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Abwertung der Lira Türkische Banken helfen Unternehmen mit Milliardenpaket

Insgesamt 30 Milliarden Lira wollen die türkischen Staatsbanken zur Verfügung stellen. Geholfen werden soll damit beispielsweise den Maschinenbauern.

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Die jahrelang boomende Wirtschaft hat viele Firmen dazu verleitet, Geld in fremden Währungen aufzunehmen. Quelle: Reuters

Istanbul Türkische Staatsbanken greifen den unter der schwachen Landeswährung Lira leidenden Importeuren mit einem Hilfspaket unter die Arme. Die drei großen Geldhäuser stellen bis Jahresende insgesamt 30 Milliarden Lira (rund 4,4 Milliarden Euro) zur Verfügung, wie Finanzminister Berat Albayrak am Donnerstag ankündigte. Es ist bereits das zweite Paket: Ein erstes wurde im April für Energieunternehmen angekündigt.

„Importabhängige Branchen sowie Sektoren, die zur Beschäftigung beitragen und ein hohes Handelsdefizit aufweisen, werden durch das Finanzierungspaket unterstützt“, sagte Albayrak bei einer Präsentation in Istanbul. Geholfen werden soll damit beispielsweise den Maschinenbauern. Das Paket sieht Darlehen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren ohne Tilgung sowie Kredite mit bis zu zehn Jahren Laufzeit vor.

Die jahrelang boomende Wirtschaft hat viele Firmen dazu verleitet, Geld in fremden Währungen aufzunehmen. Durch die drastische Abwertung der Lira - die 2018 zeitweise fast die Hälfte ihres Wertes zum Dollar einbüßte - wird es für sie nun sehr teuer, die Forderungen zu erfüllen. Von den 400 Milliarden Dollar an Krediten im türkischen Bankensektor konnten bis März nur 16 Milliarden Dollar umstrukturiert werden.

Der Türkei droht der Industriestaaten-Organisation OECD zufolge 2019 ein noch tieferer Konjunktureinbruch als zunächst gedacht. Die Wirtschaftsleistung werde wohl um 2,6 Prozent schrumpfen, sagen die OECD-Experten voraus. Bislang hatten sie nur ein Minus von 1,8 Prozent veranschlagt. Ein Grund sei die Verunsicherung der Investoren nach den Kommunalwahlen, die auch die Wachstumsaussichten für 2020 beeinträchtigten.

Mehr: Der Aktienmarkt am Bosporus erlebt eine Berg- und Talfahrt. Das liegt vor allem an der schwachen Lira. Ausländische Investoren sind verunsichert.

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