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Viva-con-Agua-Initiator 15 Tipps für Gründer und alle, die etwas bewegen wollen

2005 startete Benjamin Adrion die ersten Aktionen für sauberes Trinkwasser. Heute ist aus dem Verein Viva con Agua eine international tätige Organisation geworden. Welche Grundsätze Adrion auf diesem Weg begleitet haben.

VorabIm vergangenen Jahr ist Viva con Agua 15 Jahre alt geworden. Für das Team, das sich weltweit für den Zugang zu sauberem Trinkwasser einsetzt, ein Anlass, die ersten ereignisreichen Jahre mit seinem Weg vom gemeinnützigen Verein zur international aktiven Organisation zu reflektieren und ein Buch herauszubringen. Besonders für Gründerinnen und Gründer sind darin die Tipps und Grundsätze, mit denen Initiator Benjamin Adrion selbst seinen Weg gegangen ist, sehr interessant. Wir präsentieren hier eine Kurzfassung. Quelle: PR
Tipps aus der Perspektive von Viva-con-Agua-Initiator Benjamin AdrionWir haben gelernt, dass Arbeit für den guten Zweck auch einem selbst guttun sollte. Mach also nur Dinge, die dir Spaß bringen. Sonst wird es nichts. Am Ende geht einem die Puste aus, wenn man nur halb dahintersteht. Das führt uns zu der bekannten Regel aus dem Flugzeug: Hilf zuerst dir selbst, dann den anderen. Wenn du nicht gesund und munter bist, kannst du niemanden gesünder oder munterer machen. Also: Achte auf dich und deine Leute. Tu es für dich und das große Ziel, nicht für Dankbarkeit oder Applaus. Quelle: PR
Mach es. Jetzt!Eine häufig gestellte Frage lautet: Wie fange ich an? Und die einzig wahre, brutal einfache Antwort ist: indem du anfängst. Egal wie. Es gibt nicht den einen ersten Schritt, den man sich ganz genau überlegt. Es gibt nicht die Goldene Regel für einen richtigen Anfang. Man kann sich aus jedem Fehlstart freistrampeln. Und man kann noch so gute Startbedingungen vermasseln. Danach hat man jeden Tag die Chance, ein Projekt besser zu machen. Nur: Man muss beginnen. Die wahren Probleme zeigen sich erst beim Machen. Solange man nicht anfängt, ist man wie ein Bergsteiger, der aus dem Flachland heraus den Gipfelgrat des Mount Everest analysiert. Quelle: Unsplash
Macht es im Team!Allein schafft man kaum etwas. Niemand ist allein so schlau, so stark und so gut, dass er oder sie alles richtig macht. Jede*r von uns braucht ein Korrektiv, jemanden, der einem auf die Schulter klopft oder in den Arm fällt. Wie sieht ein gutes Team aus? Wie eine richtig gute Fußballmannschaft, also verschiedene Spieler*innen mit ebenso verschiedenen Fähigkeiten. Je diverser und inklusiver, desto besser. Denn mehr Perspektiven, Erfahrungen und Geschichten, desto besser agiert ihr. Wenn du diese Crew am Anfang noch nicht hast – egal. Die Leute kommen schon, wenn du offen bleibst, nett fragst und schon mal anfängst. Nichts ist so anziehend wie ein Projekt, was sich gerade in Bewegung setzt. Quelle: Unsplash
Scheitern gehört dazu,......ist aber trotzdem nicht geil. Versucht, darüber zu lachen – und es dann besser zu machen. Unwissenheit ist okay. Wir wussten am Anfang nichts. Wie trifft man den richtigen Ton in Mails? Wie schreibt man Projektpläne? Wie strukturiert man Prozesse? Wie führt man Mitarbeiter*innen? Wie zieht man Grenzen? Wo endet Arbeit, wo beginnt das Privatleben? Wie wollen wir zusammenarbeiten? Die Fragen ändern sich mit der Zeit, Unwissenheit wird in gewissem Maße immer bleiben. Wir freuen uns darüber, denn was wir nicht wollen: aufhören zu lernen. Quelle: Unsplash
Effizient, aber liebevoll.Egal, ob ihr euch an Mitstreiter*innen, Behörden, Unternehmen, Stars oder Freund*innen wendet: Fragt nur nach Unterstützung, wenn ihr wisst, dass die Person „Ja“ sagen kann. Habt möglichst etwas im Angebot, was sie oder ihn ins Boot holt, weil es ja eigentlich ganz geil werden könnte oder weil sie oder er auch profitiert. Denkt euch All-Profit-Ideen aus, damit alle etwas von den Projekten haben. Generell gilt: Seid schnell, effizient und liebevoll. Und wenn ihr doch ein „Nein“ kassiert, bleibt freundlich und habt Verständnis. Und egal, was ihr jemals irgendjemanden bittet zu tun, ihr solltet es im besten Fall schon selbst gemacht haben. Quelle: Unsplash
Vielfältigkeit leben, vielfältig profitierenWer etwas bewegen will, sich aber nicht bewegt, wenn es brennt, macht etwas falsch. Für uns ist klar: Wir sind für Vielfalt und Gleichberechtigung, gegen Rassismus, Sexismus und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung. Wir glauben an Verbindung, Vernetzung und Solidarität und dass alle davon profitieren können. Wir sind fest überzeugt, „dass die Verbindung aus Sinnhaftigkeit und Spaß langfristigen Nutzen schaffen kann. Wir sind Aktivisten*innen eines positiven Wandels und engagieren uns intrinsisch motiviert.“ Diskutiert eure Werte, schreibt sie auf. Um immer zu wissen, wofür ihr mal gestartet seid. Ob ihr euch verändert habt. Und wo ihr besser werden könnt. Die Menschen werden genau hinsehen und sie werden euch belohnen, wenn ihr mutig seid und klar. Quelle: PR
Nutzt die Vorteile des selbstständigen Arbeitens!Wir haben immer schon gearbeitet und Projekte organisiert, wie wir wollten, wann und von wo wir wollten. Wenn kein Vertrauen in die Menschen da ist, mit denen man zusammenarbeitet, dann sollte man nicht mit ihnen zusammenarbeiten. Außerdem halten wir es für wichtig, mit flachen Hierarchien zu arbeiten. Um eine Entscheidung zu fällen, benötigt man bei Viva con Agua statt einer höhergestellten Position vor allem die vier E: Erfahrung, Engagement, Expertise, emotionale Intelligenz. Es entscheidet (meistens) der- oder diejenige, der oder die am besten dafür geeignet ist. Probiert es aus und genießt es! Nutzt die gewonnene Zeit lieber für verbindende Rituale, für echtes Zuhören, für Workshops über gewaltfreie Kommunikation oder für gemeinsame Feiern. Quelle: PR
Sucht euch Starthilfe. Es lohnt sich!Bei uns war es das Start-Social-Programm, das unser Projekt am Anfang aufs Gleis gesetzt hat. Obwohl wir zunächst gar nicht wussten, was das genau ist, kamen wir unter die Top 100. Und gewannen dann ein Coaching. Damals waren wir noch keine 25, wir wussten natürlich nicht, wie man ein Unternehmen führt, welche Prozesse es da gibt und wie man das strukturiert. Und damals gab es kein Social Business, man hatte nicht einmal einen Namen dafür. Also: Macht euch schlau, was es so gibt an Anlaufstellen. Quelle: PR
Keep it simple!Viele Leute werden sagen: Das geht nicht. Nehmt es als Ansporn. Denn die wirklich spannenden, revolutionären Projekte müssen als unmöglich erachtet werden. Nehmt an konstruktiver Kritik mit, was geht. Und dann macht es trotzdem. Traut euch, eure Vision auszumalen. Nur worüber man laut fantasieren kann, das kann auch wahr werden. Aber was ist eigentlich eine gute Idee? Ideen sollten vor allem eins sein: einfach zu beschreiben. Es wird immer davon geredet, Konzepte zu schreiben, Konzepte einzureichen, Konzepte hier und da. Eine gute Idee braucht einen, zwei, maximal drei Sätze. Danach muss klar sein, worum es geht. Quelle: PR
Wer Mama nicht überzeugen kann, überzeugt niemandenUnd dieses Netzwerk beginnt bei der eigenen Familie. Natürlich sind alle unsere Familienmitglieder auch Fördermitglieder des Vereins. Wir haben sie einfach dazu genötigt. Ganze Freundeskreise haben damals Pfandbecher gesammelt. Fangt mit eurem engsten Netzwerk an und baut es aus. Das ist das Minimalziel, an dem ihr üben könnt. Wenn ihr eure Mutter nicht überzeugen könnt, an die Idee zu glauben, dann wird es schwer, jemand anderen zu begeistern. Wenn ihr aber die ersten Kreise gewinnen konntet, habt ihr erste Multiplikator*innen. Quelle: Unsplash
Fragt nicht nur nach Geld. Fragt nach Rat.Sucht euch Mentor*innen, die mehr wissen als ihr. Und habt keine Angst, Leute einzubinden, die besser sind als ihr. Die mehr Skills haben, intelligenter, charismatischer sind. Man tendiert häufig dazu, Menschen reinzuholen, die einen nicht gefährden. Besser sind Leute, die einen Unterschied machen. Habt also keine Angst, vielen Menschen von eurer Idee zu erzählen und dass ihr noch Unterstützung gebrauchen könntet, auch wenn das mal in schwierige Diskussionen mündet. Jeder Widerspruch wäre früher oder später sowieso gekommen und die Auseinandersetzung damit macht euch im Zweifelsfall nur besser in eurer Argumentation. Wenn genug Leute von euch überzeugt sind, wenn sie merken, dass ihr für eure Idee brennt, kommt das Geld schon.
Lasst Konflikte zu!Man muss sie manchmal aushalten. Und dann muss man reden. Eins der Hauptprobleme bei Gründer*innen ist nämlich: Aufgaben abgeben. Wir wollen überall mitreden, in der Finanzbuchhaltung, beim Marketing, in der Personalführung – auch wenn wir davon nicht unbedingt Ahnung haben. So entstehen Konflikte. Betrachte deine Arbeit lieber als Projekt denn als Baby: Wenn du es gestartet, aufgebaut und begleitet hast, gib es weiter, damit es wachsen kann. Und sei nicht zu perfektionistisch. Quelle: Unsplash
Haltet durch!Am allerwichtigsten und niemals zu überschätzen: die Konflikte mit sich selbst, mit dem inneren Schweinehund. Selbst auf der besten Mission gehen einem manchmal die Böcke aus, früh aufzustehen, lang aufzubleiben, noch mal Energie zu investieren. Da hilft manchmal nur Durchhaltevermögen. Ihr müsst Gas geben, Gas geben, Gas geben, laufen, auf die Fresse fliegen, aufstehen, wieder hinfliegen, schneller aufstehen. Es wäre eine Lüge, wenn man es leicht nennen würde. Das unterschätzen viele. Vielleicht auch, weil man es leicht aussehen lässt, wenn man ein gutes Marketing hat. Doch ihr müsst dabei auch immer auf euch achten, Pausen einlegen. Sonst droht ihr den Spaß an der Sache zu verlieren – und dann werdet ihr scheitern. Man kann es sich aber auch leicht machen: das eigene Scheitern offensiv ansprechen – und das Wiederaufstehen betonen. Fail better. Quelle: Unsplash
Bleibt klar!Ihr solltet stets im Kopf behalten, was ihr genau wollt, auch wenn das Absagen beinhaltet. Man muss immer wieder Kante zeigen und sich gemeinsam fragen: Was ist unser Ziel, der Sinn unserer Arbeit? Mit was identifizieren wir uns wirklich? Zum Beispiel: Wir setzen uns mit Viva con Agua für viele Dinge ein: eine gesellschaftliche Transformation, Umweltschutz, gemeinwohlorientiertes Wirtschaften, eigenverantwortliches Arbeiten. Aber wir haben ein übergeordnetes Ziel: sauberes Trinkwasser, Toiletten und Hygiene für alle Menschen. Das ist maximal simpel. Was ist es bei euch? Diese Frage zu beantworten ist manchmal sehr leicht, manchmal sehr schwer. Aber sie steht immer am Anfang. Quelle: PR
Das Buch „Water is Life“ von Friedemann Karig und Elisa von Hof ist ein Buch über Aktivismus, Social Business und natürlich: Wasser. Über Lebensfreude, Entwicklung, Potenziale und Verbindung. Über 15 Jahre Viva con Agua. 208 Seiten, Hardcover mit Leineneinband. Klimaneutral gedruckt auf zertifiziertem Umweltpapier. Erschienen bei Edel Books, 2020. Preis: 29,90 Euro Quelle: PR
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