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mBank Interessenten müssen wohl bis Mitte Januar für die Commerzbank-Tochter bieten

Die Commerzbank will mit Verkauf der polnischen Tochter den Konzernumbau finanzieren. An der Börse ist der Anteil aktuell 2,5 Milliarden Euro wert.

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Die Commerzbank will sich bis Ende 2020 von ihrem knapp 70-prozentigen Anteil an der polnischen Tochter trennen. Quelle: Reuters

Die Commerzbank treibt den Verkauf ihrer polnischen Tochter mBank voran. Interessenten für die mBank müssten ihre ersten Gebote bis Mitte Januar abgeben, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Commerzbank will sich bis Ende 2020 von ihrem knapp 70-prozentigen Anteil an der polnischen Tochter trennen, um mit dem Erlös den Konzernumbau zu finanzieren. Die Commerzbank und die Bieter lehnten eine Stellungnahme ab.

Die polnischen Banken PKO BP und ein Konsortium des Versicherers PZU und dessen Bank Pekao haben Interesse an der mBank angemeldet. Auch die österreichische Erste Group hat bereits ihren Hut in den Ring geworfen und die mBank als interessante Möglichkeit bezeichnet, in einem wichtigen Markt zu wachsen. Von den beiden staatlich kontrollierten polnischen Banken könnte Pekao bei einer Fusion mit der mBank mehr Synergien heben als PKO BP, sagte einer der Insider.

Ausländische Banken könnten die jüngsten Aussagen polnischer Politiker, die die mBank im Besitz eines polnischen Instituts sehen wollen, jedoch abschrecken. Sie fürchteten staatliche Vergeltungsmaßnahmen, sollten sie sich die mBank einverleiben, sagten Bankmanager hinter vorgehaltener Hand. Insider zufolge bereiten sich die österreichische Erste Group und die französische Credit Agricole weiter auf eine Teilnahme an dem Verkaufsprozess vor.

In der Vergangenheit hatten die Polen-Tochter der niederländischen Großbank ING und die Santander Bank Polska erklärt, sie würden sich die Transaktion anschauen. Die polnische Tochter der französischen Großbank BNP Paribas hatte dies ebenfalls nicht ausgeschlossen. Sie werden den Verkaufsprozess nun wohl von der Seitenlinie aus beobachten.

An der Börse wird der Commerzbank-Anteil an der mBank aktuell mit 2,5 Milliarden Euro bewertet. Der Kaufpreis könnte jedoch davon abweichen, da die polnische Finanzaufsicht darauf drängt, dass die Commerzbank das Portfolio an Franken-Krediten behält. Diese Hypothekendarlehen gelten als eines der größten Probleme für die Geldhäuser in Polen.

Wegen der niedrigen Zinsen in der Schweiz hatten viele Polen einst Kredite in Franken aufgenommen, um ihr Haus zu finanzieren. Der Zloty verlor gegenüber der Schweizer Währung jedoch stark an Wert und die Regierung will die Banken nun zwingen, die Darlehen in Zloty-Hypotheken umzutauschen. Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, der im Oktober den Kreditnehmern in dem Streit den Rücken gestärkt hatte, häufen sich die Klagen.

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