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Interview mit Daimler-Bereichsvorstand Markus Schäfer „Wir legen das Fundament für die Fabrik der Zukunft“

Markus Schäfer: Er ist Bereichsvorstand Mercedes-Benz Cars, Produktion und Supply Chain Management bei der Daimler AG. Quelle: Daimler AG

Die Daimler AG investiert Milliarden in die Modernisierung ihrer Produktion. Markus Schäfer, Bereichsvorstand Mercedes-Benz Cars, erklärt im Interview, warum die Digitalisierung das Geld wert ist.

Herr Schäfer, die Daimler AG hat sich mit der „Factory 56“ als Anwendungsbeispiel für die Smart Factory ehrgeizige Ziele gesetzt. Wie sehen diese genau aus?

Mit der Factory 56 bauen wir am Standort Sindelfingen eine der modernsten Automobilproduktionen der Welt und legen das Fundament für die Fabrik der Zukunft. Die wird international Maßstäbe setzen und bei Mercedes-Benz Cars ein Produktionskonzept für weitere Werke auf der ganzen Welt darstellen. Wir übernehmen die Technologieführerschaft, bei der Mensch und Maschine Hand in Hand arbeiten.

Sie spielen auf die Arbeitserleichterung für Mitarbeiter dank neuer Technologien an. Darüber hinaus zählen Effizienzsteigerung und Qualitätssicherung zu den häufig genannten Vorteilen der Smart Factory. Gibt es auch einen erlebbaren Mehrwert für den Kunden?

Aus Kundensicht geht es natürlich nicht in erster Linie um die Produktion, sondern vielmehr darum, ein herausragendes Fahrzeug zu erhalten. Das Auto der Zukunft wird sicherlich anders aussehen, als heute – wir sprechen von automatisierten Fahrzeugen, die vollständig vernetzt sind. In der modernen Produktion sind wir gefordert, diese Fahrzeuge mit allen neuen Funktionalitäten abzubilden. Dabei wollen wir unseren Kunden die Möglichkeit geben, Individualisierungen an ihrem Fahrzeug bis zum spät möglichsten Zeitpunkt umzusetzen.

Ein konkretes Beispiel: Heute schon können Neufahrzeugkäufer über die Mercedes me-App Einblicke in die Produktion ihrer Fahrzeuge erhalten. Wir können uns vorstellen, dass ein Kunde in Zukunft auch kurzfristig noch Änderungen an seinem Fahrzeug vornehmen kann, beispielsweise sein Monogramm in die Sitze einsticken zu lassen. Und vielleicht fährt eines Tages ein Mercedes autonom vom Band und direkt vor die Haustür seines neuen Besitzers.

Einer Studie von Capgemini zufolge ist die Automobilbranche Vorreiter bei der Umsetzung der Smart Factory. Sie investieren Milliarden in die Modernisierung Ihres Standorts in Sindelfingen. Welche Aussichten rechtfertigen die Anstrengungen?

Natürlich ist die Digitalisierung unserer Produktionsprozesse ein großes Vorhaben, das wir jedoch schon vor Jahren gestartet haben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die smarte Produktion zeichnet sich durch maximale Flexibilität aus, ist transparent und hocheffizient. Sie sichert und steigert die Qualität unserer Produkte sowie der Produktionsprozesse.

Der Schlüssel zum Erfolg sind maximale Flexibilität, Transparenz und gleichzeitig höchste Effizienz. Durch eine digitalisierte Wertschöpfungskette können wir kurzfristig auf Marktschwankungen reagieren, aber auch leichter Nischenprodukte oder individuelle Varianten produzieren. Die Digitalisierung ist unabdingbar, um uns weiterhin zukunftsfähig aufzustellen.

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