Digitalisierung erfolgreich nutzen“

Lehrreich sind übrigens auch zwei kleine und kompakte Büchlein, die es gerade von Gabal zu den Themen Briefing und Digitalisierung gibt. Der Vorteil: Sie sind in nur 30 Minuten zu lesen und fassen die wichtigsten Informationen zusammen. Der Nachteil ist natürlich, dass man derart komprimiert nicht sonderlich tief einsteigen kann. Dennoch bekommt man als Leser zumindest eine gute, qualifizierte und leicht verdauliche Einführung.

So erfahren Sie bei Ute Flockenhaus was ein gutes Briefing überhaupt ist, welche Anforderungen es erfüllt und wie Sie damit bessere Arbeitsergebnisse erzielen. Ewald Wessling zeigt in 30 Minuten wie sich unsere Gesellschaft durch den digitalen Wandel verändert, wohin diese Entwicklungen führen werden und wie jeder in der digitalen Welt persönlich und beruflich profitieren kann.


Die Führungskunst der Jedi!

Thorsten Petry: „Digital Leadership - Erfolgreiches Führen in Zeiten der Digital Economy.“

Von Haufe kommt das nächste Buch, das man besser als umfassendes Werk zum Thema Digital Leadership beschreiben könnte. Und man muss kein Fachmann oder keine Fachfrau sein, um Gefallen an dem klugen Wälzer zu finden. Prominente Experten aus Wissenschaft und Praxis stellen hier verständlich und spannend erklärt neue Managementansätze aus Unternehmen und Start-ups vor und sensibilisieren für die Führungsanforderungen in der Digital Economy. Der Preis ist mit rund 50 Euro zwar ganz ordentlich, aber wenn man bedenkt, dass Sie auf den 466 Seiten so viele kluge Dinge erfahren, dass Sie sich einige mittelmäßige Bücher zu dem Thema sparen können, macht es schon wieder Sinn.

Wie muss sich die Unternehmens- und Personalführung verändern, um im Zeitalter der Digital Economy - einem Zeitalter der Beschleunigung - erfolgreich zu sein? Um diese zentrale Frage geht es in diesem Buch und sie könnte besser nicht beantwortet werden als hier. Herausgeber ist Thorsten Petry, der Unternehmensführung, Organisation und Personalmanagement lehrt und auch als Managementberater tätig ist.

Michael Fuchs, Jochen Messner: „Die Führungskunst der Jedi“

Ebenfalls bei Haufe erschienen ist das Management-Buch „Die Führungskunst der Jedi“ - eine Anleitung zur persönlichen Entwicklung als Führungskraft. Verfasst haben das die Autoren Michael Fuchs und Jochen Messner, die beide viel Erfahrung als Executive-Coach und Managementberater und ganz offensichtlich einen großen Faible für Star Wars haben. Analog zum Kampf der Jedi-Ritter gegen „die dunkle Seite der Macht“ skizzieren sie lehrreich und überzeugend die Herausforderungen für Führungskräfte von heute: Wie lerne ich den verantwortungsbewussten Umgang mit der Macht und wie gelingt die persönliche Entwicklung zur reifen, authentischen Führungskraft?

Gerade für frischgebackene Führungskräfte die noch Berührungsängste haben ein nützlicher, einfacher und klarer Wegweiser, der vor allem eigene Entwicklungswege aufzeigt. Denn es genügt heute längst nicht mehr, nur Führungsinstrumente zu erlernen. In diesem Sinne...„Möge die Macht mit dir sein!“

Evelyn Holst, York Pijahn: „Oh Boy, Oh Girl” Eine Gebrauchsanleitung für Männer und Frauen“

Auch das Buch von Evelyn Holst (BILD-Kolumnistin) und York Pijahn (Myself-Kolumnist) hat mich positiv überrascht, denn ich hatte etwas ähnlich gruseliges erwartet wie bei diesen unzähligen „Männer-sind-vom-Mars-und-Frauen-von-der-Venus“-Büchern. Die Autoren sind beide gute Journalisten und wenn Journalisten Bücher schreiben, kommt selten Unfug dabei heraus. So gehen Holst und Pijahn den Unterschieden und Missverständnissen zwischen den Geschlechtern auf den Grund, ohne dabei peinliche Klischees zu bedienen oder gezwungen lustig sein zu wollen.

Besonders gut finde ich, dass die beiden sich von einem Dutzend kluger Experten, die sich mit Frauen und Männern auskennen, begleiten lassen. So kommt beispielsweise neben Berlins einzigster männlicher Hebamme (Peter Wolf) auch der Hirnforscher Gerhard Roth zu Wort, wenn es um die spannende Frage geht, ob Jungen tatsächlich gewalttätiger sind als Mädchen. Und zum Thema „Frauenhusten“ und „Männergesamtkörperkrebs“ führen die Autoren ein famoses Interview mit der Gender-Medizinerin Andrea Kindler-Röhrborn. Ihr Fazit: „Männer können nichts dafür, dass sie solche Weicheier sind.“ Na, wenn ich Sie damit noch nicht überzeugt habe, weiß ich es auch nicht.


Mail halten! Handbuch digitale Selbstverteidigung

Anitra Eggler: „Mail halten!“

Eine ganz andere aber deswegen nicht weniger nützliche Gebrauchsanleitung kommt von der Autorin Anitra Eggler und ihrem Buch „Mail halten! Digitale Selbstverteidigung für Arbeitshelden & Alltagskrieger“. Ein wunderschön und sehr informativ illustriertes Buch, das im Selbstverlag erscheint. Warum Eggler selbstverlegt? „Weil ich es kann – und will.“ Bevor die Autorin als Managerin von Internetfirmen in der Medien- und Werbebranche erfolgreich war, textete sie Todesanzeigen und später Newsletter für Amazon.

Schon 2011 landete sie mit ihrem provokanten Ratgeber „E-Mail macht dumm, krank und arm“ einen Digital-Detox-Bestseller, noch bevor das Wort in Mode kam und eroberte fortan die Vortragsbühnen bei IBM, Daimler SAP & Co. als „Digital Therapeutin“. Aber verstehen Sie Eggler bitte nicht falsch, denn sie liebt das Internet. „Was ich nicht mag, ist, was Menschen und Monopole damit machen. Ich bin nicht anti digital. Ich bin pro Lebenszeit. Mein Anspruch ist schlicht: ich will nicht weniger digital sein, sondern besser!“ Wie das geht, erfahren Sie in diesem herrlichen Buch. Lesen und das digitale Hamsterrad stoppen.

Julia Hoffmann, Natalie Sontopski: „We love Code. Das kleine 101 des Programmierens“

Das perfekte Buch - erschienen bei Koehler & Amelang - für alle Menschen, die keine Ahnung vom Programmieren haben und sich einen ersten und vor allem leicht lesbaren Überblick verschaffen wollen kommt von Julia Hoffmann und Natalie Sontopski. Die beiden Gründerinnen der Leipziger Code Girls erklären derart verständlich, was Programmiersprachen sind, wie sie funktionieren und was sie mit uns allen zu tun haben, dass man am liebsten sofort damit anfangen möchte, einen Code zu schreiben und das nächste Facebook zu programmieren. Dass ein nerdiges Thema um Bits und Bytes so viel Spaß machen kann, liegt vermutlich daran, dass die Autorinnen selbst keine professionellen Programmiererinnen sind und die Dinge eben so eingängig und einfach erklären, dass sie wirklich jeder versteht. Programmieren kann man nach der Lektüre zwar noch nicht, aber immerhin dürften Sie wissen, welche der vielen Programmiersprachen am besten zu Ihnen passt und was sie damit anfangen können.

Mich haben Hoffmann und Sontopski so sehr begeistert, dass ich mir direkt danach einen dicken Wälzer zur Programmiersprache Ruby gekauft habe, um konkreter und tiefer einsteigen zu können in die Materie. Wer schon fleißig Apps programmiert und mit Begriffen wie JavaScript-Framework, NoSQL oder IPv& jonglieren kann, ist hier an der falschen Adresse. Für alle anderen Neueinsteiger ist „We love Code“ ist ein nützliches, sympathisches und sehr kurzweiliges Buch, dass ich nur weiter empfehlen kann.

Christoph Drösser: „Total berechenbar? Wenn Algorithmen für uns entscheiden“

Digital geht es auch bei Christoph Drösser zu, dessen Buch „Total berechenbar?“ bereits im März bei Hanser erschienen ist. Drösser kann meisterhaft erklären, wie Algorithmen von Amazon, Netflix, Google oder Facebook bestimmen, was wir kaufen, was wir wissen und mit wem wir ausgehen. Auf 252 überaus kurzweiligen und verständlichen Seiten, die manchmal auch unheimlich sind, beleuchtet er aber nicht nur die negativen Seiten, sondern veranschaulicht auch die positive Rolle bei der Vorhersage von Katastrophen und Epidemien.

Und man muss als Leser die mathematisch komplexen Zusammenhänge, die er identifiziert und auch skizziert gar nicht selber beherrschen können, um zu verstehen, welche Rolle Algorithmen in unserem Lebensalltag inzwischen spielen. Ein kluges und aufklärerisches Buch, dass ich jedem empfehlen würde, der sich auch in der digitalen Welt zuhause fühlt, denn ich glaube es ist gut zu wissen, wie die Dinge funktionieren, die im Hintergrund ablaufen - und was man alles damit anstellen kann!


Game Change & New Work ohne Hierarchie

Stephan Brockhoff, Klaus Panreck: „Menschlichkeit rechnet sich“

Menschlicher Umgang im Unternehmen ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit – und der beste Garant für wirtschaftlichen Erfolg. Das klingt viel zu gut, um wahr zu sein? Keinesfalls! Menschliche Führung verbessert die Bilanz. Glauben Sie nicht? Wer heute noch per Befehl und Gehorsam führt, hat den Wandel der Zeiten verschlafen, sagen die beiden Autoren Stephan Brockhoff und Klaus Panreck, deren Buch „Menschlichkeit rechnet sich“ bei Campus erschienen ist und man würde sich wünschen, dass es für Führungskräfte zur Pflichtlektüre wird.

Den Steuerberatern ist es gelungen, eine neue Unternehmenskennzahl zu entwickeln: den ROI der Menschlichkeit. Wie sich menschliche Führung konkret im Unternehmen umsetzen lässt, zeigen Brockhoff und Panreck anhand zahlreicher Beispiele und schon beim Lesen kann man erahnen, dass es sich lohnt, Werte, Sinn und Menschlichkeit in den Fokus zu rücken. Kostprobe gefällig? Die beiden haben hier einen Gastbeitrag für uns geschrieben.

Pia Struck: „Game Change. Das Ende der Hierarchie?“

Einen ähnlich überzeugenden Ansatz verfolgt auch die Autorin Pia Struck in ihrem Buch „Game Change. Das Ende der Hierarchie?“, das gerade bei Gabal erschienen ist. Stuck begleitet als Beraterin und Executive Coach weltweit agierende Konzerne wie Lufthansa, Daimler oder Boehringer Ingelheim bei Veränderungsvorhaben. Sie hat gut recherchiert und kritisiert den hierarchischen Aufbau von Unternehmen, die auf große und drängende Herausforderungen oft reflexartig mit „mehr und schneller“ reagieren, statt es mal mit „anders“ zu versuchen.

Eine kontrollfixierte Hierarchie ist für Struck eine Struktur, deren Wurzeln im Militär und der Landwirtschaft vergangener Jahrhunderte liegen. „Wie soll ein nach diesen Prinzipien geordnetes Unternehmen den Anforderungen unserer modernen Gesellschaft genügen?“, fragt sie, fordert einen radikalen Wandel und zeigt überzeugende Wege erfolgreicher Unternehmen auf, die notwendigen disruptiven Veränderungen zu meistern. Sehr lesenswert!

Sven Väth: „Arbeit. Die schönste Nebensache der Welt“

Globalisierung, Digitalisierung, Subjektivierung, Emanzipation: Faktoren, die die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben aufweichen, sagt Markus Väth. „Zeit, Arbeit neu zu denken. Zeit für New Work!“, fordert der Autor in seinem neuen Buch „Arbeit. Die schönste Nebensache der Welt“ das gerade bei Gabal erschienen ist. Arbeit 4.0, New Work, Zukunft der Arbeit – wie man es auch nennt: Unsere Arbeitswelt befindet sich derzeit in einem radikalen Umbruch und Väth hat zur richtigen Zeit ein unterhaltsames und provokantes Debattenbuch verfasst.

Darin klärt der Verfechter einer neuen Arbeitskultur auf, wie der Megatrend „New Work“ unsere Arbeitsrealität revolutioniert, wie die „Spielregeln“ dieser neuen Arbeitswelt aussehen und wie wir sie gemeinsam zu einer besseren machen können. Must read! Einen exklusiver Auszug aus dem Buch gibt es hier.


Was es heute heißt, ein Mann zu sein

Simon Sagmeister: „Business Culture Design“

Mit dem Thema Arbeits- und Unternehmenskultur beschäftigt sich auch das nächste Buch von Simon Sagmeister, Gründer des The Culture Instituts in Zürich. Er sagt: Kultur macht den Unterschied! Sie sichert die Überlebensfähigkeit Ihres Unternehmens und sie dem Zufall zu überlassen wäre fahrlässig. Welche Überzeugungen leiten den Kundenkontakt? Welche Motive veranlassen Mitarbeiter, mit ganzem Herzen den Erfolg zu suchen und Innovationen voranzutreiben?

Anhand vieler konkreter Beispiele und kombiniert mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zeigt Sagmeister, wie Kultur entsteht, welchen Einfluss sie auf den Erfolg eines Unternehmens hat und wie sie sich nutzen und vor allem auch gestalten lässt. Wer wissen will, wie sein Unternehmen tickt und zum aktiven Gestalter seines Unternehmenserfolgs werden will, der hat hier das richtige (Arbeits-)Buch an der Seite, das übrigens im Campus-Verlag erschienen ist. (Achtung Spoiler) Nach Lektüre ist klar: Sie können Unternehmen heute kaum mehr über ständige Anweisungen oder rigide Strukturen steuern. Aber Sie können bewusst eine Kultur schaffen, die das Handeln der Menschen prägt.

Björn Süfke: „Männer. Erfindet. Euch. Neu. Was es heute heißt, ein Mann zu sein.“

Gefühlvoller Partner, aber bitte kein Weichei. Kraftvoll, kompromissbereit, ein engagierter Vater und erfolgreich im Job. Kein Wunder, dass der Mann von heute verwirrt ist, schreibt der Bielefelder Männer-Therapeut Björn Süfke in seinem faszinierenden Buch “Männer”, das im Mosaik-Verlag erschienen ist. Sensibel mit seiner starken Schulter, James Bond und trotzdem Musterschwiegersohn: Der moderne Mann soll scheinbar widersprüchliche Eigenschaften in sich vereinen - und ist entsprechend verunsichert.

Süfke zeigt nicht nur anschaulich und unterhaltsam, welche Katastrophen das traditionelle Verständnis von Männlichkeit in der Gesellschaft und in den Männern angerichtet hat. Er beleuchtet in seinem Buch zudem die aktuellen Krisen heutigen Mann-Seins - und auch die enormen Chancen, die diese bieten. Auch hier können Sie bei uns schon reinlesen, denn Mosaik hat uns freundlicherweise das 9. Kapitel aus dem Buch zur Verfügung gestellt. „Wege aus dem Krisendschungel: Frage nicht, was die Männer für dich tun können!“


So führen uns Personaler aufs Glatteis

James Reed: „Warum gerade Sie? Die 101 kniffligsten Fragen im Bewerbungsgespräch“

Wenn einer, der eine Personalagentur leitet, die jährlich bis zu 46 Millionen Bewerbungen bekommt, ein Buch mit Tricks zum Bewerbungsgespräch schreibt, kann man bei der Lektüre extrem viel lernen! James Reed zeigt in „Warum gerade Sie? Die 101 kniffligsten Fragen im Bewerbungsgespräch“, das gerade bei Goldmann erschienen ist, welche tückischen Fragen sich Personaler ausdenken, um Kandidaten aufs Glatteis zu führen. Das Interessante dabei ist, dass es eigentlich lediglich 15 Fragen gibt, die Ihnen ein Personalchef stellen kann.

Zweifellos, schreibt Reed, gibt es Hunderte von Fragen, die Ihnen in diesem Rahmen begegnen können, doch bei jeder einzelnen dieser Fragen handelt es sich lediglich um eine Variante dieser 15 Basisfragen, die er im ersten Teil des Buches unter dem Oberbegriff "Die verhängnisvollen 15" zusammengefasst hat. Schon alleine damit dürfte die Vorbereitung auf Ihr nächstes Vorstellungsgespräch ein Kinderspiel sein, denn Reed liefert die passenden Antworten auf die fiesesten Fragen gleich mit, so dass Sie vor Ihrem zukünftigen Chef glänzen können. Sollten sie aus Reeds Buch nur vier Punkte mitnehmen wollen, dann sollten es diese sein:

  • Seien Sie beim Bewerbungsgespräch Sie selbst.
  • Die Art, wie Sie sich und Ihre Kompetenzen bei einem Vorstellungsgespräch präsentieren, zählt mehr als ein guter Lebenslauf oder eine teure Ausbildung.
  • Jede Frage, die Ihnen während eines Vorstellungsgesprächs begegnet, ist eine Variante aus einer Handvoll zugrunde liegender elementarer Fragen.
  • Für den Arbeitgeber bedeutet eine zu besetzende Stelle ein Problem, für das er eine Lösung finden muss. alle anderen Sorgen sind sekundär, darunter auch Ihre.

Adam Grant: „Nonkonformisten“

„Originalität ist kein fest umrissener Charakterzug, sondern eine freie Entscheidung“, schreibt der amerikanische Psychologieprofessor Adam Grant in seinem neuen Buch, das bei Droemer erschienen und in diesem Jahr auch für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis nominiert ist. Ein kraftvolles Plädoyer für Nonkonformisten, die Großes leisten und erfolgreich sein wollen.

Geht es nach Grant, wären wir klug beraten, uns all die Rebellen, Revolutionäre, Unruhestifter, Eigenbrötler und Querdenker zum Vorbild zu nehmen, wenn wir unsere eigenen Ideen umsetzen und Großes leisten wollen, statt den Status Quo als gegeben hinzunehmen. Natürlich, das klammert Grant nicht aus, stoßen auch die Querdenker auf Probleme und erleben Rückschläge, aber sie stehen immer wieder auf und machen trotz Widerstand weiter. Wie das gehen kann, ohne seine Karriere und seine Beziehungen aufs Spiel zu setzen, und welche Fähigkeiten man dafür braucht, zeigt der Autor auf 384 hochinteressanten Seiten - spannend und lesenswert aufgeschrieben und ein Paradebeispiel dafür, wie wertvoll Sachbücher sein können.


Key Skills für die Generation Y

Thomas Würzburger: „Key Skills für die Generation Y“

Die jungen Arbeitnehmer des 21. Jahrhunderts streben nach Selbstverwirklichung und zwar jetzt und nicht erst im Ruhestand. Die Frage nach dem „Warum?“ ist für sie keine rhetorische. Sie sind bereit, viel zu geben, wenn sie dafür auch mal ein Jahr nach Mexiko gehen können. Sie sind immer online und teilen Wohnungen, Autos und Lebenserfahrungen. Sie polarisieren und fordern die älteren Generationen heraus. Und sie sind diejenigen, für die der Autor Thomas Würzburger ein wegweisendes Buch geschrieben hat, das bei Springer Gabler erschienen ist: “Key Skills für die Generation Y - Die wichtigsten Tipps für eine erfüllte Karriere.”

Ein Buch, das sich erfrischenderweise nicht als Gebrauchsanweisung an überforderte Chefs und Personalleiter der Generation Sattelberger richtet und erklärt, wie sie mit diesen jungen Wilden umzugehen haben, die sie für ihre Firma gewinnen wollen. Und müssen. Eine ausführliche Rezension des klugen Wegweisers lesen Sie hier.

Lutz W. Eichler: „Führung rockt!“

Führung rockt - wenn es gelingt, die Kreativität der Mitarbeiter und deren Lust am eigenen Wirken zu wecken und ihnen Freiräume zum Wachsen zu geben, schreibt der Autor und Lutz Eichler in seinem Buch „Führung rockt“ (Wiley). Darin beschäftigt sich der Psychologe sehr anschaulich mit den Chancen und Herausforderungen des Leadership im Industriezeitalter 4.0 und sein Schwerpunkt ist „die Erschließung des kreativen Potenzials der Mitarbeiter und Teams durch exzellente Führung.“

Was exzellente Führung bedeutet? Auf jeden Fall müssen Führungskräfte heute (oder spätestens nach der Lektüre dieses wirklich empfehlenswerten Buches) ihre Rolle neu definieren und sich klar werden, dass Führung vor allem von den Geführten abhängig ist. Sie müssen anders kommunizieren und mit Fehlern umgehen, ihren Mitarbeitern die Möglichkeiten geben, auch scheinbar verrückte oder abwegige Dinge zu tun und damit ein echtes Klima für freies Denken und Innovationen schaffen. „Führung rockt“ gibt Impulse zum Aufstehen, Anfangen und Anpacken!

Leseprobe gefällig? Dann schauen Sie hier, denn Eichler hat für unser Businessnetzwerk LeaderIn diesen brillianten Gastbeitrag geschrieben: Misstrauen Sie „Goldenen Regeln“ der Führung!

Quelle:  Handelsblatt Online
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