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IoT-Untersuchung Mission Betrieb 4.0: Possible

Quelle: Adobe Stock

Im vernetzten Betrieb liegt die Zukunft. Das Internet der Dinge ins Unternehmen zu holen ist zwar eine Herausforderung, doch eine Gruppe erfolgreicher Digitalisierer zeigt, wie der Betrieb 4.0 zum Erfolg wird.

Bis zum Jahr 2020 dürften die weltweiten Investitionen in das Internet der Dinge laut einer Studie von IDC auf 1,3 Billionen Dollar klettern. Viele deutsche Firmen haben jedoch kaum teil an diesem Trend.

Das Capgemini Digital Transformation Institute hat untersucht, was diese Unternehmen von solchen unterscheidet, die IoT-Lösungen gewinnbringend und flächendeckend umsetzen. Die erfolgreichsten Digitalisierer gehen mit Überzeugung an ihre Aufgabe heran und lassen sich weder von einer schwachen Führung noch von fehlendem IT-Knowhow aufhalten. Ihre Devise heißt: „Mission Betrieb 4.0: Possible“.

In Deutschland sind die erfolgreichen Digitalisierer noch in der Minderheit. Lediglich 35 Prozent der deutschen Betriebe, die Capgemini für die Studie zu IoT-Lösungen im Betrieb befragt hat, gaben an, das Internet der Dinge unternehmensweit einzusetzen – also nicht nur als Pilotprojekt. Die USA zum Beispiel sind mit einem Anteil von 44 Prozent schon weiter.

„Viele Unternehmen bringen ihre Digitalisierungsprojekte nicht zu Ende, oder sie schaffen es nicht am experimentellen Stadium vorbei“, beschreibt Jörg Wahler, Experte in Digital Manufacturing Strategy & Transformation bei Capgemini Consulting, die Situation.

Viele lassen sich von Sicherheitsrisiken und Sorgen um den Datenschutz aufhalten, oder es fehlt ihnen das analytische Know-how, um die Daten auszuwerten, die von vernetzten Maschinen generiert werden. „Eine Kernschwäche bei IoT-Projekten ist der Mangel an Fachkräften“, sagt Wahler. Jedes zweite Unternehmen hat außerdem Schwierigkeiten, das richtige Anwendungsgebiet für IoT-Lösungen zu finden, wo sich die Investitionen schnell auszahlen und skalieren lassen.

Anders sieht es bei den Unternehmen aus, die als besonders erfolgreiche Digitalisierer herausstechen – Capgemini nennt sie in der Studie „Unlocking the business value of IoT in operations“ Bellwethers. Die Mehrheit der Bellwethers steigert Effizienz, Produktivität, Kundenzufriedenheit, Umsatz und Margen mit IoT-Projekten überdurchschnittlich stark. Von den übrigen Unternehmen schafft das nur rund jedes vierte.


Doch was unterscheidet Bellwethers von anderen Unternehmen? Vor allem sehen sie eine gute IoT-Strategie als überlebenswichtig an. In anderen Unternehmen existiert diese Dringlichkeit nur in jedem zweiten Betrieb.

Für Bellwethers ist es also keine Frage, ob es IoT-Projekte geben soll, sondern welche. Sie haben sich in dem Zuge eine besonders klare Sicht darauf erarbeitet, welche IoT-Initiativen sie wirklich weiterbringen. Über vier von zehn Bellwethers realisieren IoT-Projekte mit besonders hohem Potenzial – also solche, die einen großen Nutzen haben und sich auch finanziell schnell auszahlen. Nur neun Prozent der übrigen Betriebe gehen so zielstrebig vor.

Der Nutzen von IoT-Lösungen zeigt sich besonders klar, wenn sie ein konkretes Problem lösen können. Ein solches Problem: Der durchschnittliche Einzelhändler verliert rund vier Prozent seines Umsatzes, weil Produkte nicht verfügbar sind. Die amerikanische Supermarktkette Giant Eagle hat deshalb seine Regale mit Sensoren ausgestattet, die messen, wann das Inventar zur Neige geht. Giant Eagle konnte dadurch die Zeit, bis das Regal wieder aufgefüllt wurde, um zwei Drittel und die Zahl der ausverkauften Produkte um 50 Prozent senken.

„Viele Unternehmen bringen ihre Digitalisierungsprojekte nicht zu Ende.“  

IoT-Projekte, deren finanzieller Nutzen sich eindeutig messen lässt, haben die besten Chancen, auch die Unterstützung aller Entscheidungsträger zu genießen. Das zeigt auch der Schokoladenhersteller Hershey’s. Er hat seine Fabriken an entscheidenden Punkten mit IoT-Sensoren ausgestattet, die die Temperatur in Süßigkeitenbehältern messen. Das Unternehmen konnte dadurch die Größe seiner Produkte genauer bemessen und viel Geld sparen: Eine einprozentige Reduzierung der Zutaten, um die beschriebene Produktgröße genauer zu treffen, spart dem Unternehmen pro Charge von 53.000 Litern rund eine halbe Million Dollar.

Hershey’s wertete dazu rund 60 Million Datenpunkte aus, die die Sensoren gesammelt hatten. Die wenigsten Unternehmen fühlen sich jedoch in der Lage, solche Daten effektiv auszuwerten und Schlüsse daraus zu ziehen. 60 Prozent der in der Studie befragten Unternehmen sagten, dass ihnen die nötigen Erfahrungen und Talente fehlten, um IoT-Daten richtig zu analysieren. Über die Hälfte sagte außerdem, dass ihnen die technologische Infrastruktur fehle.

Bei den erfolgreichen Digitalisieren, also den Bellwethers, ist es anders. 57 Prozent sehen ihre Expertise beim Umgang mit Daten nicht als großen Hinderungsgrund für ihre IoT-Strategie. Überhaupt muss sich jedoch kein Unternehmen daran hindern lassen, dass ihm das Wissen dazu fehlt, wie sich aus Datensätzen hilfreiche Algorithmen ableiten lassen.

IoT-Projekte lassen sich oft schneller und kostengünstiger umsetzen, als Betriebe denken. Capgemini unterstützt Unternehmen dabei und löst auch ihr Problem des fehlenden IT-Knowhows: Das Beratungsunternehmen stellt ihnen Mitarbeiter und die Infrastruktur zur Auswertung ihrer Daten zur Verfügung. „IoT-Lösungen zur Fernwartung von Maschinen zum Beispiel lassen sich oft schon unter 100.000 Euro und in weniger als einem halben Jahr implementieren“, sagt Wahler.

Trotzdem zögern viele Unternehmen, weil sie nicht sicher sind, wann der richtige Zeitpunkt für ein IoT-Projekt ist. Viele Technologien und Plattformen sind noch jung und nicht aufeinander abgestimmt. Zu lange zu zögern ist jedoch gefährlich, sagt Wahler: „Ich kann warten, bis es bei den Technologien mehr Standardisierung gibt, aber es gibt auch das Risiko, dass dann der Zug abfährt. Der richtige Weg liegt meist in der Mitte. Man muss Erfahrungen sammeln und seine Schnittstellen später harmonisieren.“

So kann ein Unternehmen auch damit beginnen, seine Denkweise zu ändern und sich die IoT-Kultur so zu eigen zu machen, wie es die Bellwethers längst getan haben. „Da die Investitionsvolumina nicht allzu hoch sind, sollte man sofort anfangen“, sagt Wahler.




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