Zukunftsatlas 2016: Fünf Dinge, die Sie über das Ruhrgebiet wissen sollten

Zukunftsatlas 2016: Fünf Dinge, die Sie über das Ruhrgebiet wissen sollten

, aktualisiert 31. Mai 2016, 18:07 Uhr
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Der Sänger Herbert Grönemeyer über seine Heimatstadt Bochum: „Dein Grubengold hat uns wieder hoch geholt“.

von Markus HennesQuelle:Handelsblatt Online

Im Ruhrgebiet ist nicht alles gleich. Trotz gemeinsamer Wurzeln im Bergbau sind die Städte und Kommunen des Reviers grundverschieden. Wie der Zukunftsatlas 2016 zeigt, trifft das auch auf ihre Qualität als Standort zu.

DüsseldorfDas Ruhrgebiet war mehr als 100 Jahre Deutschlands Kraftzentrum. Und Kohle und Stahl, wichtige Grundstoffe für die industrielle Produktion, waren nach dem Zweiten Weltkrieg die Treiber des Wirtschaftswunders. Der Musiker Herbert Grönemeyer besingt diese besondere Rolle des Ruhrgebiets in der Ode an seine Heimatstadt Bochum: „Dein Grubengold hat uns wieder hoch geholt.“

Menschen, die zum ersten Mal ins Revier kommen, glauben, sie seien in einer dicht bebauten, riesengroßen Stadt. Denn tatsächlich bemerken viele das Überschreiten der ansonsten unsichtbaren Stadtgrenze eigentlich nur an den Ortsschildern.

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Doch im Ruhrgebiet ist nicht alles gleich. Trotz gemeinsamer Wurzeln im Bergbau sind die Städte und Kommunen des Reviers grundverschieden. Wie der Zukunftsatlas 2016 zeigt, trifft das auch für ihre Qualität als Wirtschaftsstandort zu.

Erster Fakt

Anders als viele Menschen aus Hamburg, Stuttgart oder München glauben, ist das Ruhrgebiet nicht gleichbedeutend mit Nordrhein-Westfalen. Zwar leben im größten Ballungsraum Deutschland zugleich der fünfgrößte Europas - auf einer Fläche von 4435 Quadratkilometern mehr als fünf Millionen Menschen. Aber zu NRW gehören auch das Rheinland, Westfalen und das Sauerland um nur die einige Regionen aufzuzählen.

Zweiter Fakt

Kohle ist nicht gleich Kohle: Das rheinische Braunkohlerevier, nordwestlich von Köln gelegen, gehört nicht zum Ruhrgebiet. Und anders als die Steinkohle von der Ruhr wird Braunkohle nicht tief unter der Erde, sondern mit riesigen Baggern im Übertagebetrieb gewonnen.

Dritter Fakt

Das Ruhrgebiet ist eine Schicksalsgemeinschaft, der Strukturwandel kommt überall nur zäh voran. Falsch. Als Faustformel gilt: Je früher sich die Städte vom Bergbau verabschiedet haben, umso besser geht es ihnen. Und im Süden kommt der Strukturwandel schneller voran als im Norden.


Im Ruhrgebiet heißen die meisten Menschen Schimanski? Quatsch!

Städte wie Essen und Mülheim im Süden, aber auch Dortmund im Osten haben stark aufgeholt. Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen und Herne am westlichen und nördlichen Rand gelegen, tun sich dagegen schwer, den Anschluss an das übrige Deutschland zu finden.

Vierter Fakt

Im Ruhrgebiet heißen die meisten Menschen Schimanski, Kowalski oder sonst-ski? Quatsch! Zwar erlebte das Ruhrgebiet insbesondere zu Beginn der Industrialisierung eine großen Zuwanderung aus Polen, aber längst ist das Revier eine Multi-Kulti-Region. In bestimmten Vierteln vieler Städte kommt man mit Deutsche nicht allzu weit, sondern schon eher mit Türkisch.

Fünfter Fakt

Die meisten Unis im Ruhrgebiet sind Pendler-Universitäten, nur wenige Studierende wollen in der Region wohnen, erst recht nicht nach dem Examen. Das negative Bild ändert sich gerade: Wegen besser werdender Beschäftigungsmöglichkeit im Revier steigt nicht nur der Anteil der 18- bis 29-Jährigen an der Gesamtbevölkerung. Besonders in den Unistädten Essen und Bochum steigt der Anteil der Beschäftigten mit hoher Qualifikation.  

 

Quelle:  Handelsblatt Online
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