++ Newsblog zur Bundestagswahl ++ Kampf ums Kanzleramt beginnt

Am Sonntag wählt Deutschland: Bleibt Angela Merkel Bundeskanzlerin? Welche Koalitionen sind möglich? Wer wird die dritte Kraft im Bundestag? Verfolgen Sie Ereignisse und Einschätzungen am Wahltag in unserem Newsblog.

Bis zuletzt sagt Martin Schulz: „Ich will Kanzler werden.“ Doch in Umfragen liegt der SPD-Herausforderer deutlich hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Quelle: dpa

Endspurt für die Kanzler- und Spitzenkandidaten. Umfragen sehen die Amtsinhaberin deutlich vorne, aber wird ihr vierter Erfolg auch glänzen? Viele Wahlberechtigte sind noch unschlüssig. Auf sie setzt SPD-Herausforderer Martin Schulz. Oder steht am Ende eine historische Niederlage für die Genossen? Um den Rang der dritten Kraft im deutschen Bundestag kämpfen gleich mehrere Parteien: FDP, Linke, Grüne und die AfD. Wer macht das Rennen? Am Sonntag bieten wir Ihnen Nachrichten und Analysen zur Wahl in unserem Newsblog.

+++ Wahllokale öffnen um 8 Uhr +++
Frühaufsteher können am Sonntag ab 8 Uhr ihre Stimme abgeben. Geöffnet haben die Wahllokale bis 18 Uhr. Dann werden auch die ersten Prognosen veröffentlicht.

+++ Jeder Wähler hat zwei Stimmen +++
Mit der Erststimme kann er einen Wahlkreisabgeordneten direkt in den Bundestag schicken. Die Zweitstimme gibt er einer Partei, die ihre Kandidaten zuvor auf einer Landesliste nominiert hat. Die Zweitstimme ist also entscheidend für die parteipolitische Zusammensetzung des Bundestages, da die Sitze auf die einzelnen Parteien entsprechend ihrem bundesweiten Zweitstimmenergebnis verteilt werden.

+++ Auch noch unentschlossen? +++

Offenbar wissen viele Wahlberechtige noch nicht, wem sie ihre Stimme geben wollen. Gehören Sie auch zu den Unentschlossenen? Dann hilft Ihnen womöglich der Wahl-O-Mat bei der Entscheidungsfindung.

+++ Mehrfach wählen verboten +++
Bei der Bundestagswahl darf jeder Wahlberechtigte nur einmal wählen. Laut Bundeswahlleiter gilt dies auch dann, wenn man – beispielsweise nach einem Umzug – mehrere Wahlbenachrichtigungen erhalten haben sollte. Wer mehrfach wählt oder wer wählt, ohne wahlberechtigt zu sein, begeht Wahlfälschung und macht sich strafbar.

+++ Mehr Briefwähler +++
Fast jeder dritte Wahlberechtigte will nach einer Ende August veröffentlichten Umfrage per Brief wählen. 2013 betrug der Anteil der Briefwähler 24,3 Prozent.


+++ Wahlkrimi möglich, TV-Krimi fällt aus +++
Wer am Sonntag der Bundestagswahl um 20.15 Uhr einen neuen „Tatort“ sehen will, wird enttäuscht. Das Erste, wie auch das ZDF, sendet zur besten Sendezeit die „Berliner Runde“ mit Vertretern der Bundestagsparteien. Es kommt also kein neuer Sonntagskrimi. Seit 47 Jahren gibt es die Krimireihe „Tatort“, 13 Bundestagswahlsonntage fallen in diese Zeit. Lediglich zweimal gab es an einem solchen Sonntag einen neuen „Tatort“ im Ersten, wie „Tatort“-Experte François Werner von „tatort-fundus.de“ weiß: 1987 und 1994.

+++ Schwierige Verhandlungen +++
Nach Umfragen liegt die Union derzeit deutlich vorne – erreicht die 40 Prozent aber womöglich nicht. Derzeit sind nach der Wahl demnach Verhandlungen über eine Neuauflage der großen Koalition wie auch über ein Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen denkbar. Unionsfraktionschef Volker Kauder erwartet daher komplizierte Verhandlungen. „In der Programmatik von Grünen und FDP gibt es bei beiden Punkte, die für uns schwierig sind“, sagte er. „Die FDP hat ihre Defizite in der Inneren Sicherheit, die Grünen sind zu technikfeindlich. Das gilt auch für die SPD. Die vernachlässigt die Wirtschaft eklatant.“ Bündnisse mit der AfD und der Linkspartei schließt Kauder aus.

+++ Ringen um Rang drei +++
Spannung verspricht der Kampf um Platz 3 hinter CDU/CSU und SPD. Linke, Grüne und FDP beanspruchen diese Position jeweils für sich. Sorge bereitet den etablierten Parteien das Erstarken der AfD in den Umfragen. Nach diesen haben die Rechtspopulisten gute Chancen, aus dem Stand heraus drittstärkste Kraft im neuen Bundestag zu werden und damit womöglich die Opposition anzuführen. Die Frage, welche Partei die Opposition anführt, ist keine reine Symbolik. Traditionell fällt dieser Partei der Vorsitz im wichtigen Haushaltsausschuss des Bundestags zu. Der Oppositionsführer ist zudem bei Regierungserklärungen der erste Redner nach der Kanzlerin.

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