Zukunftsatlas 2016: Fünf Kuriositäten zur Bodensee-Region

Zukunftsatlas 2016: Fünf Kuriositäten zur Bodensee-Region

, aktualisiert 04. Juni 2016, 15:42 Uhr
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Manche Firmen haben Fachkräften früher zum Arbeitsvertrag auch gleich den Bootsliegeplatz spendiert.

von Stefani HergertQuelle:Handelsblatt Online

Rund um den Bodensee kann man nicht nur Urlaub machen, es ist auch eine Industrieregion. Das wissen viele gar nicht. Was die beiden Landkreise um Lindau und Friedrichshafen noch interessant macht.

FriedrichshafenDie beiden Landkreise um Lindau und Friedrichshafen stehen trotz ihrer Randlage gut da, das zeigt auch der Prognos Zukunftsatlas 2016, das Ranking aller 402 Kreise und kreisfreien Städte, welches das Institut alle drei Jahre veröffentlicht. Der Kreis Lindau schafft es dieses Mal unter die besten 30, der Bodenseekreis rund um Friedrichshafen gar unter die Top-20.

Wie das gelingt? Mit viel Industrie, wenig Arbeitslosigkeit und natürlich auch den schönen Landschaften mit Wein- und Obstbau, die nicht nur Urlauber anziehen. Die vielen Grenzen, die hier verlaufen, fallen im Alltag kaum auf. Lindau zählt zu Bayern, Friedrichshafen zu Baden-Württemberg, im Bodenseekreis verläuft zudem die Grenze zwischen Schwaben und Baden. Und nur wenige Kilometer hinter Lindau beginnt ja schon Österreich.
Was man jenseits der harten Fakten noch so über die Region wissen muss? Das hier vielleicht.

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Kuriosität 1

Wer die Friedrichshafener fragt, mit welchem Unternehmen sie ihre Stadt verbinden, wird meist hören: Mit ZF Friedrichshafen, dem Automobilzulieferer mit weltweit etwa 130.000 Mitarbeitern. Außerhalb der Stadt verbinden viele mit ihr aber Zeppelin, den Nachfolge-Konzern des berühmten Grafen Ferdinand von Zeppelin, der einst am Bodensee das Luftschiff entwickelt hat.

Dabei hat der Zeppelin-Konzern seine Zentrale längst in der Nähe von München. Die offizielle Adresse aber ist noch immer Friedrichshafen. Wenn man mal durcheinander kommt, macht das aber auch nichts: Die Anschrift ist in beiden Orten identisch: Graf-Zeppelin-Platz 1.

Kuriosität 2

Die deutsche Seeseite hat auch den wenig schmeichelhaften Namen „Dieselloch“. Das hat nichts mit der Autoindustrie vor Ort zu tun, sondern mit einem Fortbewegungsmittel, das sich eigentlich als saubere Alternative dazu anpreist: Die Bahn. Doch wer von Ulm oder München aus an den Bodensee fahren will, steigt selbst im Zug auf Diesel um. Denn die Strecken sind noch immer nicht elektrifiziert, das aber soll nach langem Hin und Her in den nächsten Jahren passieren. Von Stuttgart nach Friedrichshafen könnte man dann in rund 90 Minuten kommen, heute sind es mehr als zwei Stunden.

Kuriosität 3

Wer in den Lindauer Hafen einfährt, kommt nicht nur an einem Leuchtturm vorbei, sondern wird auch vom bayerischen Löwen empfangen. Den Blick auf den See gerichtet, zeigt das Hinterteil des Werkes aus Sandstein gen Land. Böse Zungen behaupten, er strecke es in Richtung München, der Landeshauptstadt. Wenn’s denn stimmt, sagt es viel über das Verhältnis der Lindauer zum Freistaat aus.

Übrigens: Zwischenzeitlich war der bayerische Löwe gar ein baden-württembergischer. Als die Deutsche Bahn den Lindauer Hafen verkaufte, schlugen die Konstanzer Stadtwerke zu. Vor Ort war klar: Das geht gar nicht! Sechs Jahre stritten die beiden Städte um das Tier und den Hafen, bis Lindau Hafen und Löwen zurückkaufte. Wenn er denn könnte, würde er heute also wieder bayerisch brüllen.

Kuriosität 4

Im Landkreis Lindau wird in der Stadt selbst, aber auch in den Orten Nonnenhorn und Wasserburg Wein angebaut. Obwohl der Landkreis auf bayerischem Boden liegt, zählt das Anbaugebiet geographisch zu Württemberg. Eine eigene geschützte geographische Angabe hat man sich aber dennoch einfallen lassen: Wein aus den Gemarkungen Hoyren und Aeschach der Kreisstadt Lindau sowie den Gemeinden Nonnenhorn und Wasserburg darf als „Bayerischer Bodensee-Landwein“ vermarktet werden - wenn sich die Winzer an die Regeln dafür halten.

Kuriosität 5

Der Landkreis Lindau besteht aus zwei sehr unterschiedlichen Teilen – der Region am Bodensee und dem Westteil im Allgäu. Viel, so sagt man dort, haben die Leute am See und jene im Allgäu nicht miteinander zu tun. Das liegt vielleicht auch daran, dass der kürzeste Weg über einen kleinen Pass mit sieben Kehren führt, schließlich liegen zwischen Lindau und den Gemeinden im Westallgäu etwa 400 Höhenmeter. Wenn man so will eine natürliche Grenze.

Quelle:  Handelsblatt Online
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