WPP-Tochter kauft deutsche Digitalagentur: Aus Conrad Caine wird Possible

WPP-Tochter kauft deutsche Digitalagentur: Aus Conrad Caine wird Possible

, aktualisiert 22. Januar 2016, 11:40 Uhr
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Mit 14 Jahren die eigene Firma gegründet.

von Axel Höpner und Catrin BialekQuelle:Handelsblatt Online

Der Werbegigant WPP schnappt sich die deutsche Digitalagentur Conrad Caine. Bei Siemens und der Deutschen Bahn zum Beispiel genießt der Gründer einen guten Ruf. Was Caine sich von der neuen Mutter verspricht.

München/DüsseldorfDer weltgrößte Werbekonzern WPP kauft die bei vielen deutschen Großkonzernen bestens verdrahtete Digitalagentur Conrad Caine. Der Branchenriese bestätigte am Freitagmorgen an der Londoner Börse einen Bericht des Handelsblatts. Mit der Akquisition setze man die Strategie fort, in schnell wachsende digitale Märkte zu investieren. WPP machte zuletzt 6,9 Milliarden Dollar digitale Umsätze, das entsprach gut einem Drittel der Gesamterlöse. Die Übernahme erfolgt über die WPP-Tochter Possible.

„Nach 17 Jahren Eigenständigkeit werden wir jetzt mit voller Überzeugung Teil eines Weltkonzerns, erhalten uns dabei aber unsere kreative Unabhängigkeit“, sagte Gründer Conrad Caine dem Handelsblatt. Die Beteiligung gebe der Firma „Zugang zu einem exzellenten Netzwerk, hervorragenden Sparringspartnern und ermöglicht einen sinnvollen Technologietransfer“. All das werde – gepaart mit der Finanzkraft von Possible – die Wachstumsstrategie signifikant voranbringen.

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Conrad Caine machte 2014 laut WPP-Mitteilung 8,5 Millionen Euro Umsatz. Im vergangenen Jahr dürften die Erlöse noch einmal deutlich gestiegen sein.

Possible-Chefin Shane Atchison sagte: „Europa ist für uns eine strategisch wichtige Region und der deutsche Markt der Schlüssel zum Erfolg, da wir global wachsen wollen.“ Caine sei eine renommierte Agentur „mit beeindruckender Erfolgsbilanz“. Es werde keine Änderungen im Management geben, die Agentur firmiere aber künftig als Possible. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Kundenliste Caines ist lang und prominent besetzt. Bei Siemens und der Deutschen Bahn zum Beispiel genießt er einen guten Ruf. Das Thema Digitalisierung steht heute bei Großkonzernen wie beim Mittelstand hoch im Kurs. Gerade veränderten sich in vielen Branchen wie bei Finanzdienstleistungen oder in der Autoindustrie und beim Maschinenbau die Geschäftsmodelle radikal, sagte Caine. „Angesichts der permanenten und drastischen Veränderungen bei Prozessen und Strategien der Kunden wird auch von den Dienstleistern extreme Flexibilität und Geschwindigkeit gefragt“, sagte Caine.

Für die Partnerschaft entschied sich Caine, weil die Agentur angesichts immer größerer Aufträge in der Branche an Kapazitätsgrenzen stößt. Conrad Caine ist nicht die erste Kommunikationsagentur, die sich in die Hände eines ausländischen Werbekonzerns begibt. So erwarb vor einem Jahr der US-Werbekonzern Omnicom die stark wachsende Berliner Digitalagentur Torben, Lucie und die gelbe Gefahr. Ein halbes Jahr zuvor hatte sich Omnicom bereits eine der schillerndsten Kreativagenturen des Landes gesichert: Heimat. Und auch die renommierte Agentur Hirschen Group ging im vergangenen Jahr an WPP.

Quellle:  Handelsblatt Online
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