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Interview zu Sprachassistenz „Eine Branche im Goldrausch“

Als globaler Leiter der Customer Experience Unit bei Capgemini ist Steffen Elsässer Experte für das Thema Sprachassistenz. Quelle: Capgemini

Alle stürzen sich auf das Thema Sprachdienste. Das Potenzial ist riesig, bestätigt Steffen Elsässer von Capgemini Consulting im Interview. Doch letztlich werden sich nur wenige durchsetzen.

Sprachassistenten machen bisher vor allem als Gadgets von sich reden. Wo liegt tatsächlich das Potenzial der Technologie?

Die Technologie wird sich etablieren und allmählich immer mehr Aufgabenbereiche abdecken. Im Kern geht es darum, wie Konsumenten mit Produkten und Services interagieren. Für diese Interaktion hat Technologie in den vergangenen Jahren ganz neue Möglichkeiten geschaffen: Früher hatten wir etwa auf Laptop und Handy nur einen Eingabemodus. Dann kam das Touch-Display dazu und hat unsere Nutzungsgewohnheiten völlig verändert. Jetzt ist Sprache die neue Zusatzkomponente, und Gesichts- bzw. Emotionserkennung als nächste Stufe ist bereits auf dem Weg. Das wird die Interaktion mit Endgeräten weitergehend und grundsätzlich wandeln. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, wie sie diese Technologien in ihre Produkte und Services einbinden.

Dass Unternehmen Sprachdienste einbinden, ist also bereits außer Frage?

Wir haben bei Capgemini Consulting verschiedene Studien zu dem Thema durchgeführt. Demnach wird sich der Umsatz, der über Sprache abgewickelt wird, in den nächsten drei Jahren versechsfachen. Zudem sind rund zwei Drittel der Konsumenten bereit, sprachgesteuerte Geräte zu kaufen. Damit ist die Frage nach Investitionen in die Technologie eigentlich schon beantwortet. Wenn der Großteil der Kunden Sprachassistenten will, kann ein Unternehmen schwer nein sagen. Wie bei jedem Investitionsvorhaben bleibt zu entscheiden, ob Unternehmen ihren eigenen Dienst entwickeln oder bereits vorhandene nutzen.

Wird es dann neben Alexa, Siri und Co. bald viele weitere Sprachassistenten geben?

Momentan herrscht eine Art Goldrausch: Das Potenzial ist allen klar und so stürzt sich jeder auf das Thema. Der Markt nicht branchenspezifischer Lösungen wird sich konsolidieren – ähnlich wie wir es bei Betriebssystemen erlebt haben. Es werden sich drei, vier Große behaupten und vielleicht können sich ein, zwei offene Systeme halten. Sehr viel mehr wird der Markt nicht verkraften. Anders verhält es sich mit marken- und nutzungsspezifischen Lösungen, hier sehe ich gute Chancen, Alternativen zu Amazon & Co. langfristig zu etablieren. Wer sich am Ende des Tages durchsetzen wird, entscheiden wir als Kunden. 

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