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Heizkosten Verschiedene Systeme im Vergleich

Heizung und warmes Wasser verursachen mit 83 Prozent in einem Haushalt den höchsten Energieverbrauch. Wie Sie diese Kosten effektiv senken können, zeigt ein Vergleich verschiedener Heizsysteme.

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Quelle: IWO

In Deutschland sind rund zwei Drittel der Heizungen veraltet und verursachen unnötig hohe Kosten. Hausbesitzer, die ihre Heizkosten dauerhaft senken wollen, sind mit einer Heizungsmodernisierung gut beraten, stehen jedoch vor der Frage, welches Heizsystem für sie das Richtige ist. Zur Wahl stehen in der Regel Öl-, Gas- oder Holzpelletheizung sowie die Wärmepumpe.

Die Mehrzahl der Deutschen heizt mit einer klassischen, langlebigen Öl- oder Gasheizung. Eine Effizienzsteigerung ist hier mit der hochmodernen Brennwerttechnik schnell und relativ günstig möglich. Brennwertkessel können im Falle einer Heizungserneuerung Energiebedarf und Emissionen um bis zu 30 Prozent reduzieren und machen das Heizen damit sofort effizienter und umweltschonender. Denn während konventionelle Heizungen heißes Abgas einfach zum Schornstein hinauspusten, wird es in Brennwertgeräten abgekühlt und die dabei frei werdende Wärme zusätzlich zum Heizen verwendet. Als Faustregel gilt: Ist die Heizung älter als 20 Jahre, ist die Umstellung auf Brennwerttechnik sinnvoll.

Gerade Öl-Brennwertheizungen werden im Zuge einer Modernisierung oft mit erneuerbaren Energieträgern kombiniert und so zu einer Hybridheizung ausgebaut. Zum Beispiel durch die Einbindung einer Solaranlage, die das Heizen nicht nur klimaschonender macht, sondern auch die Heizkosten weiter drosselt.

Grafik: IWO

Holzpelletheizungen gehören zu den Biomasse-Heizungen und werden im Idealfall mit Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft betrieben. Unter dieser Voraussetzung verbrennt der Energieträger annährend klimaneutral und lässt sich zudem relativ preisgünstig produzieren. Das Problem hierbei: Die Fläche für den nachhaltigen Anbau des Rohstoffs Holz ist begrenzt. Außerdem gibt es besondere Anforderungen an die betriebssichere Lagerung der Holzpellets. Ein weiterer Nachteil sind die hohen Feinstaubemissionen: Pelletheizungen verursachen 1200-mal mehr Feinstaub als Öl- und Gasheizungen.

Eine weitere Alternative ist die elektrische Wärmepumpe. Das Heizsystem nutzt Wärme, die zuvor der Luft, dem Grundwasser oder der Erde entzogen wurde. Allerdings entfaltet eine Wärmepumpe nur in umfangreich gedämmten Häusern mit Fußboden- oder Wandheizungen ihre volle Effizienz. Stimmen die Bedingungen nicht, muss in der Regel mit elektrischen Strom nachgeheizt werden. Dann können die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Strompreise zu relativ hohen Heizkosten führen. Zudem kommt der gewünschte Klimaschutzeffekt nur zum Tragen, wenn die Wärmepumpe mit Ökostrom betrieben wird.

Die Anschaffungskosten und die anfallenden betriebs- und verbrauchsgebundenen Kosten für die unterschiedlichen Heizsysteme hat das Institut für Wärme- und Oeltechnik (IWO) anhand eines Beispiels verglichen. Berechnungsgrundlage ist ein ölbeheiztes 150-Quadratmeter-Einfamilienhaus.

Das Ergebnis: Die Umstellung auf ein anderes Heizsystem würde die Eigentümer deutlich mehr kosten als die Modernisierung der Ölheizung mit Brennwerttechnik. So liegen die Investitionskosten für ein neues Öl-Brennwertgerät im Falle des Beispielhauses bei insgesamt 9.500 Euro, die laufenden Kosten bei 1.700 Euro pro Jahr. Wird bei der Modernisierung zusätzlich zum Öl-Brennwertkessel eine Solaranlage für die Trinkwasserbereitung eingebaut, ergeben sich Investitionskosten von 13.200 Euro und laufende Kosten von 1.600 Euro.

Eine Systemumstellung auf Gas-Brennwerttechnik inklusive Solaranlage zur Trinkwasserbereitung schlägt dagegen im Beispielfall mit 15.150 Euro zu Buche, bei laufenden Kosten von 2.250 Euro jährlich. Die Anschaffungskosten sowohl für Wärmepumpen als auch für Holzpelletheizungen sind vergleichsweise hoch. Der Wechsel zu einer Strom-Wärmepumpe kostet einmalig etwa 20.850 Euro bei laufenden Kosten von 2.300 Euro. Noch teurer ist die Umstellung auf eine Holzpelletheizung.

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