++ Live-Blog Davos ++ Blackstone-Chef Schwarzmann sieht mehr Investitionen in den USA

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos diskutieren CEOs über die Auswirkungen der US-Steuerreform und „America First“ auf Unternehmen. Post-Chef Frank Appel glaubt, neue Strafzölle werden vor allem US-Bürger selbst treffen.

Der Chef des US-Vermögensverwalters Blackstone kritisierte beim Weltwirtschaftsforum die Handelspolitik Chinas. Quelle: Bloomberg

DavosMit einer Rede eröffnet der indische Premierminister Narendra Modi am Dienstag die 48. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Bis zum Freitag diskutieren etwa 3000 Spitzenpolitiker, Wirtschaftsbosse und Wissenschaftler in dem Schweizer Wintersportort über Antworten auf politische, soziale und wirtschaftliche Probleme. Die Ereignisse des ersten Tags im Newsblog.

+++ „Die USA sind der „place to be“ in der entwickelten Welt“ +++

Trumps Steuerreform mache die USA wettbewerbsfähiger, findet Blackstone-Chef Schwarzmann: „Die USA sind der „place to be“ in der entwickelten Welt“, sagte er. Niedrigere Steuern und weniger Regulation führten zu einem wirtschaftsfreundlicheren Umfeld. Er erwarte, dass viele Konzerne nun in den USA investierten. Trump hatte die Unternehmenssteuer von 35 auf 21 Prozent gesenkt.

+++ Blackstone-Chef verteidigt US-Strafzölle +++
Stephen Schwarzmann, Blackstone-Chef, hat die Politik von US-Präsident Trump bei einer Diskussion in Davos verteidigt. Chinas Importzölle seien bisher drei Mal so hoch wie diejenigen der USA, sagte der einflussreiche Chef der Investmentgesellschaft. Er verwies dabei auch auf das gewaltige Defizit der USA im Handel mit China, das Trump seit langem stört. „Diese Beziehung muss sich ändern, sie muss angemessen sein“, betonte Schwarzman. „Die chinesischen Gesetze ähneln denen der USA aus dem 19. Jahrhundert, so gehen eben Schwellenländer ihren Weg.“

+++ Chefin der US-Börse sieht US-Steuerreform positiv +++
Die Chefin der US-Börse Nasdaq, Adena Friedman, sagte, die Reform habe sehr gute Auswirkungen auf Unternehmen. Mit dem frei werdenden Kapital könnten sie sowohl Geld an ihre Anteilseigner ausschütten als auch investieren. „Das ist ein Wachstumstreiber für die USA - und sehr attraktiv für Unternehmen.“

+++ „Wenn es Frankreich und Deutschland gut geht, geht es Europa gut“ +++
Die Reformen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron lobte Post-Chef Frank Appel. Frankreich sei dadurch deutlich wettbewerbsfähiger geworden. „Wenn es Frankreich und Deutschland gut geht, geht es Europa gut“, sagte der Manager. Unternehmen müssten zuerst an sich und an ihre Angestellten rund um den Globus denken. So nutze die Globalisierung möglichst vielen Menschen.

+++ Post-Chef Appel: US-Arbeitnehmer zahlen Zeche für Protektionismus +++
Die neuen US-Strafzölle auf Waschmaschinen und Solarmodule werden nach Ansicht von Post-Chef Frank Appel vor allem die Bürger in den Vereinigten Staaten treffen. „Wenn die USA noch mehr auf Protektionismus setzen, werden die Leute dann eben von anderen Unternehmen kaufen. Die Zeche zahlen am Ende die Angestellten in den USA“, sagte Appel in Davos.

+++ Europa ist auf gutem Weg, findet Post-Chef Appel +++
Wettbewerb ist gut für Europa, sagt Post-Chef Frank Appel. Er sehe Europa auf einem guten Weg, erklärt er bei der Podiumsdiskussion zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos. Die Politiker in Europa sollten sich auf Bildung und Wettbewerb konzentrieren.

+++ US-Steuerpolitik ein Vorteil für Unternehmen? +++
Bisher seien die Auswirkungen der neuen Steuerpolitik in den Vereinigten Staaten positiv für Unternehmen, so Adena Friedman. Frank Appel merkt an: Eine bestimmte Steuerpolitik möge den Unternehmen kurzfristig helfen, aber langfristig seien Stabilität und Produktivität für die Wirtschaft eines Landes wichtig. So sei es zum Beispiel wichtig, in Bildung zu investieren.

+++ Globale Märkte in einer fragmentierten Welt +++
Top-CEOs wie Frank Appel (Deutsche Post), Adena Friedman (Technologiebörse Nasdaq), Brian T. Moynihan (Bank of America), Stephen A. Schwarzmann (Finanzinvestor Blackstone) und Tidjane Thiam (Credit Suisse) diskutieren in Davos über die Auswirkungen von neuen Regularien, eine veränderte Steuerpolitik und geopolitische Risiken auf die Finanzmärkte und Unternehmen. Hier geht es zum Livestream.

+++ Schweiz stuft Lawinengefahr leicht herab +++
Die Lawinengefahr in den Schweizer Alpen ist etwas gesunken. Das Schnee- und Lawinenforschungsinstitut (SLF) in Davos stufte die Gefahr am Dienstagmorgen zwar noch als groß ein. Aber auf der Gefahrenskala war das nur noch Stufe vier. Wegen der starken Niederschläge, die die Schneedecken instabil machten, galt seit dem Wochenende die Stufe fünf. Am Dienstag war das Wetter deutlich besser. Die Meteorologen sagten örtlich Sonnenschein voraus. Vor dem Gotthard-Tunnel war in der Nacht eine Schlammlawine niedergegangen und hatte die Autobahn auf einer Länge von 50 Metern verschüttet. Ein Auto wurde erfasst, aber niemand kam zu Schaden, wie die Kantonspolizei in der Nacht mitteilte. Die Autobahn und der Tunnel blieben zunächst gesperrt.

+++ Elton John erhält Crystal Award +++
Für ihre Rollen als Brückenbauer und gesellschaftliche Vorbilder hat das Weltwirtschaftsforum die Schauspieler Cate Blanchett (48) und Shah Rukh Khan (52) sowie den Musiker Elton John (70) am Abend vor Beginn des Gipfels mit dem Chrystal Award geehrt. Die Australierin Blanchett wird für ihren Einsatz für Flüchtlinge geehrt, der Brite Sir Elton John für den Kampf gegen Aids und das HI-Virus. Bollywood-Star Shah Rukh Khan setzt sich besonders für Frauen- und Kinderrechte in seiner Heimat Indien ein.

+++ Rekordzahl von Top-Politikern +++
Stolze 70 Staats- und Regierungschefs haben sich 2018 angekündigt, um am Gipfel in Davos teilzunehmen.

+++ Teilnehmer steckten im Schnee fest +++
Unmengen Neuschnee haben über Hunderte Kilometer höchste Lawinengefahr in Davos verursacht. Am Montagnachmittag saßen viele Teilnehmer des Gipfels rund drei Kilometer vor dem Alpenort in einem Bus fest. Ihr Anreise glich ob der schweren Schneemassen einem Abenteuer.

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