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Neues Mobilfunkzeitalter „5G-Technologien bieten einfach mehr Möglichkeiten“

Steffen Elsässer ist Managing Director von Capgemini Invent in Zentraleuropa. Quelle: Capgemini

Industrie 4.0, Smart Cities, autonomes Fahren – die Anwendungsmöglichkeiten von 5G sind zahlreich. Steffen Elsässer, Managing Director von Capgemini Invent Central Europe, erklärt, welche Chancen das Netz-Upgrade bringt.

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Herr Elsässer, 5G-Technologien werden derzeit vor allem als Beschleuniger für das Thema Industrie 4.0 gehandelt. Zu Recht?
Die Geschäftsprozesse verändern sich ohnehin schon enorm schnell, das kann man etwa in der klassischen Fahrzeugfertigung sehen. Hersteller produzieren Autos heute grundlegend anders als noch vor zehn Jahren, arbeiten viel digitaler und vernetzter. Da ist Industrie 4.0 in Teilen bereits Realität. Zudem haben Unternehmen und Institutionen bereits weitere Konzepte erarbeitet, die das Thema noch beschleunigen werden. Allerdings sind sie aktuell größtenteils auf Kabelverbindungen und WiFi angewiesen, und das schränkt ein. 5G-Technologien bieten ganz neue Möglichkeiten im Smart Manufacturing. Vieles, was bisher nur eine Idee von Ingenieuren gewesen ist, lässt sich damit umsetzen.

Zum Beispiel?
Das Netz-Upgrade besticht besonders durch die Echtzeitübertragung und ermöglicht so eine bessere Vernetzung und Kommunikation. Ein Beispiel: In der Produktionshalle eines Unternehmens arbeiten Industrieroboter parallel und miteinander vernetzt. Noch während des laufenden Produktionsprozesses erfassen Sensoren Messwerte und schicken die Daten in Echtzeit an die Zentrale. Dort werden sie verarbeitet, analysiert und falls nötig, wird die Einstellung der Maschine im gleichen Moment geändert. Die Spanne zwischen Datenerhebung und -Nutzung ist immens kurz. Das sorgt unterm Strich für ein besseres Qualitätsmanagement und eine bedarfsorientiertere Produktion.

Wann wird die Industrie all diese Dinge nutzen können?
Das hängt von der einzelnen Anwendung und der Mut der Entscheider ab jetzt schnell notwendige Investitionen bereitzustellen. In den Bereichen Digital Factory, vernetzte Geräte oder Industrie 4.0 sehen wir schnell realisierbare Effekte, in zwölf bis 18 Monaten kann sich da viel entwickeln. Die nächstgrößeren Schritte im Bereich des autonomen Fahrens dagegen werden allerdings noch 4 Jahre bis zur Serienreife brauchen.

In welchen weiteren Bereichen sehen Sie die größten Chancen durch 5G?
Das sind definitiv die Bereiche Telemedizin und Fernversorgung. Heute gibt es Engpässe bei Spezialärzten wie Radiologen, vor allem in ländlichen Gegenden. 5G-Technologien sind aber wie gemacht für verteiltes Arbeiten und die Diagnose und Bewertung von detailliertem Bildmaterial aus der Ferne. Auch beim Thema Akutversorgung könnte die Geschwindigkeit und die Qualität des neuen Netzes von Vorteil sein. Rücken Sanitäter zum Unfallort aus wäre es denkbar, dass sie während des Einsatzes permanent in Kontakt mit dem Krankenhaus und dessen Spezialisten stehen. Sie könnten dann Daten und erste Untersuchungen via Bildmaterial teilen und mit der Einschätzung ihrer Kollegen gezieltere Maßnahmen einleiten.

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