Zeichen gegen fossile Energien: Rockefeller-Fonds kritisiert Exxon-Praktiken

Zeichen gegen fossile Energien: Rockefeller-Fonds kritisiert Exxon-Praktiken

, aktualisiert 24. März 2016, 03:34 Uhr
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Der Rockefeller Family Fund kritisiert ExxonMobil für „moralisch verwerfliche“ Geschäftspraktiken.

Quelle:Handelsblatt Online

Weil ExxonMobil die Risiken des Klimawandels verschleiert haben soll, will sich eine wohltätige Organisation von den Aktien des Ölriesen trennen. Einen Sprecher des Konzerns überrascht diese Entscheidung nicht.

New YorkEin Stiftungsfonds von Nachfahren des Öltycoons John D. Rockefeller hat den US-Energieriesen ExxonMobil für „moralisch verwerfliche“ Geschäftspraktiken kritisiert. Der größte US-Ölkonzern habe offenbar über Jahrzehnte versucht, die Risiken des Klimawandels zu verschleiern, teilte der Rockefeller Family Fund am Mittwoch mit.

Die wohltätige Organisation habe entschieden, auf Distanz zu gehen und sich von ihren Exxon-Aktien zu trennen. Im November hatten US-Medien berichtet, dass die New Yorker Staatsanwaltschaft gegen Exxon ermittele. Der Ölkonzern steht im Verdacht, Öffentlichkeit und Anleger durch manipulierte Studienergebnisse über die Folgen des Klimawandels belogen zu haben.

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„Es ist nicht überraschend, dass sie sich vom Unternehmen zurückziehen, da sie bereits eine Verschwörung gegen uns finanzieren“, sagte ein Exxon-Sprecher auf Nachfrage. Der Rockefeller Family Fund stelle Mittel für „gezielt irreführende“ Berichte über Exxons Forschung zum Klimawandel bereit.

Die Aktion der Rockefellers ist Teil einer breiter angelegten Offensive des Fonds, mit der ein Zeichen gegen fossile Brennstoffe gesetzt werden soll. Investitionen in diesem Bereich machten inzwischen nur noch wenig Sinn - sowohl in finanzieller als auch in ethischer Hinsicht, heißt es in dem Statement.

Der Fonds folgt damit dem größeren Rockefeller Brothers Fund, der zuletzt über 790 Millionen Dollar (706 Mio Euro) verfügte. Die ebenfalls als gemeinnützige Stiftung aufgestellte Organisation hatte bereits im September 2014 angekündigt, sich schrittweise von Anlagen in fossile Energien zu trennen.

Die Entscheidungen der 1940 und 1967 von Familienmitgliedern gegründeten Fonds sind vor allem wegen der Geschichte des Clans bemerkenswert. Das Ölgeschäft hatte die Rockefellers im 19. Jahrhundert zu einer der reichsten Familien der Welt gemacht. Die beiden Fonds sind nicht mit der 1913 von John D. Rockefeller selbst ins Leben gerufenen Rockefeller-Stiftung zu verwechseln.

Quelle:  Handelsblatt Online
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