Zusätzliche Geldquelle: Produktion flexibler steuern

Zusätzliche Geldquelle: Produktion flexibler steuern

, aktualisiert 29. Oktober 2016, 16:27 Uhr
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Zwischenfinanzierte Rohstoffe.

von Gian HessamiQuelle:Handelsblatt Online

Beim Finetrading finanziert ein Zwischenhändler den Einkauf. Immer mehr Mittelständler nutzen die Vorteile dieser bankenunabhängigen Dienstleistung – nicht nur als neue Form der Finanzierung.

AachenZeit ist Geld. Per Finetrading gewinnen Unternehmen Zeit. Bei dieser bankenunabhängigen Dienstleistung finanziert ein Finetrader, eine Art Zwischenhändler, den Einkauf. Der Lieferant profitiert vom Wegfall des Zahlungsrisikos, da der Finetrader direkt nach der Lieferung die Ware für den Einkäufer bezahlt. Er gewährt dem Unternehmen für die Rückzahlung einen Zeitraum, zum Beispiel bis zu 120 Tage. Dafür erhebt er eine Gebühr, die von der Bonität des Unternehmens und der Dauer der Nutzung abhängig ist.

Der Vorteil für die einkaufende Firma: Sie kann ihre Waren dann bestellen, wenn sie produzieren will, und bezahlt erst, wenn sie am Markt Umsatz generiert. „Unsere Kunden entlasten ihre liquiden Mittel durch gezielte Einkäufe und nutzen diese Zeit, bevor sie die Lieferungen bezahlen müssen“, sagt Petri Pennanen, Geschäftsführer von WCF Finetrading. Dies macht die Firmen zahlungskräftiger. Die Kosten, die dabei entstehen, steuert das Unternehmen durch den Zeitpunkt der Rückzahlung. Je kürzer die Laufzeit, desto geringer die Kosten. „Finetrading macht Unternehmen flexibler und reaktionsschneller“, so Pennanen.

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Die Vorteile von Finetrading nutzt auch die Wilhelm Schulz GmbH aus Krefeld. Das Unternehmen produziert Rohrverbindungsstücke aus Stahl und liefert diese weltweit an die Öl-, Gas- und Energiegewinnungsindustrie. Materiallager in wichtigen Regionen, etwa in Brasilien, USA und Singapur, garantieren schnellstmögliche Materialverfügbarkeit. Um die Lieferfähigkeit vor Ort gewährleisten zu können, hat die Firma Warenlager am jeweiligen Hauptsitz eingerichtet.

„Vorfinanzierungen und lange Zahlungsziele unserer ausländischen Kunden stellen uns immer wieder vor die Herausforderung, unser Wachstum zu finanzieren“, sagt Rainer Floeth, Geschäftsführer bei Wilhelm Schulz. Per Finetrading kann seine Firma die Lager vorfinanzieren. Das Unternehmen erhält mehr Spielraum und ist permanent lieferfähig. Weiter werden die Bankenlinien mit den aufwendigen Einlagerungen nicht blockiert, und die ausländischen Vertriebsgesellschaften erhalten ein verlängertes Zahlungsziel bis zu 120 Tagen, wie Floeth erklärt: „Finetrading verschafft uns die zusätzliche Liquidität, um die Herausforderungen unseres Geschäftes zu meistern.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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